Aufmacherbild

Mourinho glaubt an das Wunder von Madrid

"Wir werden uns nach Saisonende zusammensetzen und die Situation analysieren", betont José Mourinho seit Wochen.

Ein Bekenntnis zu seinem Klub Real Madrid, an den er laut Vertrag noch bis 2016 gebunden ist, hört sich wahrlich anders an.

Kein Wunder, gilt der Abschied des Portugiesen doch als so gut wie besiegelt. Die Verehrer stehen Schlange beim 50-Jährigen, in der Pole Position soll der FC Chelsea lauern.

Mehrere Medien meldeten die Rückkehr des "Special One" zu den "Blues" bereits als fix, eine offizielle Bestätigung steht bis dato aus.

CL-Titel würde die Saison "retten"

Vorerst gilt es für "Mou", die Saison mit den "Königlichen" möglichst erfolgreich zu Ende zu bringen. Um dies zu gewährleisten, ist es fast schon ein Muss, die Champions League zu gewinnen.

In der Liga liegt der Erzrivale FC Barcelona nahezu uneinholbar an der Spitze. Der Einzug ins Finale der Copa del Rey (gegen Atlético) ist zwar aller Ehren wert, in Wahrheit aber nur ein schwacher Trost, sollten Titel in den anderen Bewerben ausbleiben.

Derzeit sieht es ganz danach aus, als würde dies eintreffen. Denn Real droht in der Königsklasse - einmal mehr - das Halbfinal-Aus (siehe Tabelle). Das Hinspiel gegen Borussia Dortmund wurde im Signal Iduna Park überraschend klar mit 1:4 in den Sand gesetzt, im Rückspiel bedarf es einer außergewöhnlichen Aufholjagd, um die Wende herbeizuführen.

iter lesen: http://web.de/magazine/sport/fussball/champions-league/17386642-reals-trainer-lobt-bvb-deutschen-fussball.html#.A1000145

 "Ich glaube an Wunder"

Kein leichtes Unterfangen, präsentierte sich der BVB doch international bereits über die ganze Saison als echte Größe im Vereinsfußball. Entsprechend groß ist der Respekt Mourinhos vor dem Gegner.

Er habe schon früh in der Saison angekündigt, "dass Borussia für mich zu den Favoriten gehört". Die Leistungen der Schwarz-Gelben seien für ihn "keine Überraschung".

Der vierfache Welt-Klubtrainer hofft auf ein frühes Tor und warnt zugleich vor einem Auftreten, wie die Madrilenen es in Dortmund an den Tag legten: "Wenn wir so spielen wie vor einer Woche, dann können wir es sofort vergessen."

Mourinho wäre aber nicht Mourinho, würde er nicht fest an den Finaleinzug glauben. "Wir müssen ein 1:4 aufholen, klar. Das ist aber Fußball und es kann alles passieren. Ich glaube an Wunder."

Endstation Halbfinale?

Es wäre in der Tat ein kleines, konnte in der Geschichte der Champions League doch erst einmal eine Mannschaft ein 1:4 aus dem Hinspiel drehen - La Coruna in der Saison 2003/04, die Spanier bezwangen Titelverteidiger AC Milan zuhause mit 4:0.

Für den Portugiesen wäre es indes der erste Finaleinzug mit den Spaniern. Zwar beendete er bereits in seiner ersten Saison den Achtelfinalfluch - Real schied sechs Mal en suite in der Runde der letzten 16 aus -, mehr als die Top 4 waren aber auch für ihn nicht drin.

Saison Champions League La Liga Copa del Rey
2010/11 Halbfinale (Aus gg. Barca) Platz 2 Pokalsieg
2011/12 Halbfinale (Aus gg. Bayern) Meister Viertelfinale
2012/13* Halbfinale (gg. Dortmund) Platz 2 im Finale
*Stand 30.4.

Ronaldo steht Mourinho für das Halbfinal-Rückspiel zur Verfügung

Zum dritten Mal in Serie droht das Aus in der Vorschlussrunde, dabei träumt er seit seiner Ankunft auf der iberischen Halbinsel davon, den "Madridistas" erstmals seit 2002 den Henkelpott zu bescheren und die "Decima", den zehnten Titel, zu vervollständigen.

Was Mourinhos Taktik gegen die Borussia betrifft, so will er sich nicht in die Karten blicken lassen. "Vielleicht spielen wir in einem System, in dem wir sonst nicht auflaufen", gab er sich im Vorfeld kryptisch.

Ausscheiden wäre "Mous" Schuld

Die eine oder andere Änderung wird ihm ohnehin nicht erspart bleiben. Özil kam im Hinspiel auf dem rechten Flügel nicht ansatzweise zur Geltung, Khedira und Alonso hatten ebenfalls keinen Zugriff auf das Spiel.

Zudem blieb Modric, der auf der Zehn eingesetzt wurde, komplett blass. Darüber hinaus schwebte ein kleines Fragezeichen hinter dem Einsatz Ronaldos, der das so wichtige Auswärtstor erzielte.

Dahingehend gibt "Mou" Entwarnung. Ronaldo gehe es "gut", allerdings sind Marcelo und Arbeloa weiter verletzt. Als Vorwand für ein mögliches Scheitern will Mourinho diesen Umstand nicht verstanden wissen.

"Es ist das wichtigste Spiel dieses Vereins in den letzten zehn Jahren", stilisiert er die Begegnung hoch, um zu wissen: "Wenn wir den Finaleinzug verpassen, ist es mein Scheitern."

 

Christoph Nister

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»