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FC Barcelona unterliegt dem „Blauen Bollwerk“

Die Szenerie glich jener von 2009.

Wie schon im Champions-League-Halbfinale vor drei Jahren lag der FC Barcelona an der Stamford Bridge zurück.

Wie damals finden die Gäste in der Nachspielzeit die große Chance auf den Ausgleich vor.

Doch 2012 bleibt der Lucky Punch aus.

Pedro trifft mit seinem gezielten Schuss nur die Stange, Sergio Busquets, ohnehin nicht gerade als Torjäger verschrien, versagen beim Abpraller die Nerven.

Chelsea gewinnt das Hinspiel mit 1:0.

„Hat nicht sollen sein“

„Wir haben es versucht, aber es hat nicht sollen sein“, resümiert Andres Iniesta, 2009 Goldtorschütze beim 1:1.

Was den 28-Jährigen hoffnungsvoll stimmt: Anders als vor drei Jahren findet das Rückspiel im heimischen Camp Nou statt. Mindestens 90 Minuten Chance zur Wiedergutmachung für die „Blaugranes“, die ihre erste CL-Niederlage seit 16 Spielen einstecken müssen.

Sich an die letzte Niederlage zu erinnern, sollte dem Titelverteidiger zusätzlich Mut machen. Am 16. Februar 2011 setzte es ein 1:2 gegen Arsenal – auch im Vorjahr verabschiedete man sich also mit einer Niederlage aus London.

Das (Achtelfinal-) Rückspiel konnte 3:1 gewonnen und der Titel letztendlich errungen werden.

Revanche im Camp Nou

„Zu Hause, mit unseren Fans im Rücken müssen wir das Ergebnis drehen. Wir müssen aggressiv sein“, blickt Iniesta nach vorne.

Auf die Unterstützung des eigenen Anhangs zählt auch Trainer Pep Guardiola. Ansonsten wird sich gemäß seiner Einschätzung wenig ändern:

“Ich glaube nicht, dass Chelsea gegen uns im Camp Nou Pressing spielen wird, wenn sie das in ihrem Stadion auch nicht gemacht haben.“

Blaues Bollwerk

Statt den Weltpokalsieger zu attackieren, zogen sich die „Blues“ weit in die eigene Hälfte zurück und mauerten ihren Strafraum förmlich zu.

Vor der Viererkette, dirigiert von einem überragenden John Terry, agierte eine Fünfer-Linie, in der sich auch Ramires und Mata vorwiegend mit Defensiv-Aufgaben konfrontiert sahen.

Als Solospitze war Didier Drogba aufgeboten, dessen einziger Torschuss unmittelbar vor der Halbzeitpause auch den Weg in selbiges fand. „Aus sehr wenig machen sie dir ein Tor“, verdeutlicht Guardiola trocken.

Man mag die ultradefensive Taktik von Chelsea-Coach Roberto di Matteo ob seiner Destruktivität schelten, der Erfolg gibt ihm jedoch recht.

Ballbesitz ist nicht alles

„Du weißt, dass du viel verteidigen musst, wenn du gegen Barcelona spielst, weil sie einfach so viel Ballbesitz haben. Dir bleibt nur zu versuchen, die Gefahr einzuschränken“ erklärt der Italiener.

Abwehrchef Terry drückte es noch deutlicher aus: “Sie hatten schrecklich viel Ballbesitz von Anfang an. Ich glaube, wir haben in den ersten zehn, fünfzehn Minuten keinen Ball berührt.“

Die von Chelsea-Seite angesprochene Dominanz liest sich in statistischen 72 Prozent Ballbesitz. Dazu gesellen sich acht zu eins Schüsse aufs Tor aus Sicht der Gäste.

Im Unterschied zu Drogba, scheiterten Alexis (9., 57), Fabregas (17., 43.), Puyol (87.) und der eingangs erwähnte Pedro (93.) allerdings im Abschluss.

Mourinho lässt grüßen

Aufgrund „vieler Chancen, die einfach nicht genutzt wurden“, schlich das überlegene Team in nassen Trikots enttäuscht vom Platz und steht nun im Rückspiel am 24.4. mit dem Rücken zur Wand.

Treue Champions-League-Kenner meinen sich an das Halbfinal-Duell Barca gegen Inter aus dem Jahr 2010 erinnert, aus dem die Katalanen letztlich als Verlierer hervorgingen.

„Was auch immer passiert, wir haben schon gewonnen. In diesen Jahren haben wir viel erreicht und so viele Hindernisse und Krankheiten überwunden“, glaubt mancheiner aus Guardiolas Worten leichte Resignation zu erkennen.

Gelingt es dem amtierenden Champion also erneut nicht, seinen Titel zu verteidigen?

Ist dem so, müsste die Conclusio lauten:

Und die Geschichte wiederholt sich doch.

 

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