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Kantersieg von Lyon in Zagreb wird überprüft

Die französische Presse hat am Donnerstag die Fußballer von Olympique Lyon nach dem 7:1-Kantersieg in ihrem letzten Champions-League-Gruppenspiel bei Dinamo Zagreb als "Helden" gefeiert.

Doch die Jubel-Stimmung um den noch geschafften Achtelfinalaufstieg wurde von der nationalen Internetwetten-Regulierungsbehörde (ARJEL), die ebenso wie die belgische Behörde eine Überprüfung der Partie ankündigte, getrübt.

De Boer ortet "auffälligen" Sieg

"Wie bei jeder atypischen Aktivität in einem sportlichen Wettbewerb wird ARJEL dieses Resultat prüfen", ließ die Behörde wissen und kündigte bereits für Donnerstagnachmittag ein Ergebnis dieser Überprüfung an.

Ajax-Trainer Frank de Boer begrüßte diesen Schritt und bezeichnete den 7:1-Triumph der Franzosen, der sein Team aufgrund der schlechteren Tordifferenz den Aufstieg in die Runde der letzten 16 der Eliteliga kostete, als "auffällig".

In niederländischen Online-Medien waren bereits nach dem Schlusspfiff Manipulationsgerüchte aufgekommen.

Untermauert wurde die Argumentation dabei von einem Foto von Dinamo-Verteidiger Domagoj Vida, auf dem dieser nach einem Treffer von Vierfach-Torschütze Bafetimbi Gomis dem Matchwinner, der den Ball von ihm forderte, mit einer "Daumen hoch"-Geste zuzwinkerte.

Gomis rechtfertigt sich

"Ich bin kein Held. Es war eine Teamleistung", betonte Gomis, nachdem er als erst siebenter Spieler der Champions-League-Geschichte vier Treffer in einem Match erzielt hatte.

"Nach dem Ausschluss von Leko hatten wir viel Platz, den wir genutzt haben. Dazu haben wir uns sehr gut vorbereitet und an unsere kleine Chance geglaubt, vor allem nachdem wir am Vorabend den 3:2-Comeback-Sieg von Olympique Marseille in Dortmund gesehen haben."

Sein Trainer Remi Garde war nach dem Schlusspfiff hin und weg. "Das ist surreal, außergewöhnlich", stammelte ehemalige Teamspieler.

Bedauern aber Unterstützung von Lyon

In einem verbreiteten Kommunique bedauert der französische Klub, "dass die Kommentare sich nicht auf den sportlichen Teil einer unglaublichen Heldentat beschränken, die sowohl Olympique Lyon als auch der französische Fußball vollbracht haben."

Zeitgleich begrüßt man aber die ARJEL-Untersuchung: "Der Verein stimmt dieser Aktion, die wegen eines untypischen Ergebnisses eingeleitet wurde, völlig zu."

Bislang keine Hinweise auf Betrug

Das Wettbetrugs-Warnsystem der UEFA hat bisher keine Auffälligkeiten gemeldet. Das teilte ein Sprecher der Europäischen Fußball-Union (UEFA) mit.

"Zum jetzigen Zeitpunkt" habe das Warnsystem "keine irregulären Wettmuster bezüglich des gestrigen Spiels gezeigt, die eine Untersuchung rechtfertigen würden", hieß es vonseiten der UEFA.

Der Dachverband habe "die Berichte über das gestrige Spiel und die verschiedenen in Medien erhobenen Vorwürfe zur Kenntnis genommen" und warte nun die Berichte des Schiedsrichters, der Schiedsrichter-Beobachter und der Match-Delegierten ab.

Man wolle sehen, ob nach deren Ansichten "etwas Verdächtiges passiert sein könnte". Wenn es in diesen Berichten Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten gebe, werde die UEFA Untersuchungen einleiten.

"Aber im Moment gibt es dafür keine Gründe", erklärte die UEFA.

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