Pro & Contra: SVM-Umfeld ist nicht bundesligareif

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PRO

Wenn alles gut geht, wird der SV Mattersburg 2013 sein zehnjähriges Bundesliga-Jubiläum feiern. Gratulation, Hut ab vor Trainer Franz Lederer und seiner Mannschaft für die Jahr für Jahr beständige Leistung! Aber sonst?  Wo genau hat sich der SVM in den vergangenen Jahren eigentlich weiterentwickelt? Das Stadion ist dasselbe wenig einladende Stückwerk wie damals. Der Zuschauerzuspruch ging über die Jahre dementsprechend zurück. War ein Mattersburg-Match vor einigen Saisonen noch ein Event, verliert sich seit längerer Zeit bisweilen nur eine Handvoll treuer Fans ins Pappelstadion. Wie man es als Dorfverein gerade diesbezüglich besser macht, bewies die SV Ried. Von der Öffentlichkeitsarbeit der Burgenländer ganz zu schweigen. Interview-Verbote für junge Spieler? In Mattersburg ist man offenkundig mit 25 noch jung. Presseaussendungen? Fehlanzeige. Ob man es wahr haben will oder nicht: Bundesliga-Fußball ist auch Show. Das bedeutet keineswegs, Zirkus zu veranstalten. Es reicht vollkommen, sich in der Öffentlichkeit interessant zu präsentieren – Fans und Sponsoren würde es freuen. Dabei geht es nicht darum, den Großklubs aus Wien und Salzburg hinterherzuhecheln – die haben andere Mittel zur Verfügung. Aber niemand hindert einen daran, sich im Rahmen der Möglichkeiten weiterzuentwickeln, ambitioniert zu agieren und vor allem Visionen zu haben. Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass im Schatten der Pappeln die Langeweile Einzug gehalten hat. Oder gar eine Gleichgültigkeit? Bleibt man in der Liga – juhu, steigt man ab – auch kein Problem. Frei nach dem Motto: Stillstand ist Rückschritt…

Peter Altmann

CONTRA

Ein Verein muss sich an seine Umgebung anpassen. Wie ist es um Angebot und Nachfrage bestellt, was macht in Mattersburg Sinn? Natürlich sind die Verhältnisse in der 7.000 Einwohner fassenden Bezirkshauptstadt minimalistisch, aber ein Pappelstadion mit einer Haupttribüne und erweiterbarem Kontingent reicht vollkommen aus, wenn man die Zuschauerzahlen unter die Lupe nimmt. Dass sich die Burgenländer medial zurückziehen, junge Spieler mit Interview-Verboten belegen, ist auch nachvollziehbar. In einer Liga mit Großvereinen wie Rapid, Salzburg, Austria oder Sturm werden die Kleinen immer zerpflückt, warum sich also auf dieses Kräftemessen einladen? Viel entscheidender ist, wie sich der Klub entwickelt und welche sportlichen Leistungen dabei herausschauen. Unter diesen Umständen muss man dem SVM zugute halten, dass er das Beste herausgeholt hat. Immerhin behauptet sich die Truppe mittlerweile seit 2003 in der höchsten Spielklasse, stand zwei Mal im Cup-Finale, wurde 2006/07 überraschend Dritter und profitiert seit kurzem von einer Akademie. Und das, obwohl man Jahr für Jahr als Fixabsteiger gehandelt wird. Das Umfeld kann der SVM in der Hinsicht nicht verhindern. Also, unter diesen Voraussetzungen weiterarbeiten und als kleiner Verein weiter ums Überleben kämpfen. Wenn das Jahr für Jahr gelingt, kann es sich nicht um ein schlechtes Konzept handeln.

Alexander Karper

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