Dragovic und sein "Spiel des Lebens"

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Aleksandar Dragovic nimmt am Dienstag Anlauf auf den größten Erfolg seiner noch jungen Laufbahn.

Der Teamspieler verteidigt mit dem FC Basel im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei David Alabas FC Bayern einen 1:0-Vorsprung.

"Für mich ist es das Spiel des Lebens in meiner bisherigen Karriere", erklärte der Wiener.

"Bayern leicht auszurechnen"

Trotz der großen Bedeutung der Partie gab sich Dragovic vor dem Duell mit den Offensivstars der Münchner alles andere als ängstlich.

"Die Bayern spielen von allen Top-Teams in der Champions League am statischsten. Auch wenn sie alle große Klasse haben, sind sie relativ leicht auszurechnen." Den größten Respekt hat der Innenverteidiger vor Franck Ribery. "Das Wichtigste ist, dass wir ihn ausschalten."

Die beeindruckende Generalprobe der Bayern beim 7:1 über 1899 Hoffenheim lässt den 21-Jährigen kalt. "Vielleicht haben sie jetzt ihr Pulver verschossen, sieben Tore macht man nicht alle Tage", betonte Dragovic, der die Deutschen von Beginn an mit intensivem Pressing erwartet.

"Frei von der Leber weg"

"Aber sie können kommen, wie sie wollen, wir werden dagegenhalten. Denn wir haben auch großes Selbstvertrauen, haben keinen Druck und können frei von der Leber weg spielen."

Die bisher letzte Niederlage kassierte der FC Basel am 18. Oktober des Vorjahres beim 0:2 vor eigenem Publikum gegen Benfica Lissabon, seither ist der Schweizer Meister und Tabellenführer seit 18 Partien ungeschlagen.

Sollte diese Serie in der Allianz-Arena ihre Fortsetzung finden, würde wohl nicht nur ganz Basel zur Partyzone werden. "Dann wäre Ausnahmezustand in der Schweiz", vermutete Dragovic.

"Eine schöne Ehrung"

Der Ex-Austrianer hatte im Hinspiel eine äußerst starke Leistung abgeliefert und wurde wohl auch deshalb von den Lesern des Schweizer Boulevardblatts "Blick" zum Schweizer Fußballer des Monates Februar gekürt.

"Das ist eine schöne Ehrung, aber ich nehme sie nicht so wichtig und konzentriere mich voll auf das Sportliche."

In der ersten Partie hatte Dragovic bei einem Zweikampf mit Alaba den Schuh seines Freundes im Gesicht zu spüren bekommen, im Retourmatch sind direkte Duelle zwischen den beiden ÖFB-Teamspielern beinahe ausgeschlossen.

Alaba wohl Linksverteidiger

Alaba lieferte gegen Hoffenheim auf der von ihm eher ungeliebten Position als linker Außenverteidiger einen derart starken Auftritt ab, dass er diesen Job wohl auch gegen Basel übernehmen wird - unabhängig davon, ob Bastian Schweinsteiger von Beginn an zum Einsatz kommt oder vorerst auf der Bank Platz nimmt.

"Ich spiele dort, wo mich der Trainer aufstellt", lautet das Motto von Alaba. "Denn ich bin dankbar, dass ich überhaupt beim FC Bayern spielen darf." Der Wiener hofft nun, dass er gemeinsam mit seinen Kollegen den Schwung vom Hoffenheim-Match mitnehmen kann.

"Schwer zu sagen, ob uns das gelingt. Aber wir werden uns auf jeden Fall gut vorbereiten und wollen unbedingt weiterkommen."

Keine Gedanken an mögliches Aus

Sollten die Bayern an Basel scheitern und damit vorzeitig die Chance auf ein Champions-League-Finale im eigenen Stadion verspielen, wäre nicht nur der größte Schweizer Erfolg im Club-Fußball, sondern auch ein gewaltiges Säbelrasseln bei den Münchnern perfekt.

"Da wären nicht nur die Clubchefs, sondern auch wir Spieler und die Fans sehr traurig. Aber daran will ich gar keinen Gedanken verschwenden", meinte Alaba.

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