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"Über-Bayern" greifen ins CL-Achtelfinale ein

Champions-League-Achtelfinal-Hinspiele, die Zweite.

Nach dem Auftakt in der vergangenen Woche steigen diesen Dienstag und Mittwoch die letzten acht verbliebenen Teams ins Rennen um die Viertelfinal-Tickets ein.

Am Dienstag kommt es zu zwei brisanten, wenn auch sehr unterschiedlichen Duellen.

Iberer-Gipfel und Auftritt des Top-Favoriten

In Porto fordert der in der Primeira Liga noch ungeschlagene portugiesische Meister das Sensationsteam aus Malaga.

Zur selben Zeit matchen sich in London der FC Arsenal und die wohl souveränste Mannschaft Europas in diesem Kalenderjahr, der FC Bayern.

Wer sichert sich die besten Karten für das Rückspiel? Ab 20:45 Uhr informiert der LIVE-Ticker.

Davor heißt es, sich einen Überblick über die Ausgangslage zu verschaffen. Die LAOLA1-Matchups:

                                 FC PORTO                             VS.                           FC MALAGA


Der FC Malaga war wohl die Überraschung in der bisherigen Champions-League-Saison. In einer Gruppe mit dem großen AC Milan, dem finanzstarken Zenit St. Petersburg und Talente-Schmiede RSC Anderlecht behielten die Andalusier die Oberhand. Wäre man nicht schon nach vier Spieltagen als Aufsteiger festgestanden, hätte die Endabrechnung womöglich noch souveräner ausgesehen.

Auch in der Meisterschaft schlägt sich die Elf von Manuel Pellegrini weitaus besser, als man nach Abgängen von Rondon, Mathijsen und vor allem Cazorla erwartet hat. Aktuell liegt man in La Liga auf Rang vier, direkt hinter Meister Real Madrid. Die jüngsten Erfolgserlebnisse beweisen, dass das Team gefestigt ist und auch den Abgang eines weiteren Teamspielers - Nacho Monreal - verkraften kann.

Namhafte Spieler, die den Verein verlassen, gehört beim FC Porto zur Philosophie. Dass die "Dragoes" aber selbst für Kaliber wie Falcao adäquaten Ersatz finden, ist mehr als nur bemerkenswert. Der aktuelle Starstürmer heißt Jackson Martinez und ist mit seinen 20 Toren in 19 Spielen ein Grund, warum das Team von Trainer Vitor Pereira in der Primeira Liga noch immer ungeschlagen ist.

In der Champions League verlor man zwar im letzten Gruppenspiel noch die Tabellenführung an PSG, der beindruckenden Performance tat dies aber keinen Abbruch.

Der Verbindungsmann: Lucho Gonzalez

Wir schreiben Sommer 2011: Der FC Malaga beginnt sein Großprojekt unter Scheich Al Thani und verpflichtet mit Ruud van Nistelrooy oder Jeremy Toulalan erste namhafte Spieler. Passend dazu soll auch der argentinische Mittelfeldspieler, zur damaligen Zeit bei Olympique Marseille unter Vertrag, geholt werden. "Wir wissen, dass er gehen und Malaga ihn haben will", hieß es damals von "OM"-Sportdirektor Jose Anigo. Das Angebot aus Andalusien entsprach aber letztlich nicht den französischen Erwartungen. Gonzalez blieb ein weiteres halbes Jahr in der Ligue 1, ehe er im Jänner 2012 zurück zu seinem Herzensverein wechselte. "Lucho kehrt nach Hause zurück", vermeldete Portugals Serienmeister stolz. Als Dank bekam er die Kapitänsbinde verliehen und ist seitdem wieder feste Stütze im Mittelfeld Portos.

PORTO MALAGA
1. Spieltag Dinamo Zagreb 2:0 (a) Zenit St. Petersburg 3:0 (h)
2. Spieltag PSG 1:0 (h) Anderlecht 3:0 (a)
3. Spieltag Dynamo Kiew 3:2 (h) Milan 1:0 (h)
4. Spieltag Dynamo Kiew 0:0 (a) Milan 1:1 (a)
5. Spieltag Dinamo Zagreb 3:0 (h) Zenit St. Petersburg 2:2 (a)
6. Spieltag PSG 1:2 (a) Anderlecht 2:2 (h)
Bester Torschütze Jackson Martinez 3 Eliseu 3

PORTO STEIGT AUF, WEIL... (ein Kommentar von Christian Eberle):

...es alles hat, was ein europäischer Spitzen-Klub braucht: Eine Mannschaft mit zahlreichen Juwelen und gestandenen Starspielern, einen taktisch hervorragend geschulten Trainer, Erfahrung in den Knockoutphasen und nicht zuletzt das Sieger-Gen, das Woche für Woche in der portugiesischen Meisterschaft zur Schau gestellt wird. Wem das als Begründung noch nicht reicht, dem seien noch zwei Worte nachgeworfen: Jackson Martinez!

MALAGA STEIGT AUF, WEIL... (ein Kommentar von Harald Prantl):

...wer auswärts weder von Milan, noch Anderlecht, Zenit St. Petersburg oder Panathinaikos zu schlagen ist, wird doch wohl auch mit dem FC Porto zurecht kommen. Abgesehen davon sind die Spanier offensiv schwer auszurechnen - nicht weniger als sieben verschiedene Spieler haben in der Gruppenphase getroffen. Und Manuel Pellegrini ist im Übrigen einer der unterschätztesten Trainer der Königsklasse.


FC ARSENAL                           VS.                    FC BAYERN

 

Die klare Favoritenrolle wurde den "Gunners" in der Vorrunden-Gruppe B zugesprochen. Letztendlich mussten sie Schalke 04 den Vortritt lassen, qualifizierten sich aber vorzeitig für das Achtelfinale.

In der Premier League lief es zuletzt punkto Ausbeute - zehn Zähler in vier Partien - ganz gut, wirklich überzeugen konnten die Jungs von Arsene Wenger in dieser Saison jedoch nur selten.

21 Punkte Rückstand auf Leader Manchester United, dazu nur der fünfte Tabellenrang - zu wenig für den Traditionsklub.

Im Gegensatz dazu läuft es bei den Münchnern wie am Schnürchen. In der Bundesliga herrscht angesichts des 15-Punkte-Vorsprungs des Rekordmeisters Langeweile, in der Rückrunde hält man bei fünf Siegen aus fünf Spielen und einem beeindruckenden Torverhältnis von 13:0.

Der Weg ins Achtelfinale war indes nicht ganz so einfach wie vermutet. Ein Ausrutscher bei BATE Borisov (1:3) sollte den Bayern allerdings früh im Turnier eine Lehre sein, danach hielt man sich schadlos und fuhr den erwarteten Gruppensieg ein.

Der Verbindungmann: LUKAS PODOLSKI

Drei Jahre hatte es "Prinz Poldi" beim FC Bayern versucht. Über die Rolle des Edelreservisten kam der inzwischen 27-Jährige nie hinaus. Drei weitere Jahre später - Podolski verbrachte sie beim 1. FC Köln - wagte er noch einmal den Sprung zu einem Topklub und wechselte auf die Insel zum FC Arsenal. Dort gelang es dem 107-fachen deutschen Nationalspieler auf Anhieb, sich zu etablieren. In 23 Premier-League-Spielen steuerte die Offensivkraft, die linksaußen, als hängende Spitze und - eher selten - als Stoßspitze eingesetzt werden kann, acht Treffer sowie neun Assists bei. Der gebürtige Pole ist gereift und hat sich in England einen Namen gemacht. Das soll nun auch sein Ex-Verein zu spüren bekommen. Die Bayern seien zwar Favorit, jedoch habe Arsenal "die Qualität, sich gegen sie zu behaupten. Wir wollen nicht nur reagieren."

FC ARSENAL FC BAYERN
1. Spieltag HSC Montpellier 2:1 (a) FC Valencia 2:1 (h)
2. Spieltag Olympiakos Piräus 3:1 (h) BATE Borisov 1:3 (a)
3. Spieltag Schalke 04 0:2 (h) OSC Lille 1:0 (a)
4. Spieltag Schalke 04 2:2 (a) OSC Lille 6:1 (h)
5. Spieltag HSC Montpellier 2:0 (h) FC Valencia 1:1 (a)
6. Spieltag Olympiakos Piräus 2:1 (a) BATE Borisov 4:1 (h)
Bester Torschütze Lukas Podolski 3 Claudio Pizarro, Thomas Müller je 3

ARSENAL STEIGT AUF, WEIL... (ein Kommentar von Alexander Karper):

...so gut wie alles gegen sie spricht, die Mannschaft aber über eindeutig mehr Potenzial verfügt, als sie derzeit imstande ist, abzurufen. Zudem handelt es sich in der Champions League um die letzte verbliebene Chance auf einen Titel - so weit ein solcher auch noch entfernt liegt. Im FA- sowie Liga-Cup mussten die Gunners vorzeitig die Segel streichen, in der Liga ist der Rückstand schon zu groß. Aber: Arsenal war und ist eine Mannschaft für große Spiele. Das haben die Londoner unter anderem schon gegen Bayern bewiesen - wenngleich das schon länger zurückliegt. Im Achtelfinale 2004/05 gelang ein 1:0-Heimsieg, auch wenn der FCB mit einem Gesamtscore von 3:2 aufstieg. Der Grundstein für den Aufstieg muss zu Hause gelegt werden. Dann hat Arsenal auch realistische Chancen.

BAYERN MÜNCHEN STEIGT AUF, WEIL... (ein Kommentar von Christoph Nister):

... das Team titelhungrig ist wie wohl kein zweites in Europa. Das Vize-Triple aus dem Vorjahr hat die Mannschaft angetrieben, sich noch weiter zu verbessern. Und die Bayern haben tatsächlich noch einmal - zumindest - eine Schippe draufgelegt. Die Gefahr, Arsenal aufgrund der Favoritenrolle zu unterschätzen, ist nicht gegeben, weil der Konkurrenzkampf zu groß ist. Trainer Jupp Heynckes duldet keine Überheblichkeit und dementsprechend wird der FCB auch auf dem Platz auftreten. Defensiv geordnet, offensiv kaum ausrechenbar - der FC Bayern nimmt erneut Anlauf auf Europas Thron. Arsenal darf dabei bei aller Wertschätzung nicht zum Stolperstein werden.

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