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"Wir haben alles für die Champions League getan"

Die Wichtigkeit eines Fußballspiels ist auch daran zu erkennen, wer bei der Abschluss-Pressekonferenz auf dem Podium sitzt.

Im Normalfall sind dies Trainer und ein Spieler, im Fall von Red Bull Salzburg waren dies am Dienstag Trainer und Sportdirektor.

Ralf Rangnick nahm vor dem Rückspiel der dritten Qualifikations-Runde gegen FK Qarabag Agdam (Mittwoch, 20:30 Uhr) Stellung.

"Es ist das wichtigste Spiel der bisherigen Saison", verweist der Deutsche wenig überraschend auf den hohen Stellenwert dieser Partie.

Worte müssen Taten folgen

Nach dem 1:2 im Hinspiel sind der 56-Jährige und seine "Bullen" unter Druck. Schließlich wurde vor nicht allzu langer Zeit nicht nur das Ziel Champions League ausgegeben.

"Wir wollen dort auch eine Rolle spielen", ließ Rangnick vor mehr als zwei Monaten wissen. Jetzt weiß er genauso, dass Taten folgen müssen.

Der Traum Champions League soll nicht schon nach der dritten Quali-Runde begraben werden.

Das wäre schlicht katastrophal.

"Wir haben alles dafür getan, hinsichtlich Kaderzusammenstellung und Vorbereitung, um es dieses Jahr zu schaffen. Ich bin davon überzeugt, dass wir es schaffen, aber wir müssen es auch auf den Platz bringen. Das wissen wir, die Spieler und einfach jeder", so Rangnick.

Rangnick hatte zuvor seinem Landsmann verdeutlicht, dass ob der Wichtigkeit des Qarabag-Spiels allgemeine Fragen zur Red-Bull-Philosophie vertagt werden müssten.

Der Journalist hakte mit einem "Fragenkatalog, der bei einer Pressekonferenz ungewöhnlich ist" (Rangnick) dennoch nach.

Kurz vor Ende wurde der angereiste Reporter zumindest dahingehend bedient, als dass Rangnick zum Thema "Leihe" und Kritik anderer Vereinsfunktionäre noch Stellung nahm.

Rangnick verteidigt Leih-Praxis

"Es sollen sich einmal alle Verantwortlichen anschauen, wieviele Spieler international verliehen sind. In England wissen sie zum Teil gar nicht mehr, wie viele es sind, müssen dafür Leute anstellen", wehrt sich Rangnick und verweist auf Manchester City, Manchester United und Chelsea.

"Spieler zu verleihen ist nicht ungewöhnlich, vielleicht nur, wenn es von einem deutschen Zweitligisten zu einem österreichischen Erstligisten passiert. Aber wir wollen natürlich die Synergien so gut wie möglich nützen. Wir wären ja dumm, wenn wir sie nicht nützen würden."

Hinsichtlich Financial Fair Play meinte Rangnick: "Bevor jemand anfangen muss, sich mit uns zu beschäftigen, hat die FIFA oder die UEFA in vielen anderen Standorten jede Menge zu tun."

 

Bernhard Kastler

Rangnick baut für den Aufstieg auch auf den Faktor Fans. 14.000 Karten sind weg, der Deutsche würde sich noch einige mehr wünschen.

"Es wäre schön, wenn 20.000 und noch mehr kommen. Dann liegt es an der Mannschaft, dass der Funke hin und her vom Platz auf die Tribünen und zurück springt. Das kann in so einem Spiel nie schaden."

Rangnick hofft auf eine Leistung seiner Truppe wie in der zweiten Hälfte in Baku. "Wenn man nur eine Hälfte so spielt, darf man sich nicht beklagen, zu verlieren, auch wenn man am Ende ein unnötiges Tor bekommt."

Konsequenzen bei Aus? "Sorry, schlechte Frage"

Mit einem Scheitern rechnet der Sportchef natürlich nicht, über mögliche Konsequenzen denkt der Baden-Württemberger schon gar nicht nach.

"Das ist 30 Stunden vor dem Spiel keine gute Frage, sorry", hält Rangnick gegenüber einem ARD-Journalisten fest.

"Sie können mich das fragen, wenn wir nach hoffentlich einigen Monaten aus der Champions League ausgeschieden sind. Die Fragen werden mit jeder schlechter, das muss ich ihnen leider sagen."

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