Winter-Check: Sturm Graz

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Winter-Check: Sturm Graz

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Auffallend ruhig war es im Winter beim SK Sturm.

Während Sturm-neu-neu abseits des sportlichen Tagesgeschäfts in punkto Akademie und Sponsorfrage im Logo bereits in die Frühjahrssaison gestartet ist, wurde die Kampfmannschaft keinem neuerlichen Update unterzogen.

Mit den Abgängen von Darko Bodul und Florian Neuhold wurde vielmehr an Stellschrauben gedreht, um den Kader nach den Vorstellungen des Trainerteams rund um Peter Hyballa weiter anzupassen.

Bisher verlief der neueingeschlagene Weg, nach anfänglichen Holprigkeiten, ganz passabel. Das Ziel Europacup-Qualifikation liegt klar erkennbar vor den Schwarz-Weißen, und so lautete auch die Vorgabe vor Saisonbeginn.

Sturm steht vor einem Frühjahr der spielerischen Weiterentwicklung. Hyballa will weniger Hektik im Ballbesitz sehen und mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. 

Der Kader dafür ist vorhanden, die Konkurrenz, besonders im Mittelfeld, groß. 

Umgelegt auf die Tabelle stehen die Grazer vor dem Frühjahr der Möglichkeiten. Den vierten Platz will ihnen schon jetzt keum mehr einer abstreiten. Vielmehr geht es darum, sich mit dem SK Rapid um Platz drei zu matchen.

Aber reicht die Klasse der Steirer dafür aus?

LAOLA1 hat die große Frühjahrsvorschau für den SK Sturm Graz:



UNTER DRUCK:

Christian Gratzei: Ihm blies der neue Wind beim SK Sturm im Herbst am rauesten ins Gesicht. Die neue Heimat hieß Ersatzbank und nachdem sich Johannes Focher in der Vorbereitung keine Patzer leistete, dürfte das auch so bleiben. Bleibt abzuwarten wie der 31-Jährige weiterhin mit seiner Rolle umgehen kann, oder ob er die Gunst des Trainerteams zurückgewinnen kann, schließlich ist er per Vertrag noch zwei Jahre an Sturm gebunden. Dem Teamgoalie steht ein wegweisendes Frühjahr bevor.

 

Andreas Hölzl: Der Weg des Tirolers in die Stammelf ist kein einfacher. Zu oft wurde der 27-Jährige von Verletzungen aller Art zurückgeworfen. In der Wintervorbereitung war das nicht der Fall. Seinen Platz als rechter Verteidiger scheint er nun endgültig gefunden haben. Im Herbst konnte er schon zeigen, einer Position, die nie als Aushängeschild der Grazer galt, neues Leben einzuhauchen. Genau das gilt es jetzt zu bestätigen

SCHLÜSSELSPIELER:

Michael Madl: Selten zuvor hat ein Neuzugang bei Sturm so schnell seinen Platz gefunden wie er. Als Innenverteidiger geholt, machte Hyballa aus der Not eine Tugend und funktionierte den 24-Jährigen zum "Sechser" um. Da wie dort ist Madl präsent und zeigt mit Einsatz und Lautstärke Führungsspielerqualitäten. Durch die zunehmende Stabilität des Duos Vujadinovic-Dudic, konnte er sich vor der Abwehr als Stabilisator noch wertvoller erweisen. Daran gilt es für ihn anzuschließen, um am Ende sicher in den Hafen der Europacup-Qualifikation einzufahren.

 

Richard Sukuta-Pasu: Die Leihgabe aus Kaiserslautern war schnell eine wichtige Stütze im Angriff. Umso mehr schmerzt es den Grazern, dass sein Gastspiel im Sommer wohl wieder zu Ende sein wird. Sei es aufgrund seiner technischen Fähigkeiten, seines Spielverständnisses oder seines robusten Auftretens - der Deutsche ist als bester Scorer seiner Mannschaft ein Goldgriff und kann Sturm in den nächsten Monaten noch mehr Freude bereiten. 

Eines ist klar: So ruhig wie im Winter wird es beim SK Sturm am Transfermarkt im Sommer sicher nicht zugehen. Dafür gibt es einfach zu viel Handlungsbedarf nach Ende der Saison. Größte Baustelle ist definitiv der Angriff. Der Vertrag von Rubin Okotie läuft aus und Richard Sukuta-Pasus Leihe ist ebenfalls vorbei. Letzterer scheint so gut wie sicher nach Kaiserslautern zurückkehren, bei Okotie hängt es sicher auch von der Leistung im Frühjahr ab. Fakt ist: Sturm muss sich im Sturm etwas einfallen lassen. So oder so. Schließlich wird Imre Szabics nicht jünger und Serkan Ciftci hat noch keine Talentspuren in Graz hinterlassen können. Abgesehen von den Angreifern sind unter anderem auch die Verträge von Milan Dudic, Haris Bukva oder Jürgen Säumel im Sommer zu Ende. Arbeit gibt es für Ayhan Tumani also genug. Auch abseits des Sportlichen entsteht bei einem Thema immer dringender werdender Handlungsbedarf: Dem Stadion in Liebenau. Gesetz des Falles, dass Sturm im Europacup spielt und kein Geld von der Stadt bekommt stehen Gastspiele in Klagenfurt oder gar Wien an. Und das muss man den Fans erst einmal erklären.

Das sagen unsere Facebook-User: Wir haben unsere Facebook-User befragt, welche Platzierung Sturm Graz in der Endtabelle erreicht. Eine klare Mehrheit ist sicher: Die Grazer schaffen den Europacup-Startplatz.

Imre Szabics mag vielleicht im Schatten von Okotie und Sukuta-Pasu stehen, hat nach der Herbstsaison aber immerhin vier Tore und einen Assist beisteuern können. In der gesamten letzten Saison war es nur ein Tor mehr. Vor dem Auftakt in Mattersburg hat er mit einem Muskelfaserriss zu kämpfen, Treffsicherheit bewies er unlängst im ungarischen Nationalteam mit dem Führungstreffer gegen Weißrussland. Bleibt er von Verletzungen verschont, ist der 31-Jährige also noch immer für Tor gut. Mit einem Preis von 6.64 Millionen fällt er daher absolut in die Kategorie Schnäppchen.

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BEIM SK STURM KEHRT RUHE EIN

PRO - Ein Kommentar von Harald Prantl

Meine Güte, dann hat Gerhard Goldbrich unmittelbar nach seinem Amtsantritt als General Manager halt seinen "Reset-Knopf"-Sager getätigt. Okay, in der Geschäftsstelle der Grazer sind nicht immer alle einer Meinung. Aber das kann doch kein Problem sein. Überall wird mal gestritten und Reibung kann sich ja auch positiv auswirken. Wahrlich ein Problem bei den Steirern war, dass in den vergangenen Monaten jede Kleinigkeit nach außen getragen und von (Regional-)Medien genüsslich breitgetreten wurde. Ich gehe aber davon aus, dass diese Zeiten vorbei sind. Denn Goldbrich hat eine Vergangenheit als Journalist, ist mit einigen einflussreichen Lokal-Schreiberlingen immer noch sehr gut befreundet und wird diese in Schach halten. Und an die Art von Peter Hyballa sollten sich mittlerweile auch alle gewöhnt haben. Kurzum: Man weiß nach diesem Herbst wie man miteinander umzugehen hat.

CONTRA - Ein Kommentar von Andreas Terler

Sportlich mag man durchaus ohne große Turbulenzen durch die Wintertransferperiode gekommen sein, das heißt aber noch lange nicht, dass das im Frühjahr und darüber hinaus so bleibt. Mit Manuel Weber und Christian Gratzei gibt es immer noch zwei gewichtige Spielerpersönlichkeiten, die unter der neuen Leitung ihre Probleme haben. Zudem wird man erst sehen, ob das Drücken des "Reset-Knopfes" durch Generalmanager Gerhard Goldbrich nachhaltig seine Wirkung zeigt und Peter Hyballa seine offensive Kommunikation gegenüber den Medien im Zaum halten kann. Administrativ stehen einerseits mit mehreren Spielern Gespräche zur Vertragsverlängerung an, andererseits muss man, trotz Wahlkampf-Hilfe noch auf die Unterstützung der Grazer Stadtgemeinde beim Thema Stadion warten. Es ist also noch reichlich Unruhepotenzial vorhanden und es würde mich wundern, wenn es nicht zu einem gewissen Grad ausgeschöpft werden würde. Dafür ist die Vergangenheit und ihre Abläufe in gewissen Fragen einfach noch zu präsent.



  • 84 - Nirgendwo lief der Gegner so oft in die Abseitsfalle wie beim SK Sturm. Das spricht für die Taktik und die Kommunikation in der Defensive. Dass diese Zahl aber nicht zwingend eine Erfolgsindikator ist, zeigt der Rest dieser Tabelle. Schlusslicht ist nämlich die Austria (19).
  • 7 - Haris Bukva ist der beste Vorlagengeber der Grazer. Egal ob mit einem Pass (2), einer Flanke (2) oder aus einer Standardsituation (3) - der Mittelfeldspieler bewies aus jeder Lage Übersicht. Außerdem hat er damit seinen Wert aus der gesamten Vorsaison (4) schon übertroffen.
  • 66 - Keiner bekam in seinem Team so oft einem Foulspiel zugesprochen wie Richard Sukuta-Pasu. Auch das zeugt vom Wert, den er für Sturm im Herbst hatte. Ligaweit liegt der Deutsche damit hinter Rieds Robert Zulj (79) auf Platz zwei.
  • 9 - Gegner aufgepasst! Sturm hat eine absolute Lieblingsecke, was erfolgreiche Torschüsse angeht. Neun Mal durfte ein Grazer nach einem Schuss ins rechte untere Eck danach zum Jubel abdrehen. Die rechte Seite ist auch beim Angriff effektiver als die linke. Bei 78 Versuchen gab es 14 Tore, über links waren es bei 81 Schüssen acht Treffer.
  • 222 - Sturm lässt die wenigsten Torschüsse aller Bundesligisten zu. Dahinter folgen Ried (246) und die Austria (260). Bei den Gegentoren liegen die Grazer dennoch hinter den Klubs aus Wien und Salzburg auf Platz vier. 

DAS LAOLA1-FAZIT:

Sturm geht sportlich ohne großen Druck in das Frühjahr. Derzeit ist die Lage im Hinblick auf das Ziel Europacup sicher. Unmöglich ist aber sowohl nach oben, als auch nach unten nichts. 

Für die Grazer spricht, dass man sich in Ruhe und ohne gröbere Umbrüche im Kader auf das Frühjahr vorbereiten konnte. Die Mischung passte im Herbst auch, das zeigt die Serie von neun Spielen ohne Niederlage. 

Die Konkurrenz ruhte aber nicht, besonders jene im Kampf um einen möglichen Platz drei. Mit Branko Boskovic und Marcel Sabitzer wurde der Rapid-Kader noch einmal aufgebessert. 

Man muss abwarten, ob sich die Grazer da oben noch einmal lautstark einmischen können, der sichere Schritt in die EL-Quali sollte aber nicht mehr misslingen.

 

Anderas Terler

Platzierung Prozent Sommer-Ergebnis
1 16,1 18,2
2-4 67,7 51,7
5-7 12,9 18,7
8-9 0 2,1
10 3,3 9,3
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