Wunschelf und Kaderbewertung Wolfsberger AC

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In der Ruhe liegt die Kraft.

Und der WAC blickt auf eine ruhige Winterpause zurück.

Großartige Veränderungen hat es nicht gegeben.

Die einzige Transferaktivität war die Verpflichtung von Boris Hüttenbrenner. Der 27-Jährige kann in der Abwehr und im Mittelfeld eingesetzt werden. Der Vertrag mit Rene Gselmann wurde einvernehmlich gelöst.

Ansonsten vertraut Trainer Nenad Bjelica auf Altbewährtes. Auch am System wird der 41-jährige Kroate nichts verändern und weiterhin zwischen einem 4-5-1 und 4-4-2 variieren.

LAOLA1 nimmt den Kader des WAC genau unter die Lupe:

TOR:

Christian Dobnik ist bei den Kärntnern mittlerweile die unumstrittene Nummer eins. Der 26-Jährige absolvierte alle Bundesliga-Spiele und hatte maßgeblichen Anteil an so manchem Erfolg. Kein anderer Torhüter hatte so viel zu tun wie der WAC-Schlussmann. Von 116 Torschüssen konnte er 84 entschärfen, was einen Schnitt von 72,4 Prozent gehaltener Torschüsse ergibt. „Leidtragender“ der starken Leistungen ist Marco Knaller, der im Sommer mit großen Ambitionen aus Kaiserlautern kam. Der Sohn von Ex-ÖFB-Keeper Wolfgang Knaller musste sich mit Einsätzen im ÖFB-Cup begnügen. Der dritte Mann im Bunde ist Max Friesacher.

LAOLA1-Bewertung: Dobnik hat bewiesen, dass er Bundesliga-Niveau besitzt. Zwar schlichen sich ab und zu kleine Unsicherheiten ein, in Erinnerungen blieben jedoch großartige Reflexe. Mit Knaller haben die Wölfe einen starken Ersatz. Allerdings wird sich dieser mit einer weiteren Saison auf der Bank nicht anfreunden können. Bereits in der Winterpause liebäugelte der 25-Jährige mit einem Wechsel.

ABWEHR:

Durch den Ausfall des Spaniers Jose Solano stellt sich die Innenverteidigung mit Michael Sollbauer und Nenad Jovanovic selbst auf, dahinter stehen noch Neuzugang Boris Hüttenbrenner und der 18-jährige Maximilian Ritscher als Back-Up zur Verfügung. Solano wird nach seiner Knieoperation erst Mitte Februar ins Mannschaftstraining einsteigen können. Dario Baldauf hat sich im Herbst links in der Viererkette etabliert,  Ex-Sturm-Akteur Gernot Suppan muss sich mit der Reservistenrolle begnügen. Die rechte Seite gehört Christian Thonhofer.

LAOLA1-Bewertung: Das Fehlen von Solano schmerzt natürlich, Ersatzmann Jovanovic bringt jedoch mit seinen 33 Jahren und über 300 Zweitliga-Spielen genug Erfahrung mit, um den Spanier vorübergehend zu ersetzen. Allzu viele Ausfälle darf man sich aber nicht leisten, denn übermäßig gut ist der WAC personell in der Verteidigung nicht aufgestellt.

  MITTELFELD:

Mit Michael Liendl haben die Wölfe im Sommer einen absoluten Glücksgriff getätigt. Der Vorarlberger, der ablösefrei von der Austria kam, war Ideengeber, Vorbereiter und Vollstrecker. Sieben Tore und acht Assists sprechen hierfür eine eindeutige Sprache. Sein Partner im zentralen Mittelfeld hört auf den Namen Michele Polverino. Der Liechtensteiner übernimmt dabei den defensiven Part und hält somit Liendl oft den Rücken frei. Auch der wieder fitte Gernot Messner ist als „Sechser“ ein Thema. Der 32-Jährige meldete sich nach seinen Leistenproblemen zurück. Links am Flügel kommt mit Jacobo der zweite Kreativgeist der Kärntner zum Einsatz. Der Spanier, der nach Hüftproblemen aber noch Trainingsrückstand aufweist, genießt viele Freiheiten, konnte seine überragende Erste-Liga-Performance aber nicht immer unter Beweis stellen. Dennoch ist der 29-Jährige eine Bereicherung für die Bundesliga. Auf der rechten Seite hat wohl Manuel Kerhe die besten Karten. Und dann wäre da noch David de Paula, der ebenfalls rechts, oder – und das ist wahrscheinlicher - hinter der Spitze eingesetzt werden kann. Sandro Zakany gilt als Joker. Roland Putsche und Mario Kröpfl werden auch im Frühjahr über eine Rolle als Ergänzungsspieler nicht hinaus kommen.

LAOLA1-Bewertung: Mit Liendl und Jacobo verfügen die Lavanttaler über zwei Akteure, die für jedes Bundesliga-Team eine Bereicherung wären. Bei fast jeder gefährlichen Aktion hatten die Zwei ihre Füße im Spiel. Ansonsten besteht das Mittelfeld aus soliden Fußballern – nicht mehr und nicht weniger.

     ANGRIFF:

Zehn Mal traf Christian Falk bisher ins Schwarze. Damit liegt der 25-Jährige an vierter Stelle der Torschützenliste. Der Steirer ist ein Spezialist für Treffer im Herbst – vor einem Jahr hielt er in der Ersten Liga zum selben Zeitpunkt bei 16 Toren. Im Frühjahr konnte er den Schnitt aber nicht halten. Klappt es in der Bundesliga besser? Je nach Spielsystem läuft an seiner Seite entweder Stephan Stückler oder Ruben Rivera auf. Mihret Topcagic wurde bei seinen 16 Einsätzen zehn Mal eingewechselt.

LAOLA1-Bewertung: Falk hat gezeigt, dass er auch in Österreichs höchster Spielklasse seine Tore macht. Zwar ist der Kader mit vier Angreifern nicht unbedingt üppig, doch die Mischung passt und konnte im Herbst durchaus überzeugen.


Anmerkung: Wie schon im Herbst gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.


Martin Wechtl

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