Weiterer EC-Startplatz für Österreich?

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Juni. Eine eher ruhige Zeit im europäischen Klubfußball.

So ganz stimmt das natürlich nicht. Es gibt schließlich auch Ganzjahres-Meisterschaften.

Und auch in den restlichen Ligen bezieht sich die relative Ruhe auf den Platz. Das Transfer-Karussell rotiert wie wild.

Da aber die Klubbewerbe Pause haben, eignet sich der Juni allemal für einen Blick auf die Fünfjahres-Wertung der UEFA. Nach Ablauf der Saison 2010/11 belegt Österreich dort den 19. Platz.

Dieser 19. Platz berechtigt Österreich zu vier Europacup-Startplätzen, die sich in diesem Jahr Sturm (CL), Salzburg, Austria und Ried (jeweils EL) holen konnten.

In der Rangliste könnte ein recht großer Sprung nach oben stattfinden. Zu verdanken haben die heimischen Klubs diesen Umstand der Tatsache, dass sie aus der Saison 2006/07 lediglich 1,500 Punkte - und damit weniger als Liechtenstein - zu verteidigen haben.

2006/07 - Das war nix!

Salzburg, Pasching, Mattersburg und Ried schieden damals allesamt früh aus. Die Austria erreichte als einziges rot-weiß-rotes Team die Gruppenphase des UEFA-Cups (nachdem die Violetten in der CL-Quali scheiterten), blieb aber gegen Zulte Waregem, Ajax, Sparta Prag und Espanyol punktelos.

2006/07 war auch die letzte Saison, in der Österreich mit zwei Vereinen in die CL-Quali durfte. Das könnte sich 2013/14 wieder ändern.

Die folgende Tabelle zeigt die UEFA-Rangliste ohne der Saison 2006/07:

Platz Land Punkte
1. England 85,785*
2. Spanien 82,329
3. Deutschland 69,436
18. Tschechien 20,850
19. ÖSTERREICH 20,700
20. Zypern 18,124

 

Platz 15 oder 19 - völlig egal? Mitnichten! Die auf Rang 15 klassierte Nation darf die bereits erwähnten zwei Teilnehmer in die CL-Quali und drei weitere in die EL-Quali schicken.

Der 13. der Fünfjahres-Wertung hat sogar einen Fixplatz in der Königsklasse (außer der Titelverteidiger qualifiziert sich über die Meisterschaft nicht für die CL, dann findet diese Zäsur bei Platz zwölf statt).

Also spielt bald die halbe heimische Liga international? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Tabelle zwei illustriert lediglich die Ausgangslage. Die Spiele der Saison 2011/12 werden ausschlaggebend sein, wie viele "Eurofighter" Österreich in der Spielzeit 2013/14 stellen wird.

Relativ abgesichert

Es sieht aber zumindest gut aus. Schottland ausgenommen, hat Rot-Weiß-Rot ein recht komfortables Polster nach hinten. Allzu weit nach vorne wird es aber wohl auch nicht gehen: Um die Belgier abzufangen, brauchen Sturm Graz und Co. ein herausragendes Jahr.

Eines ist klar: Jeder Sieg ist wichtig, besonders gegen die direkte Konkurrenz. Abschenken ist verboten. Auch wenn es nach einem hohen Heimsieg irgendwo in den Kaukasus geht. Sturm, Salzburg, Austria und Ried haben es in der Hand.

LAOLA1 verschafft einen Überblick über die Situation der heimischen EC-Starter:

 

STURM GRAZ: Der Meister im Glück. Trotz des relativ niedrigen Koeffizienten (8,640) wären die Grazer auch in der dritten CL-Quali-Runde gesetzt (vorausgesetzt, die zweite Runde wird überstanden). Zu verdanken hat Sturm diesen Umstand einigen überraschenden Meistern wie KRC Genk in Belgien oder Viktoria Pilsen aus Tschechien. Auch wenn gerade Genk ein harter Brocken wäre: Das Überstehen der dritten Quali-Runde muss das Ziel sein. Denn selbst wenn die Truppe von Franco Foda im anschließenden CL-Playoff die Segel streichen müsste, wäre sie für die EL-Gruppenphase qualifiziert.

FC SALZBURG: Salzburg wäre in einer möglichen dritten Runde sowie im Playoff gesetzt. Ein automatisches Ticket für die Gruppenphase ist das natürlich noch nicht: In Runde drei gäbe es mit Hajduk Split oder Legia Warschau genug unangenehme Kandidaten, in Runde vier (u.a. Hannover, Mainz, Sochaux) sowieso. Bei günstiger Auslosung ist die Gruppenphase auf jeden Fall drinnen. Dort wäre Salzburg aller Voraussicht nach im dritten von vier Töpfen.

AUSTRIA WIEN: Für die Veilchen gilt eigentlich dasselbe wie für die Salzburger, lediglich der Koeffizient ist etwas niedriger (16.640) und bei einem Einzug in die Gruppenphase hieße es Topf vier (außer mindestens fünf besser gereihte Teams scheiden früher aus).

SV RIED: Als Cupsieger steigen die Innviertler erst in der dritten Qualifikationsrunde in den Bewerb ein, sind dort aber prompt ungesetzt (Koeffizient: 4,140). Die Bandbreite an möglichen Gegnern ist groß: Atletico Madrid und US Palermo sind ebenso potentielle Kontrahenten wie Sheriff Tiraspol oder Olympiakos Volou. In Runde vier wartet mit ganz großer Wahrscheinlichkeit ein Kracher.

Geht es nach der Papierform (oder setzt man die die rot-weiß-rote Brille auf), sehen wir kommende Saison drei österreichische Vereine in der Gruppenphase der Europa League. Aber auch den Riedern ist durchaus die eine oder andere Überraschung zuzutrauen.


Máté Esterházy


*Punkte-Arithmetik: Pro Sieg in der Champions oder Europa League gibt es zwei Punkte, für ein Unentschieden einen. In der jeweiligen Qualifikation die Hälfte. Dazu gibt es Bonuspunkte in unterschiedlicher Höhe (z.B. für das Erreichen der CL-Gruppenphase). Die Gesamtpunkte-Anzahl aller Vereine eines Landes wird dann durch die Anzahl der insgesamt international teilnehmenden Vereine desselben Landes dividiert.

Platz Land Punkte
12. Dänemark 24,425
13. Belgien 22,300
14. Schweiz 20,800
15. ÖSTERREICH 19,200
16. Schottland 18,391
17. Zypern 16,374
18. Israel 16,000
19. Kroatien 15,124
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