Kilometerfresser, Passmaschinen, Alu-Pechvögel

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32 Mannschaften, 96 Spiele, 8640 Minuten - die Ouvertüre im Konzert der Großen ist beendet.

Der Herbst in der Champions League ist beschlossen und damit auch die Gruppenphase. Wer in der Königsklasse überwintert ist bekannt, die großen Überraschungen blieben dabei aus.

Eigentlich hätte man sich das Ausspielen der 16 Plätze im Achtelfinale großteils sparen und die K.o.-Duelle gleich nach der Setzliste auslosen können. In Gruppe A, B, F, G, und H landeten alle vier Teams in der Endabrechnung jeweils auf dem Platz, der dem Topf entspricht, aus dem sie gezogen wurden.

Dann hätten wir allerdings nicht nur auf einige legendäre CL-Abende, sondern auch auf 279 Tore, 58 Aluminium-Treffer, 20 Platzverweise und 86742 Pässe verzichten müssen.

Ein Blick auf die Statistik-Leader der CL-Gruppenphase 2014/15:

Torgefahr satt:

Nicht weniger als 2539 Mal wurde in den 96 Spielen der Abschluss gesucht, wenngleich davon nur 899 auf das jeweilige Tor gingen. Am öftesten versuchte sich der FC Bayern, der insgesamt 123 Schüsse abgab (20,5/Spiel). Harmlos ging es hingegen bei APOEL Nikosia zu. Die Zyprer visierten nur 30 Mal (5/Spiel) den gegnerischen Kasten an. Am fleißigsten arbeitete Cristiano Ronaldo an einem Treffer, der Real-Star zog gleich 18 Mal ab und verweist Messi (12) hier klar auf Platz zwei.

Überlegungen in Sachen Abschlusstraining sollte man sich in Dortmund und Leverkusen machen. Das deutsche Duo setzte von ihren 97 bzw. 92 Schüssen jeweils 41 daneben.

Tore zählen:

Angriffslust schön und gut, aber ohne Zählbares ist der ganze Aufwand vergebene Liebesmüh'. Tore müssen auf die Anzeigentafel und da zeigte sich der FC Chelsea am besten in Schuss. 17 Mal (2,83/Spiel) brachten die "Blues" das Leder im gegnerischen Gehäuse unter. Bayern, Real und Porto folgen mit je 16.

Top-Torschütze bislang ist Luiz Adriano. Der brasilianische Teamspieler in Diensten von Shakhtar Donetsk drehte ganze neun Mal (1,8/Spiel) jubelnd ab. Fünf Treffer davon erzielte er alleine beim 7:0-Spektakel gegen BATE Borisov. Dieses Spiel sorgte nicht nur für den höchsten Sieg, sondern auch die höchste Pausenführung - schon nach 45 Minuten stand es 0:6 aus Sicht der Weißrussen.

Als torreichste Partie geht das Scheibenschießen in Weißrussland aber nicht in die Statistik ein. Ihren rabenschwarzen Abend gegen Bayern milderte die Roma mit dem Ehrentreffer beim 1:7-Debakel marginal ab und trug somit ihren kleinen Teil zu insgesamt acht Stück bei.

Wer über Tore spricht, muss natürlich aus Lionel Messi erwähnen. "La Pulga" löschte mit drei Toren gegen APOEL den alten CL-Torrekord von Raul (71) aus und hat ihn vorerst auf 75 ausgebaut.

Dass APOEL bei den wenigsten Torschüssen mit nur einer mageren "Hütte" auch Schlusslicht bei den erzielten Treffern ist, überrascht nicht.

Gruppe Sieger Zweitplatzierter
A Atletico Madrid Juventus Turin
B Real Madrid FC Basel
C AS Monaco Bayer 04 Leverkusen
D Borussia Dortmund Arsenal FC
E FC Bayern München Manchester City
F FC Barcelona Paris St. Germain
G Chelsea FC FC Schalke 04
H FC Porto Shakhtar Donetsk

Mandzukic per Kopf - das funktioniert

Kopfarbeiter:

In Sachen Lufthoheit ist man in Anderlecht beeindruckend gut aufgestellt. Der RSC machte vier seiner insgesamt acht Tore mit dem Kopf. Eine bessere Quote im ersten Stock hat nur Atleticos Mario Manzukic: 3 von 5 Toren per Kopf.

Flankengott:

Auch in Sachen Tor-Vorbereitung darf sich ein Spieler des spanischen Meisters über den Top-Wert freuen. Koke legte vier Treffer der "Rojiblancos" auf. Der 22-Jährige versorgte seine Nebenmänner auch sehr engagiert mit Flanken - 48 sind ebenso Bestwert wie die 12 angekommenen. 

Vom Alu-Pech gebeutelt:

Real Madrid verpasste das eine oder andere Tor mehr, weil das Aluminium dazwischen funkte. Fünf Mal verhinderten Stange oder Latte einen königlichen Torerfolg. Aus den Top-3 Pechvögeln (Porto, Anderlecht je 4) müssen immerhin nur die Belgier dem Aufstieg nachtrauern.

Vom Glück ungeküsst scheint vor allem Jackson Martinez zu sein. Drei der vier Alu-Treffer seines Teams gingen allein auf seine Kappe.

Am Rückhalt lag es bei Maribor nicht

Der Verhinderer:

Maribor verabschiedete sich zwar als Gruppenletzer aus dem internationalen Geschäft, Schlussmann Jasmin Handanovic ließ aber so manchen gegnerischen Angreifer verzweifeln. Der 36-jährige Cousin von Inter-Keeper Samir Handanovic hat bei der nächsten Familienfeier gute Argumente in der Frage, wer der bessere von den beiden ist: 37 Paraden und damit Top-Wert in der Champions League können sich sehen lassen.

Ballschieber:

Pep Guardiola hat die Passmaschine mit nach München genommen. Der FCB spielte mit 4437 Pässen mit Abstand die meisten. 91 Prozent der bajuwarischen waren auch von Erfolg geprägt. Dass man in Barcelona aber wenig bis nichts aus Peps Zeit verlernt hat, beweist Platz zwei in dieser Kategorie (4181 Pässe). Die Genauigkeit ist bei den Katalenen (92 Prozent) sogar noch einen Deut höher. Das eine Prozent nimmt Bayern Barca indes beim durchschnittlichen Ballbesitz (64 Prozent bzw. 63 Prozent) ab.

Den Meister des Zuspiels findet man allerdings in Italien. Juventus-Verteidiger Giorgio Chiellini verbuchte 501 Pässe - 461 davon kamen an den eigenen Mann - und verweist damit Xabi Alonso (493) und Toni Kroos (474) auf die Plätze zwei und drei.

Mehr Präzision ist - erneut - bei Leverkusen gefragt. Die Werkself teilt sich mit nur 77 Prozent den letzten Platz bei angekommenen Pässen mit BATE. Den Ball zumeist aus der Ferne sah APOEL, das durchschnittlich nur 33 Prozent der Spielzeit im Besitz Leders war.

Kilometerfresser:

Ein (positiver) Wert, bei dem BATE die Nummer eins in Europas Königsklasse ist? Schwierig, aber möglich. Mikhail Gordejchuk versuchte alles und lief sich die Seele aus dem Leib. 74,5 km (12,42/Spiel) spulte der rechte Mittelfeldspieler ab. Auch die Werte von Koke (73,8 km) und Svetoslav Dyakov (72,9 km) von Ludogorets können sich sehen lassen.

Bad Boys:

Dass sie sich nicht gegen das Ausscheiden gewehrt hätten, kann man den Spielern von Benfica Lissabon nicht unterstellen. Im Gegenteil, sie griffen zu allen Mitteln. Gleich drei Mal musste ein Spieler der Portugiesen mit Rot vom Platz. Damit verzeichnete Benfica einen Platzverweis mehr als Leverkusen, das mit insgesamt 105 Fouls das unfairste Team stellt. Mit 17 Mal Gelb gibt auch Galatasaray kein Unschuldslamm ab. 18 Fouls leistete sich Atleticos Raul Garcia und darf sich damit über den Titel Bad Boy der CL freuen.

Häufigste Opfer sind die Spieler der "Alten Dame". Pirlo und Co. wurden zusammengerechnet 104 mal gelegt. Neymar zog mit 21 die meisten Fouls.

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