Spieler und Trainer sind gegen Qarabag gefordert

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Ausscheiden ist keine Option.

Schon gar nicht für Red Bull Salzburg in der dritten Qualifikations-Runde zur Champions League. Nach dem 1:2 im Hinspiel steht der Meister im Rückspiel gegen FK Qarabag (Mittwoch, 20:30 Uhr) jedoch unter Siegzwang.

Und damit auch Adi Hütter, der vor seiner bislang größten Nagelprobe in seiner Trainer-Karriere steht. Ein Ausscheiden wäre schlicht eine Katastrophe.

„Wir haben alles dafür getan, hinsichtlich Kaderzusammenstellung und Vorbereitung, um es dieses Jahr zu schaffen. Ich bin davon überzeugt, dass wir es schaffen, aber wir müssen es auch auf den Platz bringen. Das wissen wir, die Spieler und einfach jeder“, hielt am Dienstag Ralf Rangnick fest.

Rangnick gibt Hinweise

Der Sportchef saß bei der Abschluss-Konferenz, bei der im Normalfall ein Spieler neben dem Trainer spricht. Rangnick greift Hütter nicht nur hier unter die Arme, sondern auch während der Partie.

„Wenn ich oben auf der Tribüne etwas sehe, dann gebe ich als Sportchef natürlich den Hinweis. Das ist ja ganz klar“, merkte zuletzt der Deutsche hinsichtlich des Hinspiels an. Der frühere Trainer gab diese Hinweise schon Roger Schmidt oder Peter Zeidler, speziell natürlich dann, wenn es nicht lief.

„Er ist schon dabei, sitzt auch in der Kabine, sagt aber nichts. Das macht schon der Trainer. Er beobachtet das Ganze“, erklärt Christoph Leitgeb bei LAOLA1 die Rangnick-Rolle in der Kabine.

Der Ersatz-Kapitän von Jonatan Soriano, der im Gegensatz zum Spanier „nur“ die zweite Hälfte in Ried geschont wurde, fühlt sich bei Hütter gut aufgehoben. „Er ist ein guter Trainer. Er brauchte nicht viel verändern, nur ein paar Kleinigkeiten. Er ist ein super Kerl und jeder kommt mit ihm gut aus.“

Worten müssen Taten folgen

Am Mittwoch muss sich dieses Verhältnis auch am Platz widerspiegeln. Sowohl Spieler als auch Trainer sind gefordert, ihren Worten, die sie vor dieser Champions-League-Quali getätigt haben, auch Taten folgen zu lassen.

"Wir haben 90 Minuten Zeit, das Resultat zu korrigieren. Wenn wir alle Tugenden auf den Platz bringen, glaube ich, dass wir die bessere Mannschaft sind“, sagte Hütter am Dienstag vor der Partie.

Red Bull Salzburg - FK Qarabag, RB-Arena, 20:30 Uhr, SR Madden (SCO), Hinspiel 1:2

Dass auch Qarabag Qualität hat, bewiesen die Aserbaidschaner bereits im Hinspiel. „Wenn wir aber in die Champions League wollen, dann müssen wir sie schlagen“, ist sich nicht nur Leitgeb dessen bewusst.

Hütter erwartet einen defensiven Gegner. „Aufgrund des Ergebnisses kann man davon ausgehen, dass Qarabag versuchen wird, das Ergebnis zu verteidigen und über Konter und Standards gefährlich zu sein. Wir werden versuchen, das Spiel von Beginn an in die Hand zu nehmen und müssen schauen, vorne in diese Betonabwehr reinzukommen. Wir haben auch die Spieler dazu.“

Ilsanker wurde vermisst

Defensiv gilt es die schnellen Gegenstöße der Gäste unter Kontrolle zu bekommen, der Ausschluss des gefährlichen Siegtorschützen Reynaldo im Hinspiel war für Hütter bereits nach Spielende „kein Nachteil“.

Der Vorarlberger („Sie haben uns im Hinspiel beschäftigt“) erwartet nun Vugar Nadirov als Solospitze. „Er spielte auch eine Hälfte, als ich zur Beobachtung in Baku war, und hat ein gutes Bild abgegeben.“

Neben Leitgeb wird mit Stefan Ilsanker die personifizierte Salzburger Absicherung der vergangenen Saison nach Zehenverletzung wieder im zentralen Mittelfeld auflaufen können.

„Stefan hat speziell auch im letzten Jahr gezeigt, welch wichtiger Faktor er für diese Mannschaft ist. Er ist ein bisschen ein anderer Spieler mit seiner Art und Weise, wie er Fußball spielt.“

Hütter spricht die Mentalität an, die die Salzburger in der ersten Hälfte in Baku vermissen haben lassen, nach der Pause aber präsentierten. „Stefan wird diese Mentalität noch heben.“

Eine weitere Auszeichnung für Ilsanker: Der früher belächelte Stammspieler wurde im Hinspiel sichtbar und hörbar vermisst.

Auch die Spieler sind gefordert

Aufgrund der Wichtigkeit des Spiels wird es an der Mentalität nicht scheitern und sollte es auch dieses Mal nicht an der Chancenverwertung.

In Baku wurden wie vor einem Jahr gegen Fenerbahce fahrlässig Möglichkeiten ausgelassen, da kann auch der beste Trainer der Welt nichts ausrichten.

„Wir müssen konsequenter und konzentrierter unsere Chance nützen“, fordert deswegen Hütter. Defensiv wiederum müssen die Spieler billige Gegentore wie in Baku dringend verhindern sowie sich in jeder Situation konzentriert zeigen.

„Die Mannschaft wird auf dieses Spiel brennen, trotzdem müssen wir kühlen Kopf bewahren. Physisch und spielerisch sind wir vielleicht die stärkere Mannschaft. Aber reden ist die eine Sache. Wir müssen es auch auf den Platz bringen“, weiß Hütter.

„Wir müssen 90 Minuten professionell sein“

Sollte es zu einem – nicht unwahrscheinlichen – Geduldsspiel werden, ist zum einen die Ruhe der Spieler als auch das Trainer-Team gefragt.

„Wir wollen unseren Matchplan umsetzen und gegen einen kompakten, defensiven Gegner Lösungen finden“, sagt Hütter. Was ist, wenn das über längere Zeit nicht klappt?

„Alles ist möglich. Wir haben auch nicht damit gerechnet, nach zwei Minuten in Rückstand zu geraten, wir müssen 90 Minuten in jeder Situation professionell sein. Und wenn es so sein soll, dann bin ich auch guter Dinge, dass wir über 90 Minuten ein physisch hohes Tempo gehen können.“

Die "Bullen" sind gefordert, aber sie sind auch das bessere Team mit den besseren Individualisten. Sie müssen es "nur" zeigen.

 

Bernhard Kastler

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