Wo ist Platz für Barazite?

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Wunschelf und Kaderbewertung FK Austria Wien

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Dieser Kader brennt auf den Titel.

Im Herbst hat die Truppe Woche für Woche ihre Qualität bewiesen. Nicht nur die erste Elf hat sich sehr stark präsentiert, sondern auch jene Spieler, die eingewechselt wurden, konnten überzeugen.

Abgang Roland Linz tut nicht weg, spannend wird zu sehen sein, auf welcher Position Trainer Peter Stöger Rückkehrer Nacer Barazite einbaut. Denn vor allem im Mittelfeld hat der Coach der Violetten eine Vielzahl an Möglichkeiten.

Es ist davon auszugehen, dass in den meisten Partien weiterhin Philipp Hosiner als Solo-Spitze aufläuft, jedoch wurde in der Vorbereitung auch eine 4-4-2-Variante geprobt.

Für Stöger wird es jedenfalls wichtig sein, auch weiterhin jenen Kickern, die nicht regelmäßig in der Startelf stehen, das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden.

LAOLA1 nimmt den Kader des FK Austria Wien genauer unter die Lupe:

TOR:

Im Herbst hat sich Heinz Lindner endgültig zur unumstrittenen Nummer eins im Tor der Violetten gemacht. Der 22-Jährige hat konstant gut gehalten, weist mit 75,8 Prozent gehaltener Torschüsse hinter Rapids Königshofer auch die zweitbeste Quote aller Liga-Goalies auf und ist regelmäßig im Nationalteam dabei. Und auch dahinter ist der Winterkönig bestens besetzt. Ivan Kardum und Pascal Grünwald haben beide ohne weiteres das Zeug, in der höchsten Spielklasse Österreichs im Tor zu stehen. Und dann wäre da mit dem 16-jährigen Osman Hadzikic auch noch ein großes Talent.

LAOLA1-Bewertung: Lindner ist im Herbst wieder ein Stück gereift und hat praktisch keine Schwächen gezeigt. Der große Vorteil der Austria auf dieser Position: Selbst wenn der Einser ausfällt, ist fast gleichwertiger Ersatz da.

ABWEHR:

Gemeinsam mit Rapid hat die Austria die wenigsten Gegentore kassiert. Das liegt nicht zuletzt an der Viererkette, die sich trotz der Abgänge der Leistungsträger Klein und Margreitter als überaus sattelfest erwiesen hat. Kaja Rogulj zählt zu den Top-Innenverteidigern der Liga, verliert kaum einen Zweikampf und spielt auch umsichtige Pässe nach vorne. Daneben spielt Kapitän Manuel Ortlechner regelmäßig seine Routine aus und lässt sich immer seltener zu unnötigen Fouls in gefährlichen Positionen hinreißen. Die Nummer drei in der Zentrale ist Lukas Rotpuller, der seine wenigen Einsatzminuten praktisch fehlerlos absolviert hat. Mit Markus Suttner steht der beste Linksverteidiger der Liga im Kader – zwei Tore und sechs Assists sind aller Ehren wert, auch defensiv lässt der Hollabrunner nichts anbrennen. Sein Backup Marin Leovac hat bei weitem nicht diese Klasse und verbringt vermutlich sein letztes Halbjahr beim Klub. Rechts hat sich im Laufe der Hinrunde Fabian Koch etabliert und macht vor allem offensiv einen guten Job. Ist eine defensivere Variante gefragt, kann Emir Dilaver eingesetzt werden. Außerdem steht Allrounder Remo Mally im Kader – er war in der Vorbereitung gut in Form.

LAOLA1-Bewertung: Die ersten Vier sind ein starkes Gespann, das defensiv mit jedem Angriff der Liga fertig werden, aber vor allem auch durch die Außen Suttner und Koch für viel offensiven Druck sorgen kann. In der Tiefe ist die Besetzung allerdings nicht ideal. Der Verletzungsteufel darf also nicht zuschlagen.

MITTELFELD:

Dieses Mittelfeld ist ausgezeichnet besetzt und hat im Herbst für viele spielerische Highlights gesorgt. Stöger hat eine Vielzahl von Möglichkeiten. In der Defensive ist jedenfalls James Holland gesetzt – ein kampfkräftiger Lückenstopfer, der die Bälle fast fehlerfrei an seine Mitspieler verteilt und viele wichtige Meter macht. Neben ihm hat Florian Mader die wohl besten Karten. Der Tiroler spielt zumeist tadellos, ist hin und wieder aber auch für unnötige Fehlpässe gut. Sein Ersatzmann ist Emir Dilaver, der zweikampfstark ist, aber für das Spiel nach vorne noch zu wenig tut. Sollte eine offensivere Variante gefragt sein, sind Tomas Simkovic, der nach starkem Saisonbeginn ein wenig nachgelassen hat und aktuell nicht ganz fit ist, und Alexander Grünwald, der zwar nur zwei Mal in der Startformation stand, aber zwei Tore und fünf Vorlagen zu Buche stehen hat, ganz heiße Kandidaten. Am rechten Flügel ist Alexander Gorgon die erste Wahl – nicht zuletzt aufgrund von sechs Treffern und fünf Assists auch berechtigt. Fraglich ist indes, wie Stöger Neuzugang Nacer Barazite und Tomas Jun unter einen Hut bringt. Am wahrscheinlichsten erscheint die Variante mit Barazite am linken Flügel und Jun hinter einer Solo-Spitze, wobei es umgekehrt genauso funktionieren könnte. Harte Zeiten also für Marko Stankovic, dessen Vielseitigkeit jedoch ein Vorteil ist, und Dare Vrsic, der im Herbst sehr viel schuldig blieb. Mit Sebastian Wimmer gibt es einen zusätzlichen defensiven Mittelfeldspieler, der auch als Innenverteidiger agieren kann. Hochgezogen wurde der erst 16-jährige Sascha Horvath, dessen spielerisches Potenzial riesig ist. Doch er wird ebenso nur zu Kurzeinsätzen kommen wie Thomas Murg (18), der von den Jungen schon am weitesten ist, Srdan Spiridonovic (19) und der trickreiche Ismael Tajouri (18).

LAOLA1-Bewertung: Die schwerste Aufgabe für Stöger wird sein, all jene Kicker, die den Anspruch auf einen Stammplatz haben, bei Laune zu halten, wenn sie nicht spielen. Denn jede Position ist zumindest doppelt und sehr gut besetzt. Kaum vorstellbar, wie stark dieses Mittelfeld wäre, würde Barazite zurück zu alter Form finden und Vrsic sein Potenzial voll ausschöpfen können.

ANGRIFF:

Dieser Angriff ist eine Tormaschine. Vor allem wegen Philipp Hosiner, der ohne Übertreibung DER Stürmer der Herbstsaison war. Nach seinem August-Wechsel hat sich der Burgenländer sofort bei den Violetten zurechtgefunden und insgesamt schon 21 Meisterschaftstore erzielt. Auch im Frühjahr wird an vorderster Front kein Weg an dem 23-Jährigen vorbei führen. Sein erster Ersatzmann ist Roman Kienast, der auch schon bewiesen hat, dass er genau weiß, wo das Tor steht. Möglicherweise kommt das Duo auch gemeinsam zum Einsatz. Aber auch Nacer Barazite könnte neben Hosiner stürmen. Im Fall der Fälle ist auch Tomas Jun ganz vorne einsetzbar. Selbiges gilt für die Youngster Thomas Murg, Ismael Tajouri und Srdan Spiridonovic. Doch ebenso wie Neuzugang Valentin Grubeck, der bei den Amateuren spielen wird, sind sie nur Notlösungen.

LAOLA1-Bewertung: Wenn Hosiner seine Form aus dem Herbst konservieren konnte, sind weitere Tor-Festivals vorprogrammiert. Und sollte der Führende der Torschützenliste doch in ein Loch fallen, stehen ausgezeichnete Alternativen parat. Die Mischung im Angriff stimmt auf jeden Fall.


Anmerkung: Wie schon im Herbst gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.


Harald Prantl

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