Für Kolvidsson ist Austria in CL-Quali Favorit

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Die Tour zu den Schlafbehausungen von Elfen und Kobolden im Stadtzentrum von Hafnarfjördur wird sich die Austria wohl sparen.

Auf übersinnliche Hilfe sollte Österreichs Meister in der 3. Runde der Champions-League-Qualifikation gegen Islands Fußball-Meister auch nicht angewiesen sein.

Unterschätzen dürfen die Wiener den Gegner aus dem hohen Norden trotzdem nicht. Spätestens das Aus von Sturm Graz hat gezeigt, dass auf Island nicht nur Handball gespielt wird.

"Austria ist Favorit"

"Die Austria ist Favorit, aber es ist alles möglich. Von zehn Spielen wird Hafnarfjördur wenige gewinnen, aber in zwei kann immer etwas passieren", sagt ein Isländer, der es wissen sollte.

Helgi Kolvidsson ist 29-facher Internationaler seines Heimatlandes. In Österreich spielte er für Austria Lustenau und den FC Kärnten, seit 2011 ist er Coach der Vorarlberger.

Für die Austria geht es am Dienstag (18.00 Uhr/live) im Heimspiel um eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel. Dieses ist in der etwas mehr als 26.000 Einwohner zählenden Gemeinde rund zehn Kilometer südlich von Reykjavik für 7. August fixiert.

"Zuhause ein günstiges Ergebnis zu holen wäre gut, auf Island ist es oft nicht einfach zu spielen. Dort könnten Bedingungen herrschen, die die Austria nicht gewohnt ist", mutmaßte Kolvidsson.

Kolvidsson lobt isländischen Fußball

Der 41-Jährige spielte dabei auf die auf der Atlantikinsel mitunter unberechenbaren Windverhältnisse an.

Kolvidsson erinnerte diesbezüglich an einen Auftritt des FC Kärnten in der UEFA-Cup-Qualifikation 2003 gegen Grindavik. Damals schafften die Kärntner bei unwirtlichen Wetterverhältnissen erst dank eines Last-Minute-Tores den Aufstieg.

Noch dazu habe Islands Fußball laut Kolvidsson in den vergangenen Jahren "extreme Fortschritte gemacht".

Fußballhallen begünstigen Trainingsbedingungen

"Es wurden reine Fußballhallen gebaut in regulärer Größe. Die Trainingsmöglichkeiten sind viel besser als früher, wo nur einige Monate auf Rasen trainiert werden konnte", berichtete Kolvidsson. Da nun ganzjähriges Training möglich sei, habe Fußball mit dem Volkssport und sportlichen Flaggschiff Handball in der Popularität inzwischen zumindest gleichgezogen.

Klassische Karrierestation junger Isländer ist dabei der skandinavische Raum.

Im zuletzt nominierten 21-Mann-Kader des Nationalteams standen immerhin elf Legionäre, die ihr Geld in Schweden, Dänemark oder Norwegen verdienen. Der dort gespielte körperbetonte, auf taktische Disziplin wertlegende Kick ist auch Vorbild für die isländischen Vereine.

"Spielerisch ist die Austria sicher im Vorteil"

Der Fimleikafelag Hafnarfjardar, auf Island kurz FH genannt, mache laut Kolvidsson da keine Ausnahme. Der sechsfache isländische Meister versuche unter Coach Heimir Gudjonsson jedoch auch spielerische Akzente zu setzen.

Mit Erfolg: In der nationalen "Pepsi-Deildin" liegt FH nach 13 Spielen mit neun Siegen an der Tabellenspitze, Sturm-Bezwinger Breidablik ist Vierter. Kolvidsson sieht Österreichs Titelträger trotzdem als bessere Elf: "Spielerisch ist die Austria sicher im Vorteil."

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