"Es war unser Glaube an die große Sensation"

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Wahnsinn! Unglaublich! Fantastisch!

Rapid hat es geschafft - die Wiener qualifizieren sich für das Playoff der Champions League!

Nach dem 2:2 im Hinspiel gegen Ajax Amsterdam feierten die Hütteldorfer einen dramatischen 3:2-Auswärtssieg in der mit 51.258 Zuschauern ausverkauften Amsterdam Arena und stehen damit einmal fix in der Europa-League-Gruppenphase – möglicherweise wird es sogar die Königsklasse.

Die Auslosung für die letzte Stufe in der Quali-Phase erfolgt am Freitag. Die möglichen Gegner:

Manchester United, Bayer Leverkusen, FC Valencia, Sporting Lissabon und ein Vertreter aus dem Trio Shaktar Donezk, CSKA Moskau und Lazio Rom.

Doch das ist Zukunftsmusik und interessierte an diesem denkwürdigen Abend (noch) niemanden im grün-weißen Lager. Viel mehr überwog die unendliche Freude über den Aufstieg.

„Mannschaft mit Herz ist weitergekommen“

„Für alle, die heute dabei waren, war es ein unglaublicher Tag. Wir stehen im CL-Playoff, sind fix in einer Gruppenphase. Das ist wunderbar. Ich bin stolz auf alle, die nach Amsterdam gekommen sind und uns unterstützen. Diese Leute sind auch in schweren Zeiten hinter uns gestanden. Jetzt sind wieder schöne Zeiten“, strahlte Abwehrchef Mario Sonnleitner, der seinen Mitspielern ein Kompliment aussprach.

„Wir wussten, dass es ein hartes Stück Arbeit werden wird, weil uns die Spielstärke von Ajax bekannt war. Wir haben aber viel Leidenschaft dahinter gesetzt und alles für diesen Aufstieg gegeben. Die Mannschaft mit Herz ist weitergekommen.“

Trainer Zoran Barisic nannte ebenfalls den positiven Spirit als Schlüssel zum Erfolg.

„Es war unser Glaube an die große Sensation. Wir haben gewusst, dass wir es schaffen können, wenn alles passt. Das war heute der Fall und deswegen sind wir überglücklich. Es ist ein großartiger Tag für den ganzen Verein. Herzliche Gratulation an die Mannschaft.“

Glaube an die eigene Stärke

Für den 47-Jährigen ist der Glaube an die eigene Stärke sowieso das Um und Auf, um Erfolge feiern zu können.

„Meine Spieler sind ja gut, aber sie wissen nicht, wie gut sie sind. Das muss man ihnen auch eintrichtern. Sie arbeiten jetzt schon über einen sehr langen Zeitraum tagtäglich sehr gut. Heute ist ein großer Tag für das Team. Die Mannschaft hat sich belohnt, auch für den Weg bis dahin. Es ist schön, da dabei sein zu dürfen.“

Die Partie in der niederländischen Hauptstadt war jedenfalls an Dramatik kaum zu überbieten und hatte mit Louis Schaub einen Hauptdarsteller, der zum grün-weißen Matchwinner avancierte.

„Dauert noch, um das zu realisieren“

Der 20-Jährige erhöhte nach der frühen Führung von Robert Beric (12.) in Minute 39 auf 2:0 und fixierte mit einem herrlichen Treffer den 3:2-Endstand (77.).

„Ich glaube, es wird noch ein, zwei Nächte dauern, das zu realisieren. Wir haben Unglaubliches erreicht, viele haben uns das nicht zugetraut. Aber die Fans und wir selber haben an uns geglaubt. Auch schon, als wir erfahren haben, dass wir gegen Ajax spielen, haben wir gewusst, wir können das schaffen“, wirkte der „Man of the Match“ noch wie in Trance.


„Noch Luft nach oben“

Trotz der bärenstarken Vorstellung seines Teams sieht Barisic nach wie vor Verbesserungspotenzial. „Es gibt noch viel Luft nach oben. Wir sind zum Beispiel phasenweise zu tief gestanden. Das ist auch grundsätzlich kein Problem, aber dann brauchen wir mehr Entlastung. Und am Schluss hatten wir so viele Kontermöglichkeiten, die wir nicht zu Ende gespielt haben. Da müssen wir einfacher, fokussierter bleiben. Aber es ist ja auch gut, wenn Luft nach oben besteht. Da kann man hin arbeiten.“

Wobei in puncto Effizienz der Auftritt von Amsterdam kaum zu toppen scheint. Drei Mal schoss der Vizemeister auf das gegnerische Tor – drei Mal zappelte der Ball im Netz.

Und damit wiederholte sich das rot-weiß-rote Trauma für Ajax. Wie vor eineinhalb Jahren gegen RB Salzburg schied der niederländische Rekordmeister gegen einen ÖFB-Vertreter aus.

De Boer spricht von Desaster

„Das ganze Spiel war für uns ein Desaster, wir haben nicht damit gerechnet. Vor allem nach dem 0:1 haben wir gewusst, dass es ein schweres Spiel werden wird. Wir haben unser Spiel dann geändert und auch verdient auf 2:2 gestellt. Dann hätten wir nach hinten spielen müssen, das haben wir aber nicht gemacht und das dritte Tor kassiert. Wir hatten keine Erfahrung auf dem Platz, das war eine teure Lektion für uns. Letztendlich bin ich dafür verantwortlich“, gestand Ajax-Coach Frank de Boer.

Erstmals seit der Salzburg-Begegnung (0:3) kassierte seine Elf daheim wieder drei Gegentore. Zudem war das 2:3 die erste Heimpleite nach sieben ungeschlagenen Begegnungen.

Zahlen und Fakten, die für Rapid sprechen und weiterhin von der Champions League träumen lassen.

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