Schwachstelle Sturm

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Wunschelf und Kaderbewertung Ried

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Die Rieder und ihr 3-3-3-1-System.

Es funktioniert immer noch ausgezeichnet, also behält es Trainer Paul Gludovatz auch bei.

Da macht es gar nichts aus, wenn der ein oder andere Leistungsträger den Klub verlässt, die Nachrückenden fügen sich praktisch nahtlos ein.

Am Kader hat sich diesmal jedoch nichts geändert. Die „Wikinger“ gehen mit jenen Leuten in das Frühjahr, mit denen der Herbst beendet wurde.

Auffällig ist, dass bei den Innviertlern bisher bereits 23 Spieler zum Einsatz kamen – genauso viele, wie in der gesamten Vorsaison.

LAOLA1 nimmt den Kader der SV Ried genau unter die Lupe:

TOR:  

Ein Jahr nach seinem Comeback gibt es keinerlei Diskussionen: Thomas Gebauer ist die unumstrittene Nummer eins der Oberösterreicher. Und das völlig zu Recht. Denn immerhin ist der Deutsche, dessen Einbürgerung nur noch eine Frage der Zeit ist, einer der besten Goalies der Liga. Statistisch liegt der 29-Jährige mit 75,3 Prozent gehaltener Torschüsse hinter Sturms Cavlina auf Platz zwei. Als Ersatz stehen mit dem 22-jährigen Wolfgang Schober und dem 23-jährigen Markus Beer zwei junge Österreicher parat.

LAOLA1-Bewertung: Über Gebauers Klasse muss man nicht diskutieren – ein souveräner Keeper, der konstant gute Leistungen bringt. Die beiden Youngster dahinter sind aber lange nicht auf seinem Niveau.

ABWEHR:

Lediglich 18 Gegentreffer haben die Rieder im Herbst kassiert – das ist der beste Wert der Bundesliga. Dabei ist die hintere Dreierkette eigentlich durchwegs mit jungen Leuten besetzt. Diese machen ihren Job aber ausgezeichnet. Auf der linken Seite hat Jan-Marc Riegler die besten Karten, mit Bienvenue Basala-Mazana steht allerdings ein fast gleichwertiger Ersatzmann parat. In der Zentrale hat sich Thomas Reifeltshammer mit starken Vorstellungen unentbehrlich gemacht, rechts neben ihm läuft Lukas Rotpuller auf, der den Sprung aus der Ostliga (Austria Amateure) in die Bundesliga gut gemeistert hat. Mit Max Karner und Lukas Gabriel stehen zwei weitere Innenverteidiger parat.

LAOLA1-Bewertung: Große Namen sind in der Rieder Abwehr nicht zu finden, doch der Herbst spricht eine deutliche Sprache: Diese jungen Männer können verteidigen.

MITTELFELD:

Nachdem an dieser Stelle die zentrale und die offensive Dreierkette behandelt werden, ist das vermeintliche Mittelfeld der „Wikinger“ entsprechend breit aufgestellt. Die Lücke, die Florian Mader durch seinen Abgang zur Austria im defensiven Mittelfeld hinterlassen hat, füllt Anel Hadzic bravourös aus. Der 22-Jährige hat einen bärenstarken Herbst hinter sich. Links von ihm wird wohl Emanuel Schreiner auflaufen, es könnte aber auch Bienvenue Basala-Mazana aufrücken. Die rechte Seite gehört Thomas Hinum. Praktisch alle Positionen dieser Dreierkette kann Marcel Ziegl einnehmen. In der offensiven Dreierkette ist der Konkurrenzkampf groß. Am rechten Flügel dürfte Stefan Lexa, der nach dem durchwachsenen Herbst wieder voll fit ist und auf die Rückeroberung seines Stammplatzes brennt, gesetzt sein. Erste Alternative zum Routinier ist Nacho. Spannender geht es am linken Flügel zu. Dort matchen sich Marco Meilinger und Daniel Beichler um einen Platz, wobei Ersterer das Duell in der Hinrunde für sich entscheiden konnte. Deshalb ist es gut möglich, dass Beichler in die Zentrale ausweicht. Dort steht mit Ivan Carril aber ein guter Spanier zur Verfügung.

LAOLA1-Bewertung: Dieses Mittelfeld kann sich sehen lassen. Im Gegensatz zur Abwehr stimmt auch die Mischung aus jungen, hungrigen und routinierten Kickern. Vor allem der Zweikampf am linken Flügel verspricht Spannung.

STURM:

Lediglich acht der 30 erzielten Treffer im Herbst gingen auf die Kappe der Rieder Stürmer. Der erfolgreichste von ihnen war Casanova. Der 25-jährige Spanier ist als Solospitze auch erste Wahl. Dahinter wartet in erster Linie Robert Zulj auf seine Chance. Der 20-Jährige hat es in 499 Einsatzminuten immerhin auf drei Treffer gebracht. Abzuwarten ist, wie Markus Hammerer nach seiner langwierigen Adduktorenverletzung zurückkommt. Schlechte Karten hat Guillem – der Spanier passt Trainer Gludovatz nicht mehr so richtig ins System und kam im Herbst nur äußerst sporadisch zum Einsatz, woran sich auch im Frühjahr nichts ändern wird.

LAOLA1-Bewertung: Der Sturm ist eindeutig die Schwachstelle des Herbstmeisters. Echter Goalgetter ist weit und breit keiner zu finden. Wobei sich Zulj durchaus zu solch einem entwickeln könnte. Dass dem schon im Frühjahr so ist, darf aber eher bezweifelt werden.

Harald Prantl

Anmerkung: Wie schon im Herbst gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

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