Dragovic favorisiert Donetsk, gibt Rapid aber Chancen

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Laut Aleksandar Dragovic sind die Rollen im Playoff-Duell zwischen Rapid und Shakhtar Donetsk um den Einzug in die Champions League klar verteilt.

Der Legionär des ukrainischen Fußball-Meisters Dynamo Kiew sieht die Hütteldorfer vor dem Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) im Wiener Happel-Stadion gegen Donetsk als Außenseiter.

"Shakhtar ist der klare Favorit", erklärte Dragovic. Daran ändere auch der Verkauf von Leistungsträgern wie Douglas Costa oder Luiz Adriano in diesem Sommer nichts.

"Komischerweise wirken sie in dieser Saison sogar noch stärker", meinte der österreichische Teamspieler noch vor dem 0:2 von Shakhtar zuletzt am Freitag gegen Dnipropetrowsk.

Dragovic kennt die Stärken von Shakhtar

Leidvolle Bekanntschaft mit der aktuellen Stärke des Rapid-Rivalen machte Dragovic im ukrainischen Supercup-Finale am 14. Juli.

Das Spiel in Odessa verlor Dynamo gegen Shakhtar mit 0:2 - bei den beiden Gegentreffern im Finish stand der Innenverteidiger im Tor, weil Kiews Goalie Oleksandr Schowkowskij ausgeschlossen wurde und das Austauschkontingent erschöpft war.

Dragovic war bei den zwei Toren - eines davon aus einem Elfmeter - chancenlos und erinnert sich noch gut daran, dass die Partie schon zuvor in Richtung Donetsk hätte kippen können.

"Auch wenn sie erst am Schluss getroffen haben, waren sie schon vorher besser als wir."

"Können schon einmal die Lust verlieren"

Für Dragovic ist das variable Offensivspiel der große Trumpf des neunfachen ukrainischen Meisters.

Allerdings könnte Shakhtars äußerst offensiv ausgerichtetes System auch Chancen für Rapid bieten, vermutete der 24-Jährige.

"Die Außenverteidiger stehen sehr hoch, dadurch entstehen Löcher. Rapid muss die Konterchancen nützen", meinte der 37-fache ÖFB-Internationale.

Nicht nur gegen defensiv kompakte Mannschaften, auch gegen Teams mit körperbetonter Spielweise tut sich Shakhtar laut Dragovic schwer.

"Vor allem die Brasilianer sind individuell extrem stark. Doch wenn man ihnen ein bisschen auf die Fersen steigt, können sie schon einmal die Lust auf den Fußball verlieren."

"Rapid hat schon gegen Ajax überrascht"

Auf einen ausbleibenden Heimvorteil für Donetsk - das Team von Mircea Lucescu muss aufgrund der militärischen Auseinandersetzungen in der Ostukraine die Retourpartie am 25. August in Lwiw (Lemberg) austragen - dürfe Rapid aber nicht hoffen.

"Das Stadion wird ausverkauft sein und die Fans werden Shakhtar voll unterstützen."

Dennoch hält Dragovic ein Weiterkommen der Hütteldorfer für möglich. "Im Fußball gewinnt nicht immer der Favorit. Rapid hat schon gegen Ajax überrascht, vielleicht gelingt das noch einmal. Dazu sind aber zwei hervorragende Leistungen nötig."

Obwohl sein Herz nach wie vor für Ex-Klub Austria schlägt, würde Dragovic den Grün-Weißen die insgesamt dritte Champions-League-Teilnahme gönnen.

"Ich drücke zum ersten Mal in meinem Leben Rapid die Daumen", verriet der Abwehrspieler. "Es wäre für den österreichischen Fußball sehr gut, wenn es eine Mannschaft in die Gruppenphase schafft."

Dragovic wäre für nächsten Schritt bereit

Dragovic' derzeitiger Arbeitgeber Dynamo Kiew hat das Ticket für die diesjährige Königsklasse durch den Gewinn des ukrainischen Meistertitels fix in der Tasche.

Daher ließe es sich für den Wiener leichter verschmerzen, sollte in diesem Sommer kein Transfer in eine europäische Top-Liga zustande kommen. "Es gibt Schlimmeres, als in der Champions League zu spielen", sagte Dragovic.

Allerdings ist ein Abschied des Österreichers aus Kiew noch in dieser Transferperiode nicht ausgeschlossen.

"Ich wäre bereit für den nächsten Schritt, doch wenn nichts daraus wird, macht das auch nichts", meinte Dragovic und ergänzte: "Es liegt derzeit kein Angebot auf dem Tisch, deswegen befasse ich mich nur mit Dynamo Kiew."

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