Die Suche nach Stabilität

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Wunschelf und Kaderbewertung SV Mattersburg

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Große Veränderungen sind bei Mattersburg in Transferzeiten nie zu erwarten.

So gab es auch im Winter kaum Überraschungen. Positiv: Kein Spieler verließ den Verein, Kontinuität wird weiter groß geschrieben.

Neben den vielen, aufstrebenden Youngstern hat sich Trainer Franz Lederer mit Ivica Majstorovic aber für mehr Routine in der Defensive entschieden.

Der deutsch-kroatische Doppelstaatsbürger blickt auf mehrere Stationen in Griechenland zurück, kickte früher in Unterhaching und im Nachwuchs des FC Bayern. Er soll vor allem den Ausfall von Nedeljko Malic wettmachen. Der Innenverteidiger wird Mattersburg ebenso mit einer Kreuzbandverletzung abgehen wie Lukas Rath, für den die Saison vorzeitig beendet ist.

Ansonsten verstärkten sich die Burgenländer am Torhütersektor mit Thomas Dau, der nicht umsonst Rapid gehörte und viel Talent mitbringt. Als Defensivspieler kam zudem Michael Novak von den Austria Amateuren.

Die Mischung zwischen Jung und Alt wird den Ausschlag geben, wohin sich die Mattersburger orientieren dürfen. Am System wird es nur wenig Umstellungen geben. Einzige Überraschung: Patrick Farkas verbrachte die Vorbereitung immer wieder links im Mittelfeld.

LAOLA1 nimmt den Kader des SV Mattersburg genauer unter die Lupe:

TOR:

Die Luft für Thomas Borenitsch wird immer dünner, denn als bisherige Nummer eins hat er sich im Herbst nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Mit 37 Gegentoren und der schlechtesten Statistik (nur 57,5 % gehalten bei 87 Torschüssen) aller Torhüter, die zumindest ein Drittel der Saison bestritten haben, muss er sich im Frühjahr beweisen. Für neuen Druck sorgt Thomas Dau (21), der bei Rapid nur dritte Wahl war, jedoch schon auf Leihbasis bei der Vienna bewiesen hat, was in ihm steckt. Das Potenzial zur Nummer eins hat er, die Rückrunde kommt aber voraussichtlich noch zu früh. Dahinter gibt es mit Markus Böcskör noch einen erfahrenen Backup. Markus Kuster (18) gehört ebenso wie Dau die Zukunft.

LAOLA1-Bewertung: Borenitsch muss aufgrund seiner Routine souveränere Vorstellungen abliefern als zuletzt. Dass es der Keeper besser kann, hat er aber schon bewiesen. Dau lauert jedoch und brennt auf seine Chance.

ABWEHR:

Eine Abwehr, die mit 44 Gegentreffern die meisten der ganzen Bundesliga kassierte, gilt wahrlich nicht als gefestigt. Deshalb setzen die Burgenländer auf Routine. Adnan Mravac bringt diese zweifelsfrei mit und ist in der Innenverteidigung gesetzt. Aufgrund einer Kreuzbandverletzung von Nedeljko Malic, der schon den Großteil der Herbstrunde schmerzlich abging, wurde mit Ivica Majstorovic (31) für erfahrenen Ersatz gesorgt. Der Neuzugang wird im Duell mit Martin Rodler, der im Herbst aufzeigte, die Nase vorne haben. Der im Rahmen der "Krone-Fußballerwahl" zum "TOTO-Jungstar 2012" gewählte Marvin Potzmann ist links erste Wahl, da die Saison für Lukas Rath mit einem Kreuzbandriss vorzeitig beendet ist. Rechts spielt Alois Höller, da Trainer Franz Lederer mit Patrick Farkas anscheinend neue Pläne hat. Alexander Pöllhuber bleibt der Backup, mit dem von den Austria Amateuren geholten Michael Novak tun sich neue Möglichkeiten auf. Der erst 19-jährige Philipp Erhardt rundet das Angebot ab.

LAOLA1-Bewertung: Mattersburgs Viererkette wird auch im Frühjahr vor eine harte Prüfung gestellt werden. Kann Majstorovic Malic nur annähernd ersetzen, ist wieder Besserung in Sicht. Auch die Youngster sind gefordert.

  MITTELFELD:

Im Mittelfeld ist das größte Potenzial vorhanden, um auch dieses Jahr wieder den Klassenerhalt zu schaffen. Defensiv konnte Manuel Prietl im Herbst überzeugen, neben ihm sollte der erfahrene Florin Lovin die Fäden ziehen. Am ehesten gefährden kann die zwei Christian Gartner, der mit seinen 18 Jahren immer mehr ins Team wächst. Offensiv weicht Manuel Seidl auf rechts aus, da die Zentrale gut besetzt ist. Links tauchte in beinahe allen Vorbereitungsspielen der gelernte Rechtsverteidiger Patrick Farkas auf. Rückt dieser wieder zurück, ist Alois Höller eine Alternative für rechts. Auch Marvin Potzmann kann offensiver eingesetzt werden. Kapitän Michael Mörz wird weiter seine Einsätze bekommen, jedoch kaum mehr über 90 Minuten. Wilfried Domoraud ist nach vollständig absolvierter Vorbereitung und entsprechender Fitness drauf und dran wieder eine wichtigere Rolle im SVM-Spiel zu spielen. Dominik Doleschal und Ronald Spuller sind Alternativen für die Außenbahn, Philipp Steiner ergänzt den Kader. In der Vorbereitung durfte auch Peter Hawlik mitwirken.

LAOLA1-Bewertung: Viel wird darauf ankommen, wie das defensive Mittelfeld harmoniert und ob Manuel Seidl wieder das Heft in die Hand nimmt. Individuelle Qualität ist vorhanden, sie muss aber auch abgerufen werden.

ANGRIFF:

Der Angriff steht und fällt mit Patrick Bürger! Der im erweiterten ÖFB-Kader befindliche Angreifer weist in dieser Saison fünf Treffer und fünf Assists auf. Unterstützt wird er von Ilco Naumoski, der ein Tor weniger erzielte, jedoch auch nicht mehr an vorderster Front, sondern meist als hängende Spitze aus dem Mittelfeld heraus agiert. Thorsten Röcher (2 Tore) hat seine Chancen im Herbst gut genützt und lauert auf noch mehr Einsatzminuten. In der Vorbereitung durften auch Christian Ressler (21) und Ingo Klemen (26) von den Amateuren schnuppern, sie werden aber wohl keine Rolle spielen.

LAOLA1-Bewertung: Naumoski ist längst nicht mehr jener Goalgetter, der er einmal war und Thorsten Röcher ist noch nicht soweit, um eine führende Rolle zu übernehmen. Die Abhängigkeit von Bürger ist somit weiterhin gegeben.


Anmerkung: Wie schon im Herbst gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.


Alexander Karper

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