Alaba: Noch 90 Minuten fehlen zur CL-Krönung

Aufmacherbild

Auf David Alaba wartet am Samstag im Londoner Wembley-Stadion ein Eintrag in die Geschichtsbücher.

Der Wiener trifft mit dem FC Bayern München im Champions-League-Finale auf Borussia Dortmund und avanciert dabei zum ersten Österreicher, der in einem Endspiel der Königsklasse im Einsatz ist.

Im Vorgänger-Bewerb, dem Europacup der Meister, liefen Franz Hasil (1970 mit Feyenoord/2:1 n:v. gegen Celtic) und Edi Krieger (1978 mit Brügge/0:1 gegen Liverpool) im Endspiel ein.

Klappt's mit Alaba?

Dabei sein ist für Alaba aber nicht alles - der 20-Jährige möchte mit den Münchnern unbedingt die begehrte Trophäe holen.

"Dafür werden wir alles tun, und wir werden gut vorbereitet sein", kündigte der ÖFB-Teamspieler an.

Bei der Finalniederlage im Vorjahr gegen Chelsea hatte er noch wegen einer Gelb-Sperre gefehlt.

Bei der Endspiel-Schlappe vor drei Jahren gegen Inter Mailand war der damals 17-Jährige nicht in den Kader berufen worden.

Kleinigkeiten entscheiden

Diesmal jedoch ist Österreichs Fußballer des Jahres als Linksverteidiger gesetzt. Als Gegenspieler wartet voraussichtlich Jakub Blaszczykowski.

"Wir kennen seinen Spielstil, so wie den von allen Dortmundern. Aber wir beschäftigen uns nicht zu sehr mit dem Gegner", sagte Alaba.

In der Meisterschaft verwiesen die Bayern den BVB um 25 Punkte auf Platz zwei, auch im Cup wurde der große Rivale in dieser Saison ausgeschaltet.

Dennoch sieht Alaba die Dortmunder nicht als Außenseiter. "Wir werden zwar als Favorit gehandelt, aber ich sehe das anders. In einem Champions-League-Finale treffen sich immer zwei Teams auf Augenhöhe. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen."

"Kann man sich nicht vorstellen"

Sollten die Bayern erstmals seit 2001 in der Königsklasse triumphieren, wäre dies für Alaba die Krönung seiner noch jungen Karriere.

"Da würde ein Traum in Erfüllung gehen, so etwas kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen."

Dass er als erster Österreicher ein Champions-League-Finale siegreich beenden kann, ist für den Wiener "eher zweitrangig. Ich versuche mich aufs Wesentliche zu konzentrieren, deswegen spielen solche Faktoren keine große Rolle."

Durch Niederlagen stark geworden

Sein kometenhafter Aufstieg ist sogar für Alaba selbst nur schwer nachvollziehbar.

"Manchmal denke ich mir: 'Das kann doch eigentlich alles gar nicht wahr sein.' Aber man arbeitet hart dafür und ist einfach nur dankbar."

Alaba hat seit rund eineinhalb Jahren einen Fixplatz in dem Starensemble, das nach den Tiefschlägen des vergangenen Jahres nach Erfolgen lechzt und sich möglicherweise genau aus diesem Grund zuletzt in außergewöhnlicher Form präsentierte.

"Wir haben schon letzte Saison gute Leistungen geboten, sind dann aber mit leeren Händen da gestanden. Doch wir haben uns weiterentwickelt und einen unglaublichen Teamspirit entwickelt. Das ist auf so einem Niveau ein wichtiger Faktor", sagte der 24-fache Internationale.

Der Heynckes-Faktor

Ein weiterer wichtiger Faktor ist laut Alaba Coach Jupp Heynckes. "Er macht seine Sache wirklich gut, und dafür sind wir ihm dankbar. Er hat viel Erfahrung, viel erlebt, selbst die Champions League gewonnen.

Man können jeden Tag erkennen, wie gut er mit Stars, aber auch mit jungen Spielern umgehen kann, so der Wiener. "Der Trainer versucht jeden Spieler jeden Tag ein Stück weiterzubringen."

"Für uns ist er eine Vaterfigur, mit ihm kann man über alles reden", sagte Alaba über den 68-Jährigen, der ab kommender Saison von Josep Guardiola abgelöst wird.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen