Eine Frage der Variabilität

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Wunschelf und Kaderbewertung Wiener Neustadt

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Der Kader ist bis auf wenige Abweichungen unverändert.

Bis auf Kapitän Tomas Simkovic konnten alle bei Wiener Neustadt gehalten werden, als Ersatz im Mittelfeld wurde Christoph Saurer verpflichtet.

Die Erwartungen sind groß, obwohl der Techniker zuletzt bei Rapid nicht mehr zum Zug kam. "Er ist sicher willig und topmotiviert", glaubt Trainer Peter Stöger an die Neuverpflichtung.

Von den Amateuren rückt der erst 20-jährige Mittelfeldspieler Stefan Lärnsack auf, der bereits in Testspielen sein Können unter Beweis stellen konnte.

Eine Frage der Variabilität

Stellt sich noch die Frage nach dem System. Trainer Peter Stöger hat nicht vor, von seinen variablen Aufstellungen abzuweichen.

"Wir haben alle Varianten durchgespielt: 4-4-2 mit einem Sechser, 4-2-3-1 mit zwei Sechsern oder 4-1-4-1. Je nachdem, was für Spieler wir zur Verfügung gehabt haben", erinnert sich der Chefbetreuer.

"Meine Spieler sind in der Lage verschiedene Varianten des Systems umzusetzen, mit denen wir dem Gegner individuell Schmerzen zufügen können. Wir können viel über das System reden, aber entscheidend ist, dass die Spieler es verstehen, Räume zuzumachen und zu öffnen."

LAOLA1 nimmt den Kader des SC Wiener Neustadt  genau unter die Lupe:


TOR:


Jörg Siebenhandl gehört bei Wiener Neustadt eindeutig die Zukunft. Mit gerade einmal 22 Jahren hat der Keeper nach einem starken Herbst noch einiges vor sich. Jetzt geht es um Bestätigung. Eine Torhüter-Frage stellt sich vorerst nicht, zu konstant präsentierte sich Siebenhandl im Herbst. Zudem war er in allen 19 bisherigen Runden gesetzt. Mit Ihsan Poyraz drängt ein 24-jähriger Goalie nach, der aber bisher noch nicht zum Zug kam. Er liefert sich einen Kampf mit Routinier Manfred Razenböck (34). Gegen Ende der Herbstsaison wechselten sich die beiden öfters auf der Bank ab. In einer ähnlichen Tonart könnte es auch im Frühjahr weitergehen.


LAOLA1-Bewertung:
Siebenhandl hat im Herbst wirklich gezeigt, was in ihm steckt. Eine starke Nummer eins, die sich bei Wiener Neustadt entwickeln kann. Die zwei Ersatz-Keeper sind zu weit weg, um eine T-Frage auszulösen.

ABWEHR:

In der Abwehr hat Trainer Stöger mehrere Möglichkeiten, auch wenn in der Vorbereitung einige Defensivspieler angeschlagen waren. Aufgrund ihrer Qualität sollten Michael Madl und Christian Ramsebner, sofern sie fit sind, das Innenverteidiger-Duo bei den Niederösterreichern bilden. Thomas Kral und Matthias Maak gelten als Backups, die im Herbst schon das eine oder andere Mal aushelfen mussten. Auf dem linken Flügel ist Andreas Schicker gesetzt. Rechts dürfte weiterhin Wolfgang Klapf den Vorzug bekommen. Als Alternativen auf den Außenbahnen gelten der bereits 35-jährige Fernando Troyansky, der bei Wiener Neustadt noch nicht wirklich angekommen ist, und der 23-jährige Ungar Daniel Borsos. Hinten aushelfen kann Mario Pollhammer, der aber auch im Mittelfeld gefragt ist.


LAOLA1-Bewertung: Mit 27 Gegentoren kassierte Wiener Neustadt im Herbst weniger Treffer als Austria, Sturm, Admira oder Kapfenberg. Ein eindeutiger Beweis, dass Qualität vorhanden ist. Fallen Leistungsträger wie Madl oder Ramsebner aus, wird es jedoch dünn.

MITTELFELD:

Aufgrund der unterschiedlichen taktischen Ausrichtungen sind im Mittelfeld mehrere Varianten möglich. In einem 4-4-2, das bisher gut funktionierte, nimmt Michael Stanislaw die Position des einzigen Sechsers ein. Zentral offensiv erspielte sich im Herbst Daniel Wolf einen Platz. Auf der rechten Seite dürfte Mario Pollhammer die Nase gegenüber Matthias Lindner vorne haben, der auch als Stürmer gefragt ist. Links im Mittelfeld beerbt Christoph Saurer den bisherigen Kapitän Tomas Simkovic. Ein Fragezeichen steht hinter Mario Reiter, der zentral einsetzbar ist, im Herbst aber nur zu wenig Spielminuten kam. Der 20-jährige Willi Evssev durfte bereits im Herbst schnuppern und lieferte eine Talentprobe ab. Das Mittelfeld runden Bernd Besenlehner und der von den Amateuren kommende Stefan Lärnsack ab. Weitere Möglichkeiten bieten sich durch die Universalität von Michael Madl, der auch im defensiven Mittelfeld spielen kann, sowie Matthias Maak.


LAOLA1-Bewertung:
Wiener Neustadts Mittelfeld muss erst beweisen, wie es sich ohne Simkovic tut. Nominell ist man nicht schlecht aufgestellt, allerdings müssen sich viele junge Spieler herantasten. Abzuwarten bleibt, wie sich Saurer in das Konzept einfügt.

STURM:

Der Angriff war bisher die Achillesferse der Wiener Neustädter. Im Herbst schrieben die Angreifer zu selten an. Trainer Stöger sieht es aber positiv, dass die Spieler an vorderster Front viele Räume für andere Akteure öffnen. Einen guten Eindruck machte Serkan Ciftci, der mit seiner unbekümmerten Art und Weise seinen Gegenspielern Rätsel aufgab. Auf die Routine des zuletzt verletzungsanfälligen Günter Friesenbichler wird weiter gesetzt. Matthias Lindner hat das Potenzial für die Startelf, kann aber auch auf den rechten Flügel ausweichen. Der mit drei Treffern im Herbst beste Stürmer Thomas Helly, ist aufgrund seiner Bundesheer-Zeit zum Rückrunden-Start vorerst kein Thema. Somit bieten sich Chancen für Edin Salkic, Rene Felix und Danijel Prskalo, der schon im Test ganz vorne ran durfte. Mit Christopher Tvrdy hat Stöger auch noch ein 20-jähriges Talent in der Hinterhand.


LAOLA1-Bewertung:
In der Offensive ist eindeutig mehr möglich. Die Stürmer müssen nach der Anpassungsphase spätestens im Frühjahr beweisen, dass sie nicht nur in unteren Ligen für Torgefahr sorgen konnten. Kommen Ciftci, Frisenbichler, Lindner und Co. in Fahrt, hat Wiener Neustadt eine Waffe mehr.

Alexander Karper

Anmerkung: Wie schon im Sommer gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

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