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Juventus auf Kurs - Bayern trotz Aufstieg uneuphorisch

Der Titelverteidiger ist auf Schützenhilfe angewiesen, Italiens Meister dagegen auf Kurs.

Juventus Turin steht nach einem 3:0 gegen Chelsea zum ersten Mal seit vier Jahren vor dem Einzug ins Achtelfinale der Fußball-Champions-League.

Juve ließ viele Chancen ungenützt

Bereits ein Punkt in zwei Wochen bei Schachtar Donezk reicht den Turinern. Der Überschwang hielt sich bei Juve aber wie bei Bayern München nach einem 1:1 in Valencia, mit dem beide Teams in die K.o.-Phase aufstiegen, in Grenzen.

Juventus will nach einer ungeschlagenen Ligasaison auch in der Königsklasse reüssieren. Gegen Chelsea diktierte Italiens Tabellenführer zwar das Spielgeschehen, ließ aber zahlreiche Chancen ungenutzt.

"Wir waren hungriger, angriffslustiger und kreativer. Mit etwas mehr Präzision hätten wir sogar höher gewinnen können", meinte Kapitän Gianluigi Buffon. "So eine überzeugende Leistung ist ein Zeichen an Europa und an ganz Italien."

Stürmer-Rotation von Conte

Juve-Trainer Antonio Conte setzte im Angriff erneut auf Rotation. Fabio Quagliarella und Mirko Vucinic standen wegen vernebelter Großchancen in der Kritik.

"Es ist nicht leicht für einen Stürmer, mit dieser Rotation umzugehen", erklärte Quagliarella, der einen Schuss des überragenden Regisseurs Andrea Pirlo zum 1:0 abgelenkt hatte. "Aber wir kennen die Situation, der Trainer ist sehr offen mit uns."

Offen ist bei Chelsea in Folge der höchsten Champions-League-Pleite seit 2000 (1:5 gegen FC Barcelona) der Trainerposten.

Di Matteo gefeuert

Roberto Di Matteo bezahlte seine vorsichtige Aufstellungsvariante mit dem Job. Der Italiener hatte den gelernten Mittelfeldspieler Eden Hazard statt Fernando Torres an vorderster Front aufgeboten - unterstützt von Juan Mata und Oscar. Spanien hatte mit einer ähnlichen Taktik, einer "falschen" Neun, bei der EM 2012 noch Erfolg gehabt.

"Ich war überzeugt, dass es die richtige Aufstellung war, um hier einen Sieg oder ein Remis zu holen", sagte Di Matteo. "Es ist eine große Enttäuschung."

Mit den mathematischen Hoffnungen auf den Aufstieg darf sich nun bereits sein Nachfolger beschäftigen. Chelsea muss auf jeden Fall sein Heimspiel gegen Außenseiter Nordsjälland gewinnen und auf einen Punktegewinn von Schachtar gegen Juve hoffen.

FC Bayern trotz Sieg unzufrieden

Aller Aufstiegssorgen haben sich dagegen Valencia und Bayern entledigt. Die nach einem brutalen Foul an ÖFB-Jungstar David Alaba fast eine Stunde in Überzahl angetretenen Münchner waren mit ihrer Leistung dennoch nicht zufrieden.

"Wir müssen aufwachen", forderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem 1:1, das Thomas Müller mit einem späten Tor gerettet hatte. "Wir müssen ganz einfach das verhindert, was uns im letzten Jahr passiert ist."

In der Vorsaison waren die Bayern in der Meisterschaft und im Cup jeweils an Dortmund gescheitert, im CL-Finale im eigenen Stadion im Elfmeterschießen an Chelsea.

Gomez-Comeback nach Verletzungspause

Trainer Jupp Heynckes verwehrte sich gegen Einmischungen von oben. "Ich weiß selbst, was ich zu tun habe mit meiner Mannschaft", betonte der 67-Jährige. Auch früher hätten die Bayern nicht in jedem Spiel überwältigend und attraktiv gespielt.

Alaba machte auf dem linken Flügel mit Franck Ribery nicht den gewohnten Druck - auch, weil der Franzose nach einer Rippenprellung noch nicht in Vollbesitz seiner Kräfte war. Zumindest ein Kurz-Comeback von Stürmerstar Mario Gomez nach langer Verletzungspause gab Anlass zur Freude.

Außerdem kann Deutschlands Rekordmeister mit einem Heimsieg zum Abschluss gegen BATE Borisow immer noch den Gruppensieg sicherstellen. Den hat der FC Barcelona nach einem 3:0 bei Spartak Moskau bereits in der Tasche.

Kein Fairplay in Donezk

Für Aufregung sorgte der unsportliche Treffer von Donezk-Stürmer Luiz Adriano beim 5:2 gegen Nordsjälland.

Der Brasilianer erzielte das 1:1 nach einem Schiedsrichterball, der zum Gegner zurückgespielt werden sollte. "Ich entschuldige mich für das Tor, das so viele Diskussionen ausgelöst hat", betonte Schachtar-Trainer Mircea Lucescu.

"Wir wollten dem Gegner im Gegenzug die Gelegenheit für ein Tor geben, das hat aber einer unserer Spieler verhindert."

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