Robben beendet Finaltrauma - "So viele Emotionen"

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2012 der Buhmann, 2013 der Matchwinner.
 
Ausgerechnet Arjen Robben ist im Champions-League-Finale zum "Helden" von Wembley avanciert.
 
Der Niederländer sorgte am Samstagabend mit seinem Last-Minute-Tor beim 2:1-Sieg des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund für die Entscheidung und rehabilitierte sich damit auch für den verschossenen Elfmeter in der Verlängerung im Königsklassen-Endspiel der vergangenen Saison in München gegen Chelsea.
 
Persönliches Finaltrauma beendet
 
Der Offensivspieler beendete damit auch ein persönliches Finaltrauma, hatte er doch nicht nur in den Champions-League-Endspielen 2010 und 2012, sondern auch im WM-Endspiel 2010 mit den Niederlanden gegen Spanien den Kürzeren gezogen.
 
"Das vergisst man nicht, was letztes Jahr passiert ist. Das kommt alles hoch", schilderte Robben seine ihn übermannenden Gefühle.
 
"Das ist ein Traum nach vielen großen Enttäuschungen. Du willst am Ende nicht der Loser sein, du willst mal was gewinnen."
 

2012 versagten Robben die Nerven
 
Im Vorjahr hatten dem Matchwinner 2013 im entscheidenden Moment noch die Nerven versagt.
 
Beim "Finale dahoam" in der Münchner Allianz-Arena war Robben in der 95. Minute beim Stand von 1:1 zu einem Elfmeter angetreten - und an Torhüter Cech gescheitert.
 
Nach dem verlorenen Elfmeterschießen kauerte der Niederländer damals am Boden. Doch der Glatzkopf mit dem ausgeprägten Ego, der auch so oft Pech mit Verletzungen hat, ist wieder aufgestanden.

"Ich habe vieles vorgehabt heute, ich hatte in den Wochen vor dem Finale so oft gehört, Arjen, du schießt das Tor. Dann gebe ich die wichtige 1:0-Vorlage und schieße ein Tor, das ist ein Traum. Das sind so viele Emotionen, unglaublich", erzählte der 29-Jährige freudestrahlend.
 
"Der Champions-League-Sieg ist das Größte, was du auf Clubebene erreichen kannst, wir haben lange darauf gewartet."
 
Robben ließ sich feiern
 
Nach dem Siegestor in Minute 89, bei dem er Mats Hummels stehen ließ und BVB-Keeper Roman Weidenfeller verlud, jubelte Robben ausgiebig, schrie sich die Seele aus dem Leib.
 
Aus der Bayern-Fankurve hallten ihm "Arjen Robben"-Rufe entgegen. Nach der Pokalübergabe gab der Star den Einpeitscher auf der Bande, er setzte sich den Pokal auf den Kopf, küsste ihn, ließ sich feiern und nahm als Erinnerung ein Stück des Netzes jenes Tores mit, in das er zuvor getroffen hatte.
 
Der davor mehrmals an BVB-Goalie Weidenfeller gescheiterte Robben wurde völlig zurecht als "Mann des Spiels" ausgezeichnet und dafür von Manchester Uniteds scheidendem Erfolgstrainer Alex Ferguson geehrt. "Es ist eine große Ehre von einer Legende diesen Preis überreicht zu bekommen", sagte Robben.
 
Party-Vorgaben außer Kraft gesetzt
 
Coach Jupp Heynckes hatte nach dem großen Erfolg nichts mehr zu melden.
 
"Das ganze Jahr haben wir unserem Trainer sehr gut zugehört, jetzt dürfen wir entscheiden", verkündete der Niederländer forsch und setzte kurzerhand alle Party-Vorgaben seines Chefs Richtung DFB-Cupfinale gegen den VfB Stuttgart am Samstag außer Kraft.
 
"Wenn wir jetzt zwei, drei Tage feiern, glauben Sie, dann werden wir in Berlin nicht gut sein?", fragte der Offensivspieler und gab die Antwort breit grinsend gleich selbst: "Ich glaube das nicht!"
 
Bei der Siegerparty der Münchner war Robben nicht zu bremsen. Völlig losgelöst stand er im Festsaal des "Grosvenor House" auf einem Stuhl, schwenkte tanzend eine Vase mit roten Rosen in der einen und eine Bierflasche in der anderen Hand.
 
Innig umarmte und küsste er danach seine Frau Bernadien. Alles nach einem Spiel, das dem polarisierenden Star auf ewig einen Ehrenplatz in den Geschichtsbüchern des deutschen Rekordmeisters sichern wird.

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