Winter-Check: SV Ried

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Nach der Wintersaison steht die SV Ried dort, wo sie die meisten sehen, als "Best of the Rest".

Hinter den vier Top-Klubs der österreichischen Bundesliga, Austria, Salzburg, Rapid und Sturm, rangieren die Innviertler auf Platz fünf.

Das könnte mitunter für die dritte Europacup-Qualifikation en suite reichen. Gut möglich, dass es sich auch mit einem dritten Finaleinzug en suite im ÖFB-Cup ausgehen könnte.

Für Ried-Trainer Michael Angerschmid, der im Dezember als neuer Trainer vorgestellt wurde, aber wegen der Absage des Heimspiels gegen den WAC immer noch auf sein Chefcoach-Debüt wartet, ist diesbezüglich klar: "Wenn man die Chance hat, dann sollte man schauen, dass man das erreicht."

In erster Linie bleibt das Credo der Oberösterreicher aber gleich: Priorität hat die Weiterentwicklung der Mannschaft.

LAOLA1 hat die große Frühjahrsvorschau für die SV Ried:



UNTER DRUCK:

Ivan Carril: Für den Spanier hat sich seit dem Sommer eigentlich nichts verändert, er spielt weiter keine wesentliche Rolle. Der Spanier ist die meiste Zeit verletzt und konnte in den wenigen Spielen, die der 27-Jährige absolvierte, nicht viel zeigen. In acht Einsätzen stehen null Scorer-Punkte zu Buche. Carrils Vertrag läuft aus. Spricht man mit Verantwortlichen, dann hört man heraus, dass ihn nur ein Super-Frühjahr retten kann. Doch eine Fersenverletzung vermieste Carril die Vorbereitung, er ließ sich in Spanien operieren und weilt dort bis Ende Februar, kein Einsatz bis Mitte März...

Nacho: Von einem Spanier zum nächsten. Doch bei Nacho ist die Lage sicherlich weit nicht so prekär wie bei seinem Landsmann. Der 30-Jährige spielt manchmal von Beginn an, wie die letzten drei Spiele im Herbst, ist dann aber auch für einige Wochen wieder Joker. Ein Stammleiberl sieht anders aus, auf der anderen Seite war das auch schon vergangene Saison in ähnlicher Weise so. Nur: Wie bei Carril läuft auch bei Nacho der Vertrag im Sommer aus - im Frühjahr spielt der Spaßmacher um einen neuen, auch weil er für Rieder Verhältnisse nicht mehr der Jüngste ist.

SCHLÜSSELSPIELER:

Anel Hadzic: Fast wäre der Allrounder den Innviertlern im Winter abhanden gekommen, mit Hajduk Split war sich der 23-Jährige schon einig. Doch die Oberösterreicher verzichteten auf Ablöse, um ihren Star zu halten. Hadzic ist im Mittelfeld der Antreiber, den solch eine Mannschaft braucht. Fünf Tore und drei Assists hat der offensiv wie defensiv starke Kicker zu Buche stehen. Ried hat ihn auch deswegen jetzt nicht für Geld ziehen lassen, um ihn mit einem neuen Angebot zum Verbleib über den Sommer hinaus - da läuft sein Vertrag aus - zu bewegen. Kein Wunder bei seinen Leistungen!


Rene Gartler: Er verließ im Sommer Rapid, um es vor allem Peter Schöttel zu zeigen, dass der Stürmer die entsprechende Qualität für die Bundesliga hat. Und wie das der 27-Jährige gezeigt hat. Mit elf Treffern ist der Angreifer die dritte Kraft in der Bundesliga, nur Austria-Überflieger Philipp Hosiner (21) und Salzburgs Jonathan Soriano (14) halten bei mehr Toren. Drei reichen Gartler und er hätte genau so viele wie die letztjährigen Torschützenkönige Stefan Maierhofer und Jakob Jantscher (14). Gartler ist jener Knipser, den Ried gesucht und der maßgeblichen Anteil an der bisherigen Saison hat.

Stefan Reiter gehört zu den besten Managern der Liga, wenn der 52-Jährige nicht der Beste ist. Seine Transferpolitik gehört in jedem Fall zu den besseren hierzulande - letztes Beispiel Toni Vastic. Bis zum Sommer wird dem Oberösterreicher nicht langweilig, wenngleich die meisten Spieler Verträge bis über den Sommer hinaus haben. Wichtigste Personalie hinsichtlich Vertrags-Verlängerungen ist Anel Hadzic, den die Rieder im Innviertel behalten wollen. Der 23-Jährige hat es aber in der eigenen Hand. Fühlt er sich für einen Wechsel bereit, dann kann er ablösefrei gehen. Etwa zu Hajduk Split oder vielleicht zu Rapid, die Wiener sollen ebenfalls interessiert sein. Weiters laufen die Verträge von Maximilian Karner und Markus Hammerer aus, bei den beiden Langzeitverletzten 2012 haben die Oberösterreicher aber alle Trümpfe in der Hand, bei Markus Grössinger wird wohl die Option gezogen. Die Spanier Nacho und vor allem Ivan Carril spielen um neue Verträge. Marco Meilinger ist bis Sommer von Salzburg ausgeliehen, nicht auszuschließen, dass er bleibt.

Das sagen unsere Facebook-User: Wir haben unsere Facebook-User befragt, welche Platzierung Ried in der Endtabelle erreicht. Wenn es nach ihnen geht, dann werden die "Wikinger" klar zwischen fünf und sieben landen.

Es war sicherlich nicht der beste Herbst von Thomas Reifeltshammer, der Innenverteidiger hat im Frühjahr eine Rechnung offen. Und wer den 24-Jährigen kennt, der weiß, der ist regelrecht um Besserung bemüht. 7,62 Millionen sind für einen Stammspieler nicht die Welt, deswegen wären sie für dieses Frühjahr auch eine gute Investition. Am Boden kann man dem Oberösterreicher kaum etwas vormachen, mit 67,3 Prozent gewonnener Zweikampfduelle hat Reifeltshammer hinter Rapids Mario Sonnleitner (68,8) den zweitbesten Wert der Liga.

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MICHAEL ANGERSCHMID IST REIF FÜR DEN CHEFTRAINER-JOB

PRO - Ein Kommentar von Bernhard Kastler

Wer sich auf Rieder Seite Sorgen macht, dass Michael Angerschmid ähnlich wie sein Vorgänger Heinz Fuchsbichler an Co-Trainer Gerhard Schweitzer scheitern wird, dem sei gesagt, dass die Sorgen unbegründet sind. Fuchsbichler war ein externer Versuch, der scheiterte. Angerschmid wurde seit Jahren intern als Cheftrainer der SV Ried aufgebaut und kommt nun eben etwas früher als geplant zum Zug. Aber das ist kein Problem. Das Urgestein kennt den Verein in- und auswendig, arbeitete die letzten viereinhalb Jahren bereits als Co-Trainer im Team, war Ende der Saison 2007/08 gemeinsam mit Gerhard Schweitzer Interimscoach und seit 2007 Amateure-Coach, ein prestigeträchtiges Amt im Klub. Angerschmid und Schweitzer sind auch hinsichtlich der Mentalität auf einer Wellenlänge, im Team werden sie diese Aufgabe meistern. Am Papier hat Angerschmid vielleicht fehlende Erfahrung, aber nicht auf dem Platz. Der 38-Jährige ist reif für diesen Job.


CONTRA - Ein Kommentar von Harald Prantl

Irgendwie fehlt mir dann doch ein wenig der Glaube, dass sich in Ried viel verändert hat. Gerhard Schweitzers Rolle bei den "Wikingern" ist wohl immer noch mehr als jene des Co-Trainers. Okay, Angerschmid steht nun vor den Kameras und gibt die Interviews. Aber wer ist er auch der bestimmende Mann in Sachen Trainingsgestaltung, Taktik und Aufstellung? Ich bin der Meinung, dass der 38-Jährige schon zu lange Teil dieses - zugegeben gut funktionierenden - Rieder Systems ist, um plötzlich den Schalter umlegen und sich ganz klar als Chef positionieren zu können. An seinen Qualitäten als Trainer will ich gar nicht zweifeln, an der Konstellation allerdings schon.


  • 8 - Michael Liendl (WAC) hat die meisten Torvorlagen der Liga gegeben. Tomas Jun (Austria) hat die meisten Torvorlagen der Liga gegeben. Aber auch Marco Meilinger! Und bei Standards macht ihm keiner etwa vor, mit fünf Assists liegt er hier vorne.
  • 21,28 - Was für ein Sprung von Robert Zulj im Bundesliga-Manager! Der Offensivspieler kostete im Sommer läppische 5,7 Millionen, nach einem starken Herbst hält der zentrale Mittelfeldspieler bei 21,28 Millionen. Nur einer kostet mehr, ein gewisser Philipp Hosiner.
  • 76-90 - In diesen Minuten ist bei einem Spiel mit Ried am meisten los, denn die Innviertler haben in diesem Zeitraum zehn Tore geschossen (3.) und neun erhalten (9.)
  • 128 - An Standardsituationen scheitert es bei der SV Ried nicht, zumindest wenn es von der Eckfahne aus von statten gehen soll. 128 Corner traten die Oberösterreicher im Herbst, kein anderes Team hatte mehr. Die Innviertler hatten auch in der Folge die meisten Torschüsse (49), aber nur am entscheidenden Faktor hakte es - zwei Tore sind der viertschlechteste Wert.
  • 302 - Wie bei den Ecken führen sie auch die Kategorie der meisten Flanken an und sie erlauben auch die wenigsten der Gegner (158). Während die "Wikinger" folgerichtig die meisten Tore nach Flanken erzielten (11), ließen sie aber die viertmeisten Gegentore zu (7).

DAS LAOLA1-FAZIT:

Bei der SV Ried muss man sich keine Sorgen machen, sie ist in allen Ebenen in guten Händen. Die Frage ist freilich, für was wird es am Ende reichen? Die vergangenen beiden Saisonen landete man jeweils im Europacup, jeweils dank der Final-Teilnahme im ÖFB-Cup. Die Innviertler haben weiterhin die Chance auf den "Endspiel-Hattrick" und auch via Meisterschaft - Platz fünf könnte womöglich für einen Europacup-Platz reichen - ist dahingehend noch etwas drin. Manager Stefan Reiter will die Mannschaft weiter entwickelt haben, das sollte unter dem bestens eingespielten Duo Angerschmid/Schweitzer klappen, zumal Platz 5 aktuell sehr abgesichert ist und es noch mehr mit zwei Heimsiegen zum Start wäre. Sollte nicht wieder Verletzungspech in der Abwehr herrschen, blicken die Rieder einem entspannten Frühjahr entgegen.


Bernhard Kastler

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