Der Größte unter den Kleinen

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Sie haben es schon wieder getan.

Zum zweiten Mal in Folge kürte sich die SV Ried zum Herbstmeister. Diesmal überwinterten die Innviertler zwar nur auf dem zweiten Platz, allerdings punktegleich mit Winterkönig Rapid.

Und jetzt steht das 100-Jahr-Jubiläum auf dem Programm. Da wird im Umfeld der „Wikinger“ nach dem Cupsieg in der Vorsaison vom nächsten Titel geträumt.

LAOLA1 nimmt für die Bundesliga-Vorschau die SV Ried unter die Lupe:


AUSGANGSLAGE

Bereits in der Sommerpause hatten die Oberösterreicher mit Martin Stocklasa, Ewald Brenner, Peter Hackmair und Thomas Schrammel Abgänge zu verzeichnen, die das Gesicht der Mannschaft veränderten. Doch im Laufe der Herbstsaison kam es noch schlimmer. Mit Daniel Royer, Florian Mader und Oliver Glasner verloren die Rieder drei weitere, wichtige Spieler. Den schlechten Voraussetzungen zum Trotz taten die Innviertler aber das, was sie am besten können – die vermeintlich Großen ärgern. „Was mir besonders imponiert hat, waren die stabilen Leistungen ohne große Wellentäler – vor allem jener Leute, die relativ spät integriert worden sind“, meint Trainer Paul Gludovatz. Im Vergleich zur Vorsaison haben die „Wikinger“ zwar fünf Punkte weniger auf dem Konto, allerdings haben sie auch drei Partien weniger verloren. Das Rieder Werk’l läuft also weiterhin wie geschmiert.



PERSONAL

Das Budget der SVR lässt keine großen Sprünge zu. Und angesichts der sportlichen ausgezeichneten Lage bestand im Winter auch keinerlei Handlungsbedarf. Also hat es Manager Stefan Reiter unterlassen, am Transfermarkt aktiv zu werden. Dabei wurde dem Cupsieger sogar ein ehemaliger spanischer Teamspieler, dessen Name von den Oberösterreichern nicht verraten wird, angeboten. Die einzige personelle Änderung betrifft Martin Grasegger. Der 23-Jährige, der in der Vorsaison bereits an Grödig verliehen war, es im Herbst in Ried nicht schaffte, über elf Einsatzminuten in Pflichtspielen hinauszukommen, wurde leihweise an den FC Pasching abgegeben.


AUSBLICK

Freilich zählen die Rieder trotz ihrer aktuellen Platzierung erneut nicht zu den absoluten Top-Favoriten auf den Meistertitel. Dafür sorgt nicht zuletzt Coach Gludovatz, der immer wieder auf die Bremse tritt, um die Erwartungen nicht in den Himmel wachsen zu lassen. Denn diese Gefahr ortet er durchaus: „Es geht ein gewisser Realitätssinn verloren. Wer mich kennt, weiß, dass ich absolut realitätsnah denke. Dieses Understatement, das mir immer wieder vorgeworfen wird, ist es nicht.“ Dennoch sind die Innviertler keinesfalls zu unterschätzen. Wenngleich die erfolgreiche Verteidigung des Cup-Titels wahrscheinlicher ist, ist auch der Gewinn der Meisterschaft nicht unmöglich. Das ist nicht das Ziel der Rieder – das wäre auch vermessen –, aber träumen ist erlaubt. So sieht es auch Gludovatz: „Der Traum wird hoffentlich nicht zu schnell platzen.“

SPIELER IM BLICKPUNKT

Ende August kehrte Daniel Beichler zurück in die österreichische Bundesliga. Nach etwas mehr als einem missglückten Jahr im Ausland verlieh Hertha BSC den Steirer an die Innviertler. Doch so richtig rund lief es auch im Herbst nicht. Nach anfänglich vier Spielen in der Startelf musste sich der 23-Jährige mit der Ersatzbank begnügen. Salzburg-Leihgabe Marco Meilinger wurde ihm vorgezogen. Nun steht dem Offensivspieler ein enorm wichtiges Frühjahr bevor. Der fünffache Internationale hat die gesamte Vorbereitung in den Beinen und muss unter Beweis stellen, dass er es immer noch kann.

STATISTIK-SCHMANKERL

Die Rieder sind die Standard-Könige der Liga. Ein Dutzend Mal haben die Innviertler auf diese Art und Weise getroffen. Auf Rang zwei folgen in dieser Kategorie mit Respektabstand Rapid und Wacker Innsbruck (je sieben Tore). Was vorne klappt, funktioniert auch in der Defensive ausgezeichnet. Erst zwei Gegentreffer mussten die Oberösterreicher nach Standardsituationen hinnehmen. Auch das ist der absolute Spitzenwert – Wr. Neustadt, Salzburg und Mattersburg rangieren mit je fünf Gegentoren auf dem zweiten Rang. Da klingt es fast wie eine Drohung, wenn Gludovatz sagt: „Warum sollen wir bei Standards nicht noch besser werden? Ich glaube, dass da noch Potenzial vorhanden ist.“

Harald Prantl

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