Historische Bayern, unglückliche Rossoneri

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2013 hat sich Bayern München einen 3:1-Vorsprung gegen Arsenal in London erarbeitet, 2014 ist es ein 2:0. Die Ausgangsposition vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am 11. März in der Allianz Arena ist für den Titelverteidiger also bestens.

Die Weichen Richtung Viertelfinale stellte auch Atletico Madrid mit einem allerdings schmeichelhaften 1:0-Erfolg beim AC Milan.

Die Münchner fixierten in London den siebenten Auswärtssieg in der "Königsklasse" in Folge (mit dem Finalsieg 2013 in London gegen Dortmund, der von der UEFA nicht als Auswärtssieg gewertet wird, sind es gar acht) und stellten damit die Champions-League-Bestmarke von Ajax Amsterdam (1995 bis 1997) ein.

"Ein großes Ergebnis"

2014 haben sie zudem alle sieben bisherigen Pflichtspiele gewonnen. Der Sieg am Mittwoch war der wichtigste. "Das ist ein großes Ergebnis gegen eine sehr starke Mannschaft", war Bayern-Coach Josep Guardiola zufrieden.

Seine Truppe tat sich vor fast 60.000 Zuschauern im Emirates Stadium in der Anfangsphase schwer und hatte auch Glück, dass Mesut Özil mit einem Foulelfmeter an Goalie Manuel Neuer scheiterte (8.).

"Wir waren glücklich, weil der beste Torwart der Welt seine Qualitäten gezeigt hat", lobte Guardiola. Mit Fortdauer der ersten Hälfte übernahmen die Münchner die Kontrolle.

Nach der Roten Karte für Arsenal-Goalie Wojciech Szczesny, der gegen Arjen Robben im Strafraum die Notbremse zog (37.), war es ein Spiel auf schiefer Ebene. Da David Alaba den verhängten Strafstoß aber an die Stange setzte, fielen erst nach Seitenwechsel Tore.

Alaba sagt "Sorry"

"Sorry für den Elfer", schrieb Österreichs Sportler des Jahres auf seiner Facebook-Seite. Aufgrund des respektablen Ergebnisses konnte sich aber auch der Linksverteidiger nach dem Schlusspfiff freuen.

"Das war ein wichtiger Sieg für uns, mit dem wir uns auch einen kleinen Vorsprung fürs Rückspiel erarbeitet haben."

Einer der Matchwinner war Toni Kroos, der seine Truppe mit einem platzierten Schuss in Führung brachte (54.). In der Nachspielzeit hatte er auch noch bei einem Stangenschuss Pech. Den zweiten Treffer hatte Thomas Müller kurz zuvor per Kopf erzielt (88.).

"Das einzig Negative waren die ersten 15 Minuten, ohne Ballbesitz kann man nicht gut spielen. In Unterzahl war es dann nicht leicht für Arsenal, wir hatten viel Geduld, der Rest war ganz gut", resümierte Guardiola.

"Schritt in die richtige Richtung"

Es gebe nun eine sehr gute Möglichkeit ins Viertelfinale einzuziehen. "Mit Hilfe unserer Fans werden wir das auch schaffen", ist sich Bayerns Coach sicher. Zu früh freuen sollte sich Deutschlands Rekordmeister, der es als erstes Team schaffen möchte, den Titel erfolgreich zu verteidigen, mit Blick auf die vergangene Saison aber nicht.

Damals hatte Arsenal das Duell mit einem 2:0 in München fast noch gedreht. "Wir sind gewarnt, können uns noch auf was gefasst machen", weiß Kapitän Philipp Lahm. Und Kroos ergänzte: "Es war ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange nicht das Weiterkommen."

Für die Londoner schaut es hingegen schlecht aus, die englischen Medien schossen sich auf Özil ein. "42,5 Millionen Pfund für einen Deutschen, der keinen Elfmeter schießen kann", spottete die "Daily Mail".

"Aua, Milan!" titelt Italiens größte Sportzeitung nach der unglücklichen Niederlage

Die Hoffnung lebt

Die "Gunners" wollen sich aber mit dem vierten Achtelfinal-Aus in Folge noch nicht abfinden. "Alles in allem bin ich einfach nur frustriert. Aber es ist noch nicht vorbei, wir werden bis zum Schluss hart kämpfen und haben immer noch Hoffnung", sagte Arsene Wenger.

Der Arsenal-Trainer ärgerte sich über Schiedsrichter Nicola Rizzoli. "Mit dem Platzverweis hat der Schiedsrichter das Spiel gekillt", klagte der Franzose.

Die Bayern hätten aus jedem kleinen Kontakt viel gemacht. "Wir sind das in England nicht gewöhnt. Ich glaube, dass heutzutage viele Fouls gepfiffen werden, die in der Premier League normalerweise nicht gegeben werden", sagte Wenger.

Kaka nach Niederlage "enttäuscht, aber zuversichtlich"

Ein Erfolgserlebnis blieb auch Milan verwehrt. Trotz einer starken Leistung und besseren Torchancen setzte es zu Hause gegen Atletico ein 0:1. "Ich bin sehr stolz auf meine Spieler, für das was sie gezeigt haben", sagte Milan-Trainer Clarence Seedorf.

Einzig die Chancenauswertung habe nicht gepasst. Deshalb ist der Optimismus vor dem Rückspiel nicht verflogen. "Wir sind enttäuscht, aber zuversichtlich, dass wir das Ergebnis noch drehen können", meinte Milans Kaka.

Sorgen macht den Mailändern Mario Balotelli, der mit einer Schulterverletzung ausgetauscht wurde. Eine Untersuchung am Donnerstag sollte Klarheit bringen.

Die italienischen Medien haben jedenfalls kaum noch Hoffnung. "Aua, Milan! Unverdiente Niederlage gegen Atletico. In Madrid braucht es ein Wunder", titelte die "Gazzetta dello Sport". Ein CL-Viertelfinale ohne Club aus der Serie A gab es in den vergangenen zehn Jahren nur einmal (2008/09). Atletico will unbedingt dafür sorgen.

"Wir hatten keine großen Möglichkeiten, aber was im Fußball zählt, sind die Tore", analysierte Atletico-Trainer Diego Simeone, für dessen Truppe Diego Costa (83.) traf.

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