"Es gewinnt nicht immer das bessere Team"

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„Wir haben ein Jahr hart gearbeitet, um uns diese Ausgangslage zu schaffen. Wir wollen die Jahrhundert-Chance nützen und in die Champions League einziehen.“

AG-Vorstand Markus Kraetschmer gibt die Marschroute von Meister Austria Wien vor.

Als erste Hürde am Weg zur erstmaligen Teilnahme an der Königsklasse stellt sich am Dienstag (18 Uhr im LIVE-Ticker) Islands Titelträger FH Hafnarfjördur.

Die Veilchen sind sich ihrer Favoritenrolle bewusst, möchten im Hinspiel in der heimischen Generali-Arena den Grundstein für den Aufstieg legen.

Daher wünscht sich Trainer Nenad Bjelica einen „Sieg ohne Gegentreffer“. Offen ist, welche Startelf der FAK-Trainer ins Rennen schickt.

Denn auch dem Kroaten ist nicht entgangen, dass in den ersten Pflichtspielen nicht alles rund lief.

„Einige Spieler, die später eingestiegen sind, spüren die Vorbereitung noch. Wenn der eine oder andere gegen die Isländer nicht von Beginn an spielt, heißt es aber nicht, dass er auch am Wochenende auf der Bank sitzt“, so der 41-Jährige.

Schließlich habe man einen qualitativ hochwertigen Kader, der auf allen Positionen doppelt besetzt sei.

Zudem gibt es „Spieler, die Druck ausüben, sich eine Chance verdient haben.“ Zum Einsatz kommen könnte etwa Marko Stankovic anstelle des deutlich defensiver orientierten James Holland.

LAOLA1 nennt jedenfalls fünf Punkte, die für einen erfolgreichen Europacup-Start der Wiener sorgen sollten:

Geduld beweisen:

„Die Isländer sind sehr defensiv orientiert, verteidigen mit elf Leuten. Ihr Stürmer agiert wie ein Abwehrspieler, stört als erster. Die Mannschaft arbeitet viel, ist diszipliniert und organisiert. Bei Balleroberung wird schnell gekontert und bei Standards ist Hafnarfjördur sehr gefährlich“, erwartet Bjelica ein Geduldspiel. Diese Erkenntnis wurde auch nach der Video-Analyse vom Zweitrundenhinspiel gegen Ekranas Panevezys (LTU) sowie den Vorort-Beobachtungen des Rückspiels gewonnen. „Die Litauer hatten keine echten Torchancen. Wir werden mehr für das Spiel machen müssen“, so der FAK-Coach.

Gegner respektieren:

„Wenn man sagt, gegen einen isländischen Klub ist es Pflicht, weiterzukommen, hat man den Gegner schon unterschätzt. Ich habe absoluten Respekt vor diesem Gegner. Man braucht nur die Ergebnisse von isländischen Vertretern in der 2. Quali-Runde anschauen. Von sechs Spielen wurde nur eines verloren“, warnt der Kroate. Vestmannaeyja verabschiedete sich nach einem Remis daheim und einem 0:2 auswärts gegen Roter Stern Belgrad. Und spätestens seit dem Aus von Sturm Graz gegen Breidablik sind die Violetten noch mehr gewarnt. „Wir werden sicher von der ersten Minute an konzentriert zur Sache gehen und den Gegner keineswegs unterschätzen.“

Chancenverwertung:

Die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor war in den ersten zwei Runden augenscheinlich. Schon zum Auftakt gegen die Admira wurde eine Vielzahl an Möglichkeiten vergeben und auch in Salzburg ließ der Meister in der ersten Hälfte ein paar Sitzer aus. „Wenn du aus so vielen guten Chancen nur drei Tore machst, ist es nicht optimal“, meint der Austria-Trainer. Was er dagegen unternimmt? „Man muss arbeiten und am Selbstvertrauen der Spieler basteln. Wir haben sehr gefährliche Leute in unserem Kader. Sie werden schon wieder ihre Tore machen.“ Wichtig sei, dass man sich überhaupt Möglichkeiten erarbeitet. „Und es wird die Zeit kommen, wo wir aus drei Möglichkeiten drei Tore machen. Und ich bin mir sicher, dass wir gegen Hafnarfjördur unsere Chancen nützen werden.“

Geistige Frische:

Körperlich sei seine Mannschaft mittlerweile topfit. „Ich habe letzte Woche mein Trainingsprogramm abgeschlossen. Die Mannschaft wird jetzt Tag für Tag besser werden. Davon bin ich überzeugt“, versichert der Ex-Wolfsberger. „Was die Frische betrifft, fehlt noch etwas. Aber auch dort sind wir auf einem sehr guten Niveau. Jeder wird sich von Spiel zu Spiel steigern.“ In den letzten Tagen wurde regeneriert, die Akkus aufgeladen. Mit der nötigen Frische sollten auch die Probleme beim Tor-Abschluss der Vergangenheit angehören. „Jeder ist selbstkritisch genug, um zu wissen, was gut und was schlecht war.“

Qualität ausspielen:

„Dass es nicht leicht wird, weiß ich nicht erst, seit Sturm gegen einen isländischen Klub ausgeschieden ist“, so Bjelica, der aber auch kein Geheimnis daraus macht, dass für ihn die Austria vom Potenzial her ganz klar über Hafnarfjördur zu stellen ist. „Austria hat mehr Qualität als diese Mannschaft. Aber man weiß, dass im Fußball nicht immer das bessere Team gewinnt. Es gewinnen die, die überzeugt sind, gewinnen zu können. Diese Überzeugung braucht man und die haben wir auch. Wir haben einen Weg, den wir verfolgen. Wir werden uns mit Qualität und Einsatz durchsetzen“, verspricht der Stöger-Nachfolger.

 

Martin Wechtl

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