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FC Bayern stößt Tür weit auf

Der AC Milan hat dem FC Barcelona im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League ein torloses Remis abgetrotzt.

Der nun in der "Königsklasse" seit 15 Partien ungeschlagene Titelverteidiger war im Duell mit Italiens Meister zwar spielerisch überlegen, konnte dies aber nicht in die nötigen Tore ummünzen.

Somit ist im Rückspiel am 3. April im Camp Nou noch alles offen.

Bereits mit dem Aufstieg planen darf hingegen Bayern München. Mit David Alaba links in der Abwehr feierten die Münchner auswärts gegen Olympique Marseille dank Toren von Mario Gomez (44.) und Arjen Robben (69.) einen 2:0-Erfolg.

Gomez rückte mit seinem elften Saisontor damit bis auf einen Treffer an Barcas Lionel Messi heran, der es wiederum verabsäumte vorzeitig einen neuen Saisonrekord in der Champions League aufzustellen. Zwölf Tore sind auch Ruud van Nistelrooy 2003 im Manchester-United-Dress gelungen.

Barca mit mehr Ballbesitz

Die Katalanen agierten im mit 76.169 Zuschauer ausverkauften Giuseppe-Meazza-Stadion wie eine Heimmannschaft, hatten deutlich mehr Ballbesitz und schnürten die teilweise mit neun Mann verteidigenden Mailänder in der eigenen Hälfte ein. Der Abwehrriegel der Italiener stand aber nicht schlecht, wirklich gefährlich wurden die teilweise toll kombinierenden Gäste ziemlich selten.

Milan-Goalie Abbiati ließ einen Messi-Schuss aus, den Abstauber setzte Alves knapp neben das Tor (10.). Etwas mehr als eine Viertelstunde später hielt Abbiati einen Xavi-Schuss nach schönem Doppelpass mit Messi (26.). Zudem verfehlten Iniesta (39./daneben) und Xavi (43./drüber) das Milan-Tor.

Die Hausherren machten in einer temporeichen Partie wenig für die Offensive, hatten aber trotzdem die größeren Chancen und hätten zweimal in Führung gehen müssen. Nachdem ein Boateng-Schuss von Piques Rücken abgeblockt worden war, setzte Robinho einen Volley etwas leichtfertig deutlich über das Tor (3.).

Wenige Großchancen

In der 20. Minute ließ Ibrahimovic seine Goalgetter-Qualitäten vermissen, ein Abschluss des Schweden fiel zu schwach und genau auf Barca-Tormann Valdes aus.

Nach dem Seitenwechsel war die Dominanz der Katalanen nicht mehr so augenscheinlich, die Mailänder trauten sich etwas mehr zu und versuchten selbst die Entscheidung herbeizuführen.

Nennenswerte Tormöglichkeiten waren aber trotz des ansehnlichen Spiels auf beiden Seiten Mangelware. Somit gab es wie schon in der Gruppenphase in Barcelona (2:2) im direkten Duell ein Remis.

Wieder einmal Gomez

In Marseille taten sich die Bayern vor der Pause mit dem körperbetonten Spiel der Hausherren schwer. Der nur Tabellenneunte der League 1 hielt die Begegnung offen und war vorerst gefährlicher. Bayern-Goalie Neuer wehrte einen Fanni-Kopfball ab, der Nachschuss von Remy landete im Außennetz (7.). Neuer war zudem bei einem weiteren Remy-Versuch auf dem Posten (42.).

Die Bayern hatten mehr Ballbesitz, kamen aber kaum zu nennenswerten Tormöglichkeiten. Deshalb war es auch wenig überraschend, dass der Führungstreffer ausgerechnet nach einem Konter zustande kam.

Robben spielte Gomez ideal in den Lauf und der Bayern-Toptorschütze vollendete durch die Hände des schwachen Marseille-Goalies Andrade zum 1:0 (44.).

Alaba spielt durch

Nach der Pause waren die Bayern souveräner und verbesserten die ohnehin gute Ausgangsposition noch einmal. Andrade konnte einen Gomez-Doppelpack mit einer Fußabwehr zwar noch verhindern (59.), musste sich aber Robben, der nach einem Doppelpass mit Müller einschoss, geschlagen geben (69.).

Danach kam auch noch Schweinsteiger zu einem Kurz-Comeback. Für die Franzosen ging damit ihre Negativserie weiter, sie haben nun schon acht der jüngsten neun Bewerbspiele verloren.

David Alaba hat seinen Platz in der Mannschaft von Chefcoach Jupp Heynckes derzeit sicher. Österreichs 19-jähriger Fußballer des Jahres spielte im elften Pflichtspiel in Folge von Beginn an und stand auch über die gesamte Spielzeit links in der Viererkette auf dem Feld.

Der Wiener schaltete sich auch einige Male in die Offensive ein. Nach schöner Alaba-Vorarbeit verzettelte sich Robben (12.), zwei Minuten später ging ein Linksschuss des Wieners aus 20 Metern drüber.

Kein einziges Heimtor

Bereits am Dienstag hatte Real Madrid den Grundstein für den Aufstieg ins Halbfinale mit einem 3:0-Sieg beim zypriotischen Überraschungsteam APOEL Nikosia gelegt und Chelsea auswärts gegen Benfica Lissabon knapp mit 1:0 gewonnen.

Damit ist keinem Heimteam in den Hinspielen ein Tor gelungen, Milan hat als einzige Mannschaft vor eigenem Publikum zumindest ein Remis geholt.

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