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Düdelingen: Nobody aber keine Unbekannte

F91 Düdelingen, Salzburgs Gegner in der zweiten Runde der Qualifikation zur Champions League ist im europäischen Fußball zwar ein Nobody, aus österreichischer Sicht aber keine völlige Unbekannte.

2005 war die Truppe aus der 19.000-Einwohner-Stadt an der französischen Grenze freilich keine Gefahr für Rapid, das ebenfalls in der CL-Quali auswärts mit 6:1 und im Heimspiel mit 3:2 gewann. An der europäischen Bedeutungslosigkeit hat sich seit damals nichts geändert.

Nationale Macht

Auch wenn Düdelingen (französisch Dudelange, luxemburgisch Diddeleng) auf nationaler Ebene seit der Jahrtausendwende das Maß aller Dinge ist und seit 2000 zehn Meistertitel holte: Das 4.650 Zuschauer fassende "Stade Jos Nosbaum" versprüht Regionalliga-Charme, internationale Gegner müssen sich hier nicht fürchten.

Dennoch geben sich die Hausherren vor dem Duell mit Salzburg ganz vorsichtig optimistisch. Der belgisch-marokkanische Mittelfeldspieler Sofian Benzouien jedenfalls hat keine Angst vor Salzburg.

"Wir müssen auf jeden Ball gehen, taktisch auf der Höhe sein und unsere Möglichkeiten zu 100 Prozent ausschöpfen. Der Trainer will zu Hause wenn möglich gewinnen und kein Gegentor kassieren. Wir werden alles tun, um gegen Salzburg zu siegen."

Ehemaliger deutscher BL-Profi

Den bisher wohl größten Erfolg im Europacup feierte der erst 1991 gegründete Verein 2005, als man auf dem Weg nach Wien-Hütteldorf Zrinjski Mostar eliminierte. Seither konnte man sich lediglich gegen FC Santa Coloma aus Andorra (2011) und nun gegen Tre Penne aus San Marino durchsetzen.

Trainer der Halbprofis ist der Franzose Didier Philippe, er hat neben zahlreichen luxemburgischen Nationalkickern auch mehrere Landsleute in seinem Kader.

Der bekannteste davon ist Mittelfeldmann Jonathan Jäger, der bei Freiburg auch Bundesligaerfahrung sammelte, derzeit aber außer Gefecht ist.

Als Finanzier tritt der italienischstämmige Geschäftsmann Flavio Becca auf. Der hat in seiner Eigenschaft als Geldgeber des Profi-Radstalls RadioShack-Nissan (mit dem Österreicher Thomas Rohregger) derzeit allerdings mit Gerüchten zu kämpfen, das Team stehe vor dem finanziellen Aus.

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