Pro & Contra: Rieds Ziel muss der Titel sein

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PRO

Wer zwei Mal in Folge Herbstmeister wird; wer amtierender Cup-Sieger ist; wer trotz vieler namhafter Abgänge auf Platz zwei überwintert; wer die wenigsten Niederlagen und Gegentore kassierte - der darf sich doch eigentlich höhere Ziele stecken, oder?

Natürlich fährt die SV Ried mit ihrem Understatement gut, wobei Trainer Paul Gludovatz es nicht Understatement, sondern Realismus nennt. Dabei sieht es für Ried realistisch betrachtet ausgezeichnet aus.

Die Innviertler wirtschaften solide, haben ein gut ausgelastetes Stadion und mit Manager Stefan Reiter sowie Gludovatz an den wichtigen Positionen die richtigen Leute. Ob es den Großen gefällt oder nicht: Ried hat zu den Top 4 aufgeschlossen.

Dementsprechend könnte man sich auch einmal höhere Ziele setzen. Warum zum 100-Jahre-Jubiläum nicht vom Meistertitel träumen? Warum nicht dauerhaft die Top 3, sprich die Europacup-Plätze, anstreben? Ried muss sich nicht unnötig kleiner machen - ein Blick auf die Tabelle hilft dabei.

CONTRA

Never change a winning team!

Warum sollte Ried also am erfolgreich praktizierten Understatement etwas ändern und die Zielsetzung nach oben korrigieren? Im Grunde könne man dann doch nur verlieren.

Die Innviertler sind mit ihrer Underdog-Rolle bisher sehr gut gefahren. Wer hätte gedacht, dass es der Mannschaft von Trainerfuchs Paul Gludovatz gelingt, zweimal in Serie Herbstmeister zu werden? Einmal okay, aber zweimal? Hinter diesen Erfolgen steckt ein bis ins kleinste Detail ausgeklügeltes System.

In den Duellen gegen die „Top-Vier“ wird in den meisten Fällen die Favoritenrolle dem jeweiligen Gegner überlassen. Als Außenseiter lebt es sich einfach leichter. Jeder Sieg vergrößert das Selbstvertrauen und erhöht die Sympathiepunkte. Schließlich hält der neutraler  Beobachter gerne zum „Kleinen“ und freut sich, wenn David Goliath ein „Haxl“ stellt. 

Diese Philosophie haben Lexa und Co. in den letzten Jahren perfekt verinnerlicht. Insgeheim wird bestimmt auch in Ried vom Meistertitel geträumt. Doch dieses Vorhaben muss ja nicht unbedingt öffentlich gemacht werden.

Martin Wechtl

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