Wunschelf und Kaderbewertung SV Ried

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In der Gludovatz-Ära war das 3-3-3-1-System gang und gäbe, dem ist jetzt nicht mehr so.

Was nicht bedeutet, dass Ried es nicht mehr praktiziert, doch die klassische Viererkette hat im Innviertel wieder Einzug gehalten.

In ihren Testspielen spielten die Oberösterreicher so gut wie immer in einer 4-2-3-1-Formation, wobei diese wie gewohnt sehr flexibel gestaltet ist.

Coach Michael Angerschmid, der aufgrund der Absage des WAC-Heimspiels im Dezember noch immer auf sein Debüt wartet, durfte nach der Winterpause einige Rückkehrer begrüßen.

Bis auf Ivan Carril, der in Spanien seine Fersenverletzung auskuriert, kann der 38-Jährige aus dem Vollen schöpfen, aufgrund der geringeren Dichte an etablierten Spielern im Rieder Kader eine gute Nachricht.

LAOLA1 nimmt den Kader der SV Ried genauer unter die Lupe:

TOR:

Er ist der Kapitän, er ist die klare Nummer 1, und er ist mittlerweile Österreicher: Thomas Gebauer. Der 30-Jährige ist der Routinier in der Mannschaft, schließlich ist der Bayer auch der Älteste in einer ansonsten jungen Truppe. Der "Tormann der Saison 2008/09" ist die Nummer sechs der Liga, was die Quote an gehaltenen Torschüssen betrifft (65,9 Prozent), deswegen findet sich Gebauer auch in der Bewertung im Mittelfeld. Wolfgang Schober und der erst 17-jährige Ivan Lucic fordern die Nr. 1.

LAOLA1-Bewertung: Thomas Gebauer hat nach diesem Herbst sicherlich noch Luft nach oben, aber auch seine Abwehr machte dabei nicht immer gute Figur. Mit Wolfgang Schober haben die Rieder einen guten Ersatzmann, mit Ivan Lucic (17) ein blutjunges Talent in der Hinterhand.

ABWEHR:

Wenn Ried in der Defensive Verletzte oder Gesperrte hat, dann hat es wie im Herbst eher ein Problem, denn die Dichte an gestandenen Bundesliga-Spielern ist nicht gerade groß. Aber in der Winterpause sind nun ein paar Langzeitverletzte zurückgekehrt. Allen voran Thomas Hinum, der nach seinem Mittelfußbruch wieder sein Leiberl als Rechtsverteidiger haben wird. Sollte er einmal ausfallen, haben die Innviertler mit Gernot Trauner, Thomas Burghuber oder auch Emanuel Schreiner, der schon von links auf rechts wanderte, mehrere Alternativen. In der Innenverteidigung sind Thomas Reifeltshammer (rechts) und Jan-Marc Riegler (links) gesetzt, mit dem noch angeschlagenen Max Karner, dem wieder genesenen Mario Reiter oder auch Gernot Trauner sowie Jungspund Philipp Rensch haben die Oberösterreicher zumindest quantitativ viele Möglichkeiten. Marcel Ziegl kann zur Not wie öfters im Herbst ebenfalls einspringen, sollte er im Mittelfeld nicht gebraucht werden. Links hat Andreas Schicker die besten Karten, Backup ist Schreiner, Julian Baumgartner kann diese Position auch spielen.

LAOLA1-Bewertung: Die Einser-Garnitur in der Abwehr ist gut bestückt, die Rieder können auch verschiedene Ausfälle kompensieren, nur sollte eben nicht wie im Herbst wieder die halbe Verteidigung nicht zur Verfügung stehen. Denn das ist nicht mit gleicher Qualität aufzufangen.

  MITTELFELD:

Die Defensiv- wie Kreativabteilung kann sich im Innviertel für die bekanntlich bescheidenen Verhältnisse sehen lassen. Auf den Sechser-Positionen verfügen die Rieder mit Anel Hadzic über einen der Besten der Liga, Marcel Ziegl ist zwar erst 20, hat aber schon über 70 Bundesliga-Spiele zu Buche stehen. Gernot Trauner hat das Vertrauen in seine Person schon im Herbst etwas zurückgezahlt, mit Fortlauf der Zeit wird der ebenfalls 20-Jährige mehr und mehr ein Stammplatz-Kandidat. Mario Reiter ist nach seiner Rückkehr ebenfalls ein Thema für diese Position. Offensiv ist Marco Meilinger, einer der drei besten Assistgeber der Liga gesetzt, in der Mitte hat sich der 21-jährige Robert Zulj etabliert und rechts verfügt Clemens Walch über die besten Karten. Nacho und Neuzugang Toni Vastic sind Alternativen für alle diese Positionen, in der Mitte hat Ivan Carril verletzungs- und leistungbedingt seinen Stammplatz aus früheren Tagen verloren. Rechts hat Markus Größinger bereits aufgezeigt, Patrick Möschl wird im offensiven Mittelfeld weiter herangeführt.

LAOLA1-Bewertung: Die Jugend ist im Rieder Mittelfeld an der Macht. Geht man von der Wunschelf aus, ist kein Spieler älter als 25. Nicht nur aufgrund dessen zeigt sich das Rieder Mittelfeld dynamisch. Die große Frage: Kann Zulj seinen tollen Herbst bestätigen? Zuzutrauen ist es ihm allemal.

ANGRIFF:

Ried hat einen Knipser gesucht und ihn mit Rene Gartler gefunden. Der Stürmer ist mit elf Toren die Nummer drei der Liga und damit natürlich auch klare Nummer eins bei der SV Ried. Mit Toni Vastic haben die "Wikinger" auch dahinter aufgebessert, Robert Zulj kann zur Not einspringen und Markus Hammerer ist zu wünschen, dass der Cup-Held von 2011 ein Frühjahr ohne Verletzungen spielen kann. Mit Edin Ibrahimovic führen die Rieder ein Talent weiter heran, dahingehend am Anfang steht Jakob Kreuzer.

LAOLA1-Bewertung: Die Rieder spielen zumeist nur mit einer nominellen Spitze, aber aus dem Mittelfeld kommt genügend offensive Kraft. Ähnlich wie in der Defensive verhält es sich aber auch hier, viele verletzungsbedingte Ausfälle sollten hier ausbleiben. Auf Toni Vastic und seine ersten Bundesliga-Einsätze darf man gespannt sein.


Anmerkung: Wie schon im Herbst gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.


Bernhard Kastler

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