"Die Konkurrenz ist nicht leichter geworden"

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„Ich denke, das war eine ganz normale Aktion, die es im Fußball in jeder Minute gibt.“

Man kann es mit der Bescheidenheit auch übertreiben, wie im konkreten Fall Haris Bukva.

Denn auf den ganz normalen Wahnsinn, sprich Sturms 1:0-Siegtreffer gegen Rapid, mussten die Stadion-Besucher ganze 92 Minuten lang warten.

Wenn man vor dem Ankick auf einen Matchwinner wetten hätte können, wäre die Quote für den 23-Jährigen, der am Dienstag mit den Grazern im Champions-League-Playoff bei BATE Borisow antritt, wohl eine hohe gewesen.

„Das Vertrauen des Trainers zurückgezahlt“

Ein unwahrscheinlicher Held quasi, der beim Torjubel in Herzform seine wiederentdeckte Sympathie für den Arbeitgeber bekundete. Dabei ist die Beziehung zwischen Bukva und Sturm keine Liebe auf den ersten Blick, auch keine auf den zweiten.

2009/10, in seiner ersten Spielzeit im Sturm-Dress, verdiente er sich meist als Joker erste Sporen, durfte jedoch nur selten von Beginn an ran. Sein Start ins Meisterjahr fiel als Jantscher-Nachfolger auf der linken Seite mit sieben Scorer-Punkten (drei Tore, vier Assists) in den ersten sieben Liga-Spielen fulminant aus, ehe ihn eine Verletzung bremste. In der Winterpause flüchtete er aus Sorge um genügend Einsatzzeit nach Linz. Fazit: Abstieg mit dem LASK statt Titelehren mit Sturm.

„Es war ja nicht die erste Verletzung meiner Karriere. Aber wenn einen der Trainer gleich im ersten Spiel bringt, ist es doppelt bitter.“

Als doppelt bitter würden viele auch den Umstand bezeichnen, mit dem LASK abzusteigen anstatt mit Sturm Meister zu werden. Bukva indes steht zu seiner Entscheidung und gewinnt ihr auch Positives ab:

„Ich habe unbedingt einen Spielrhythmus gebraucht. Die Konkurrenz bei Sturm ist immer sehr groß, also habe ich in Linz versucht, in einem Rhythmus zu kommen und von Beginn an zu spielen. Der Abstieg ist natürlich sehr bitter, aber ich habe auch in Linz meine Erfahrungen gesammelt.“

„Als wäre ich beim Meistertitel dabei gewesen“

Die nötige Spielpraxis konnte er in der Stahlstadt in der Tat sammeln. In jeder der ersten 15 Frühjahrs-Partien stand er in der Startformation. Und während die Linzer Talfahrt ihren Lauf nahm, drückte er aus der Ferne seinen (Ex-)Kollegen in Graz die Daumen:

„Als Sturm Meister geworden ist, war es für mich, als wäre ich dabei gewesen. Ich habe mich für alle gefreut – für jeden einzelnen Fan, Spieler und Trainer. Ich bereue gar nichts, bin aber trotzdem glücklich, wieder hier zu sein.“

Der Blick richtet sich im schnelllebigen Fußball-Geschäft ohnehin nach vorne: „Die Konkurrenz ist nicht leichter geworden. Aber wenn man bei Sturm ist, muss man damit rechnen – das habe ich gelernt. Jetzt heißt es einfach nur kämpfen, kämpfen, kämpfen.“

Vielleicht basiert die Beziehung zwischen Sturm und Bukva eines Tages auf Liebe auf den dritten Blick…

Peter Altmann

Das überschaubar gute Verhältnis zu Trainer Franco Foda soll den Abgang beschleunigt haben. Umso überraschender stellte der Deutsche die Offensivkraft gleich im ersten Pflichtspiel der aktuellen Saison, in der CL-Quali gegen Videoton, in die Startelf – noch vor der Pause warf ein Muskelfaserriss den gebürtigen Oberösterreicher erneut aus der Bahn.

Umso größer die jüngste Genugtuung: „Das Tor gegen Rapid war einmal ein sehr guter Anfang. Ich habe in der Vorbereitung wirklich hart an mir gearbeitet, ehe mich die Verletzung ein bisschen zurückgeworfen hat. Aber auch in den letzten drei, vier Wochen habe ich sehr viel getan, damit ich zurückkomme. Der Trainer hat mir nach einer Woche im Training das Vertrauen geschenkt, und ich denke, das habe ich auch zurückgezahlt“, erklärt Bukva im Gespräch mit LAOLA1.

„Habe auch in Linz meine Erfahrungen gesammelt“

Da das Angestelltenverhältnis bei Sturm den früheren U21-Teamspieler schon auf einige Geduldsproben stellte, steckte er auch den erneuten Tiefschlag der Verletzung in Klagenfurt weg:

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