Das Streben nach mehr

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"Wir sind auf einem guten Weg"

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Und halbjährlich grüßt das Murmeltier.

Wer beim SV Mattersburg große Veränderungen sucht, wird enttäuscht.

Die Burgenländer bleiben auch diesmal ihrer Philosophie treu. Kontinuität heißt das Zauberwort.

Dass es daher wieder einmal keine Transferaktivtäten gab, ist wenig überraschend.

„Der Kader ist gut aufgestellt. Jeder fühlt sich wohl und will sich nicht verändern. Unsere Philosophie ist der Einbau von Nachwuchs-Spielern. An diesem Weg wird sich nichts ändern“, erklärt Trainer Franz Lederer .

Für den Burgenländer ist es noch immer eine große Freude und Herausforderung tagtäglich mit der Truppe zu arbeiten. Abnützungserscheinungen sind auch nach über sieben Jahren als Chefcoach nicht zu erkennen – im Gegenteil:

"Man muss jeden Tag glücklich sein"

"Es gibt in diesem Geschäft keinen einzigen Tag, der sich wiederholt. Es ist immer wieder etwas Neues – und genau das ist das Spannende. Wenn man sein Hobby zu seinem Beruf machen kann, dann muss man jeden Tag glücklich sein", versichert der 48-Jährige.

Für das Frühjahr hat er ehrgeizige Ziele. Neben dem Klassenerhalt soll auch die Weiterentwicklung der Mannschaft sichtbar werden.

"Wir wollen das Umsetzen, was wir uns im Training hart erarbeiten. Einerseits in Form von Punkten, denn das ist das Wichtigste in der Bundesliga. Andererseits wünsche ich mir, dass jene Spieler, die nicht in der Startformation stehen, noch näher hinkommen. Wir wollen schlussendlich sagen können, dass jeder Kaderspieler das Zeug hat in der Bundesliga spielen zu können."

LAOLA1 nimmt für die Bundesliga-Vorschau SV Mattersburg unter die Lupe:

AUSGANGSLAGE

Mit sieben Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Kapfenberg gehen die Burgenländer entspannter als vor einem Jahr in die Rückrunde. Zufrieden ist Lederer dennoch nicht: "Unser Ziel war es, andere Tabellenregionen anzustreben. Das ist uns nicht gelungen." Zu wenig Siege (3), zu viele Unentschieden (8) seien schlussendlich Schuld daran gewesen. Speziell die beiden Heim-Duelle gegen Wr. Neustadt sind dem Chefcoach noch immer ein Dorn im Auge und Paradebeispiele für die vergebenen Möglichkeiten. "Wir müssen solche Partien einfach gewinnen. Wir waren in allen Belangen das bessere Team. Das hat auch die Statistik unterstrichen. Dennoch haben wir die Spiele verloren."



PERSONAL

Weniger ist bekanntlich mehr. Dieses Motto hat beim Cupfinalisten 2006 und 2007 bereits seit Jahren Tradition. Neuzugänge findet man keine, dafür gibt es zwei schon länger geplante "Abgänge": Anton Pauschenwein und Markus Schmidt werden in Zukunft nicht mehr bei den Profis sondern bei den Amateuren zum Zug kommen. „Dieser Schritt war schon länger abgesprochen. Ich möchte mich bei beiden bedanken. Sie haben zehn, zwölf Jahre alles für den SV Mattersburg gegeben“, so Lederer, der keinen Grund für Neueinkäufe sieht: "Die Mannschaft entwickelt sich prächtig – jeder einzelne Spieler macht einen Schritt nach vorne."


AUSBLICK

Tendenziell werden die Burgenländer nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Auch, weil sich der KSV nach seinen Panik-Einkäufen erst als Mannschaft finden muss. Ein klarer Vorteil für den SVM. In Sicherheit wiegt man sich dennoch nicht. "Es kann sich ganz schnell ändern. Wenn wir ein, zwei Spiele verlieren und Kapfenberg gewinnt, kann es interessant werden. Wir haben es jedenfalls selber in der Hand", meint Abwehrchef Adnan Mravac. Gelingt den Mattersburgern ein Lauf, ist sogar ein Platz im Mittelfeld vorstellbar.

SPIELER IM BLICKPUNKT

Kein Spieler in den Reihen der Burgenländer hat im Herbst für mehr Aufsehen gesorgt als Patrick Bürger. Mit acht Toren und drei Vorlagen war der Stürmer an fast der Hälfte aller erzielten Treffer beteiligt. So wie in der vergangen Saison kann man den Oberwarter also getrost als „SVM-Lebensversicherung“ bezeichnen. Seine starken Leistungen haben längst das Interesse anderer Klubs geweckt. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, der Verein kann allerdings eine Option ziehen. Ein Transfer im Sommer zu einem Topklub ist dennoch mehr als wahrscheinlich.

STATISTIK-SCHMANKERL

Wirft man einen Blick auf die Statistik, sticht einem sofort die Anzahl der erhaltenen Gegentore ins Auge. 26 Mal musste man sich geschlagen geben. Mit diesem Wert rangieren die Mattersburger im Mittelfeld und lassen dabei Mannschaften wie Meister Sturm Graz (28) und die Wiener Austria (30) hinter sich. Auffällig ist dabei, dass elf Treffer in der letzten Viertelstunde kassiert wurden. Trainer Lederer ist aber grundsätzlich mit dem Abwehrverhalten zufrieden – schließlich galt die Defensive in den letzten Jahren als Problemzone. "Wir sind in der Abwehr auf einem guten Weg  – obwohl wir noch immer sehr viele unnötige Fehler machen."

Martin Wechtl

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