LAOLA1: Ein großes Thema war nach dem Auswärtsspiel gegen Hafnarfjördur der Druck, unter dem ihr im Vorfeld des Spiels gestanden seid. Hast du gemerkt, dass nach dem Aufstieg etwas von euch abgefallen ist?

Ortlechner: Ja und nein. Ich traue mich fast zu behaupten, dass der Druck am Ende der Vorsaison höher war. Das ist zumindest mein subjektives Empfinden. Als Profi ist man gleich einmal verleitet, es auf den Druck zu schieben. Andererseits sind wir auch Menschen und dem ein oder anderen haben die Nerven schon einen Streich gespielt.

LAOLA1: Ist es wirklich so, dass ihr an diese Aufgabe Dinamo Zagreb unbekümmert herangehen könnt?

Ortlechner: Wir müssen voll konzentriert und mit hundertprozentiger Ernsthaftigkeit an diese Sache herangehen. Wir sind nicht der Favorit. Wenn man hört, wieviele Millionen die im Sommer investiert haben, merkt man schon, dass Dinamo finanziell in einer anderen Liga spielt. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir in Zagreb nicht gewinnen wollen. Wir fahren nicht dorthin und schauen nur, dass wir uns gut verkaufen.

LAOLA1: Wie geht ihr mit dieser Außenseiter-Rolle um? Ihr seid das ja nicht gewohnt.

Ortlechner: Am ehesten ist es mit den Spielen gegen Salzburg vergleichbar. Was aber genau in Zagreb auf uns zukommt, wissen wir nicht. So ist das bei internationalen Spielen nunmal. Das macht ja auch den Reiz aus.

LAOLA1: Nenad Bjelica hat im Vorfeld der Partie gemeint, dass Dinamo das Spiel machen wird. Liegt euch das Kontern?

Ortlechner: Wer Philipp Hosiner am Wochenende gesehen hat, weiß, dass er vielen Innenverteidigern wehtun kann. Dinamos Außenverteidiger sind sehr ins Offensivspiel eingebunden und stehen hoch, es werden sich also Räume öffnen, wenn wir den Ball abfangen. Dann kann Hosiner Josip Simunic mit seiner Schnelligkeit Probleme bereiten.

LAOLA1: Markus Suttner, der als Linksverteidiger gesetzt ist, fehlt gesperrt. Wie sehr wird er euch abgehen?

Ortlechner: Über seine Qualitäten müssen wir nicht diskutieren. Ich kenne aber auch Marin Leovac sehr gut. Er ist ein richtig guter Backup für den „Sutti“. Ich mache mir keine Sorgen, dass er diese Position nicht adäquat ausfüllen könnte. Durch seine kroatischen Wurzeln wird er außerdem voll motiviert sein. Und mein Nebenmann Kaja Rogulj ist ja Hajduk-Fan, der wird also auch entsprechend motiviert sein. Außerdem haben wir noch weitere Spieler im Kader, die die Sprache sprechen. Es wird ein Vorteil sein, dass einige von uns die Kommandos des Gegners verstehen werden.


Das Gespräch führte Harald Prantl

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