Wunschelf und Kaderbewertung: Red Bull Salzburg

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Also das war einmal eine ruhige Winterpause, für Salzburger Verhältnisse versteht sich. Und wohl eine sehr angenehme für alle Beteiligten.

Kaum Getöse, außer beim Abgang von Stefan Maierhofer durch den Protagonisten selbst. Die Mannschaft konnte sich konzentrieren.

Zymer Bytiqi, der 16-Jährige ist schon seit Ende der Herbstsaison in Salzburg, ist der einzige nominelle Neuzugang im Winter.

Doch mit Alan und Dusan Svento stießen zwei "interne Neuzugänge" (Ralf Rangnick) nach langer Verletzungspause zur Mannschaft. "Sie werden uns noch einmal einen Schub geben", so Roger Schmidt.

Der Salzburg-Coach hat nach dem Ausmisten im Winter 23 Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung, am System wird sich gegenüber dem Herbst wohl nichts ändern.

Das Gute aus Sicht des deutschen Trainers: Alle Positionen sind doppelt besetzt, der Konkurrenzkampf blüht in der Mozartstadt.

LAOLA1 nimmt den Kader von Salzburg genauer unter die Lupe:

TOR:

Neustadts Jörg Siebenhandl sagt, was sich wohl die meisten Tormänner der Liga denken: "Alex Walke bringt immer gute Leistungen." Auch wenn der Deutsche nicht die Nummer 1 der Statistik ist, da rangiert der 29-Jährige hinsichtlich gehaltener Torschüsse hinter den Wiener Goalies Königshofer (Rapid/77,8 Prozent) und Lindner (Austria/75,8) auf Rang drei (74,0). Walke ist in Salzburg unangefochtene Nummer 1 und Kapitän. Hinter ihm zeigt sich sein Vorgänger in beiden Kategorien Eddie Gustafsson als fairer Sportsmann, der alles für den Erfolg der Mannschaft unternimmt und in der Not eine mehr als eine gute Nummer 2 darstellt. Thomas Dähne (19) wird herangeführt.

LAOLA1-Bewertung: Alexander Walke ist im Gesamtpaket wohl der beste Keeper der Liga: starke Fangquote, starkes und entschlossenes Auftreten. Sollte er ausfallen, sind die Salzburger mehr als ausreichend aufgestellt.

ABWEHR:

In der Verteidigung gibt es vier Tickets für viele potentielle Stammspieler. In den Innenverteidigung haben nominell gesehen Franz Schiemer und Isaac Vorsah ihr Stammleiberl. Letzterer fehlte den Großteil der Vorbereitung wegen des Afrika Cups, an seiner Stelle durfte sich Christopher Dibon in den Testspielen zeigen. Der Ex-Admiraner hatte im Herbst kein Leiberl. Möglich, dass sich seine Chancen verbessert haben. Rodnei, der im Herbst mit einem Augenbogenbruch und in der Vorbereitung mit Adduktorenproblemen zu kämpfen hatte, könnte bei entsprechender Fitness am Ende sich im Abwehrzentraum etablieren. Auf dem Platz macht er nicht nur wegen seiner imposanten Statur eine gute Figur. Ibrahim Sekagya wird nur noch im Fall der Fälle spielen, Martin Hinteregger ist ebenso ein möglicher Ersatzmann. Auf den Außenpositionen hat Florian Klein rechts die Nase vor Christian Schwegler, links könnte Rückkehrer Dusan Svento Andreas Ulmer ob seiner offensiven Qualitäten, die auf dieser Position in Salzburg gefragt sind, ausstechen.

LAOLA1-Bewertung: An Qualität und Quantität mangelt es in der Salzburger Defensive sicherlich nicht, dennoch hat sie im Herbst teilweise gezeigt, dass sie Luft nach oben hat. 20 Gegentreffer bedeuten "nur" Rang drei hinter Austria und Rapid. Im Frühjahr könnte das revidiert werden.

MITTELFELD:

Salzburgs Mittelfeld bietet alles, was das Fußball-Herz begehrt: Spielverständnis, Kreativität, Dynamik, Torgefahr. Doch zuerst zum Abräumer-Posten: Aufgrund der offensiven Spielweise braucht es einen Spieler, der unter anderem aufgrund der emsigen Außenverteidiger absichert: Das kann sowohl Stefan Ilsanker als auch Martin Hinteregger spielen. Ersterer ließ sich im Herbst kaum etwas zu Schulden kommen, wird aber vom Kärntner sehr gefordert. In der Zentrale sind Christoph Leitgeb und Valon Berisha Fixstarter, Stefan Hierländer und Valentino Lazaro lauern auf ihre Einsätze. Auf den Flügeln ist Sadio Mane links klar die Nummer eins, Havard Nielsen und der erst 16-jährige Jungspund Zymer Bytiqi können diese Position ebenfalls bekleiden. Rechts gilt das für Kevin Kampl, der in der Vorbereitung Achilessehnenprobleme hatte und nach wie vor hat, sowie Georg Teigl. Generell sind die Positionen hier nicht festgefahren, alle offensiven Mittelfeldspieler sind in einem flexiblen System überall einsetzbar.

LAOLA1-Bewertung: Das Salzburger Mittelfeld ist, vor allem was die Offensive betrifft, das beste in Österreich. Wenn das Potenzial ausgeschöpft wird, dann hat es jeder Gegner schwer. Es ist der große Bullen-Trumpf.

ANGRIFF:

Salzburg spielt unter Roger Schmidt für gewöhnlich mit einer Spitze und die heißt Jonathan Soriano. Der Spanier ist mit seinen 14 Treffern auch weiterhin klar gesetzt. Nun ist aber auch Alan zurück. Sollte der Brasilianer wieder in jener Form vor seiner Verletzung sein, dann wird der Salzburg-Coach auch mit beiden im Sturm spielen, so sieht das auch der Deutsche. Havard Nielsen kann auch die Rolle ganz vorne einnehmen, ebenso Sadio Mane zur Not. Bright Edomwonyi steht aktuell auch noch im Kader, weilt aber bis Ende März beim U20-Afrika-Cup. Im Winter wollten ihn die Salzburger noch abgeben, dementsprechend wird seine Rolle nach seiner Rückkehr aussehen.

LAOLA1-Bewertung: Mit Soriano haben die Salzburger einen der Top-Stürmer der Liga. Alan galt als solch einer vor seiner Verletzung. Was Nielsen und Mane können, weiß die Liga - auch im Sturm haben die Salzburger also sehr viel Qualität.


Anmerkung: Wie schon im Herbst gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

 

Bernhard Kastler

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