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Beckenbauer: "Es ist schon bedenklich"

Der FC Bayern München ist auf dem Weg zu den gesteckten Saisonzielen ins Straucheln geraten.

Auf das 0:0-Auswärtsremis gegen den Tabellenletzten SC Freiburg am Wochenende in der Meisterschaft folgte am Mittwochabend das bittere 0:1 im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen den FC Basel.

"Ich bin mir aber sicher, dass wir das im Rückspiel noch schaffen werden", betonte ein optimistischer Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

"Es ist schon bedenklich"

Trotz schlechter Bodenverhältnisse bekamen die 36.000 Zuschauer im ausverkauften St. Jakob-Park vor allem vor der Pause ein sehr interessantes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten geboten.

Die Basler, die zuvor schon Manchester United ausgeschaltet hatten, versteckten sich nicht und kamen in der Schlussphase durch "Joker" Valentin Stocker (86.) nicht unverdient zum Siegestreffer.

Die Bayern ließen vor allem in der Offensive die nötige Durchschlagskraft vermissen.

"Es ist schon bedenklich, was hier passiert ist, weil Basel das Spiel verdient gewonnen hat", konstatierte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer.

"Es wird nach zwei Spielen abgerechnet"

Während der Ex-Präsident mit einer schwierigen Aufgabe im Rückspiel rechnete, sind Hoeneß und auch Coach Jupp Heynckes weiter felsenfest vom Aufstieg überzeugt.

"Es wird nach zwei Spielen abgerechnet, und wenn wir dann weniger Tore erzielt haben, dann brodelt es beim FC Bayern. Aber davon gehe ich nicht aus", betonte Hoeneß.

Und Heynckes ergänzte: "Ich sehe das alles nicht so aufgeregt wie das Umfeld. Nach dem zweiten Spiel wird zusammengerechnet. Ich bin lange genug im Geschäft und weiß, dass meine Mannschaft das Fußballspielen nicht verlernt hat."

"Was in der Kabine ist, bleibt in der Kabine"

In der Bayern-Kabine sollen nach dem Spiel klare Worte gefallen sein.

"Was in der Kabine ist, bleibt in der Kabine", wollte sich Mario Gomez dazu nicht näher äußern.

Der DFB-Teamstürmer konnte sich auch dank einer starken Leistung von Aleksandar Dragovic nicht wirklich entfalten, rechnet aber mit dem Weiterkommen.

"Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir zu Hause gegen Basel das Ding drehen werden."

Ernste Worte von Rummenigge

Sollten die Münchner am 13. März in der Allianz Arena tatsächlich ausscheiden, wäre der Traum vom Finale im eigenen Stadion schon frühzeitig ausgeträumt und der Bayern-Coach wohl stark in der Kritik.

Auch in der Meisterschaft fehlen dem deutschen Rekordmeister schon vier Punkte auf Tabellenführer und Titelverteidiger Borussia Dortmund.

Um die zwei Saisonziele zu erreichen, steht den Münchnern also noch ein hartes Stück Arbeit bevor.

Karl-Heinz Rummenigge sprach deshalb beim Bankett nach der Partie ernste Worte.

"Ihr müsst jetzt aggressiv spielen und die alte Sepp-Herberger-Weisheit 'Einer für Alle, Alle für Einen' wieder aus dem Hut zaubern - und am Sonntag geht es los", forderte der Vorstandschef der Bayern.

Schweizer freuen sich

Am Sonntag steht der Schlager der 23. Runde gegen Schalke 04 auf dem Programm.

"Wir müssen versuchen, das Blatt schnell wieder zu wenden", meinte Rummenigge.

Die Schweizer freuten sich über den großen Erfolg.

"Unsere Chancen sind nicht schlechter geworden", sagte Coach Heiko Vogel.

"Null stelle ich über verpasste Tore"

Den vergebenen Chancen - Aluminiumtreffer von Dragovic und Alexander Frei - trauerte der Basel-Trainer nicht nach. "Die Null stelle ich über die verpassten Tore. Wir wissen ja auch auswärts, wo das Tor steht."

In allzu große Euphorie verfiel das Basel-Lager, in dem Goalie Yann Sommer mit einer starken Leistung herausragte, aber nicht.

"Es ist noch ein großes Stück Arbeit vor uns", sagte Siegtorschütze Stocker, der in der 86. Minute frei stehend einschießen konnte.

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