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London calling - Bayern überrollt Barcelona mit 4:0

Der FC Bayern München hat die Tür zum Einzug ins Finale der Champions League weit aufgestoßen.

Deutschlands Rekordmeister deklassierte den FC Barcelona im Halbfinal-Hinspiel am Dienstagabend vor heimischer Kulisse mit 4:0 (1:0).

Die Mannschaft des mit Saisonende scheidenden Trainers Jupp Heynckes reist damit mit einem überaus beruhigenden Polster zum Rückspiel am 1. Mai ins Camp Nou von Barcelona.

Bayern praktisch im Finale

Thomas Müller (25.) brachte den Finalisten des Vorjahres in Führung, ehe Mario Gomez (49.) nachlegte.

Der Treffer des Stürmers hatte jedoch einen Schönheitsfehler: Gomez stand dabei im Abseits. Auch das dritte Tor der Bayern durch Arjen Robben (73.) war äußerst umstritten.

Bei den Bayern spielte David Alaba durch, der Linksverteidiger verbuchte beim 4:0 durch Müller (82.) per Stanglpass die Vorarbeit. Barcelona mit einem nicht fitten Lionel Messi war am Ende chancenlos.

Anspruch eindrucksvoll untermauert

Mitten in die Turbulenzen um ihren im Visier der Steuerfahnder stehenden Präsident Uli Hoeneß untermauerten die Bayern vor 68.000 Zuschauern ihren Anspruch auf den Titel damit eindrucksvoll.

Gerade einmal eineinhalb Minuten dauerte es, bis die Torsperre der Gäste erstmals in Gefahr geriet.

Nach idealer Vorlage von Javi Martinez verpasste Robben einen Münchner Auftakt nach Maß. Anstelle für den besser platzierten Gomez aufzuspielen, versuchte es der Niederländer selbst. Victor Valdes rettete Barcelona mit einer Fußabwehr.

Müller trifft zur Führung

Die Katalanen fanden sich überhaupt in einer ungewohnten Position wieder. Erstmals seit langem ging Spaniens Spitzenreiter als Außenseiter in ein Spiel.

Und die Bayern taten alles, um ihrer Rolle gerecht zu werden. Barcelona verbuchte wie gewohnt deutlich mehr Ballbesitz, je weiter es Richtung Bayern-Tor ging war die Elf von Tito Vilanova aber ratloser.

Die Bayern hingegen schalteten bei Balleroberung schnell um und waren vor allem bei Standardsituation immer gefährlich.

In der 25. Minute schlug sich der bereits fünfte Eckball der Bayern auch ins Resultat nieder. Nach einer Robben-Flanke legte Dante für Müller ab, der aus kurzer Distanz per Kopf keine Mühe hatte. Eine zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung.

Messi fit, aber schwach

Bei Barcelona fehlten vor allem die Genieblitze des Superstars. Zwar stand der von seiner Muskelverletzung laut Clubauskunft wieder "komplett auskurierte" Messi erwartungsgemäß in der Start-Elf, der trotzdem alles andere als fit wirkende Weltfußballer vermochte sich aber kaum in Szene zu setzen.

Einzig in der 29. Minute musste Dante nach einem Pass von Pedro vor dem einschussbereiten Argentinier zur Ecke retten.

Mit Pedro musste sich auch Alaba weitgehend beschäftigen. Der Wiener erledigte seine Defensivaufgaben dabei ohne Probleme, in den Angriff schaltete sich der 20-Jährige in seinem dritten Halbfinal-Einsatz in der Königsklasse zunächst nur selten ein.

Zwei Tore mit Schönheitsfehler

Kurz nach Seitenwechsel durfte der auf der Tribüne sitzende Hoeneß wiederholt jubeln.

Ein Eckball offenbarte die Lufthoheit der Hausherren, der anstelle des gesperrten Mario Mandzukic aufgebotene Gomez staubte im Abseits stehend nach Vorlage von Müller ab.

Robben legte schließlich aus einem Konter noch das 3:0 nach. Dass Müller vorher allerdings Barca-Verteidiger Jordi Alba regelwidrig wegblockte, entlockte dem ungarischen Referee Viktor Kassai erneut keinen Pfiff.

Barcelona kam dem 1:3 durch Marc Bartra zwar nahe, der junge Innenverteidiger ließ alleine vor Manuel Neuer jedoch Nervenstärke vermissen (76.).

Für die Katalanen kam es noch schlimmer: Nach Vorarbeit von Franck Ribery und Alaba war Müller mit seinem siebenten Tor im laufenden Bewerb zur Stelle

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