Neuer Trainer, neuer Schwung

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Neuer Trainer, neuer Schwung

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Alles neu bei Violett.

In der Winterpause hat sich die Austria von Karl Daxbacher getrennt und Ivica Vastic vom Amateure- zum Profi-Trainer befördert.

Zudem suchten mit Zlatko Junuzovic und Nacer Barazite zwei absolute Leistungsträger das Weite. Gekommen sind vier neue Spieler.

An den Zielen am Verteilerkreis ändert sich dadurch aber nichts. Ein internationaler Startplatz ist das Minimal-Ziel, es darf aber auch ein Titel sein.

Die Ausgangsposition, mit der der FAK ins Frühjahr startet, ist nicht schlecht.

LAOLA1 nimmt für die Bundesliga-Vorschau den FK Austria Wien unter die Lupe:

AUSGANGSLAGE

Es war ein durchwachsener Herbst, den die Wiener hinter sich haben. In der Hinrunde waren drei Siege in Folge das höchste der Gefühle. In den letzten neun Runden des Jahres 2011 konnte die Austria gar nur einmal gewinnen. Zwar spielten die Veilchen über weite Strecken wieder überaus gefälligen Fußball, doch die Effizienz blieb immer wieder auf der Strecke. Zudem war die Abwehr alles andere als sattelfest. „Jeder weiß, dass man sich in der Defensive oft ein bisschen schwerer tut, wenn man offensiv aufgestellt ist“, begründet Innenverteidiger Georg Margreitter diesen Umstand. Letztlich reichte es, um auf dem vierten Platz mit vier Punkten Rückstand auf Leader Rapid zu überwintern. In der Europa League musste der Rekordcupsieger in der Gruppenphase die Segel streichen, schlug sich mit zwei Remis gegen Alkmaar und zwei Siegen gegen Malmö aber durchaus passabel.



PERSONAL

Die sportliche Führung entschied sich nach dreieinhalb Jahren unter Daxbacher für einen Trainerwechsel und setzte Vastic ein. „Ich war darauf nicht vorbereitet. Als ich zur Austria gekommen bin, war geplant, dass ich ungefähr in drei Jahren mit der Kampfmannschaft starte“, verrät der Neo-Coach. Die Kicker sind mit der bisherigen Arbeit des 42-Jährigen zufrieden. „Er fährt jene Linie, die er schon als Spieler gefahren ist – eine sehr gerade und konsequente“, sagt Margreitter. Auch im Kader hat sich einiges getan. Nacer Barazite wurde an den AS Monaco verkauft, Zlatko Junuzovic an Werder Bremen. „Die Abgänge haben nicht nur sportlich, sondern auch menschlich geschmerzt. Wir sind ihnen aber nicht böse“, meint Manuel Ortlechner, der nach einer Spielerwahl Roland Linz als Kapitän abgelöst hat. Dafür sind mit Roman Kienast (Sturm Graz), Tomas Simkovic (Wr. Neustadt), James Holland (Alkmaar) und Ivan Kardum (Osijek) vier neue Spieler gekommen.


AUSBLICK

Die ausgegebenen Ziele sind trotz der personellen Veränderungen gleich geblieben. Die Austria will erneut einen internationalen Startplatz erreichen. Insgeheim träumt in Wien-Favoriten aber jeder von einem Titel. Dass am Ende die Violetten ganz oben stehen, ist sicher nicht unmöglich. Denn unter Vastic ist ein neuer Schwung erkennbar. Vor allem jene Spieler, die unter Daxbacher kaum Einsatzzeit bekamen, brennen darauf, endlich wieder ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen. Dazu zählen etwa Marko Stankovic, Michael Liendl und Marin Leovac. Dass die Austria die Qualität besitzt, bis zuletzt um den Meisterteller mitzuspielen, ist unbestritten. Allerdings müsste das ansehnliche Spiel regelmäßig in Tore umgemünzt und die defensiven Schwächen ausgemerzt werden. „Ich will auch nach vorne spielen, gut kombinieren“, will Vastic an der grundsätzlichen Ausrichtung der violetten Spiels wenig ändern.


SPIELER IM BLICKPUNKT

Sechs Tore im Frühjahr 2010, 21 Treffer und damit Torschützenkönig 2010/11, sieben Tore im Herbst 2011. Roland Linz ist bei der Austria der Goalgetter schlechthin. Doch nun steht der Steirer am Abstellgleis. Bereits gegen Ende des Herbstes musste sich der 30-Jährige vermehrt mit einem Platz auf der Ersatzbank begnügen. Unter Vastic droht ihm zumindest ein ähnliches, wenn nicht sogar noch schlimmeres Schicksal. Nachdem der 39-fache Internationale im letzten Testspiel gegen Ruzomberok nicht im Kader aufschien, übte er in einem Zeitungs-Interview Kritik am Coach. Der ließ sich das nicht bieten und stellte Linz vor versammelter Mannschaft zur Rede. Noch dazu ist er seit Mitte Jänner die Kapitänsschleife los. Man darf gespannt sein, ob der Angreifer im Frühjahr noch einmal die Kurve kriegt oder endgültig nur noch Ergänzungsspieler sein wird.


STATISTIK-SCHMANKERL

30 Gegentreffer hat der FAK in den ersten 19 Spielen kassiert – nur Schlusslicht Kapfenberg ist schlechter. „Die Balance zwischen Offensive und Defensive hat nicht gestimmt. Das sieht man an der Tordifferenz. Eine Mannschaft wie die Austria sollte nicht so viele Tore kassieren“, ist Vastic klar. Wo der Hebel anzusetzen ist, ist dem Trainer klar: „Es benötigt eine kontrollierte Defensive, um bei Ballverlust besser zu stehen.“ Das Umschalten von Offensive auf Defensive klappte tatsächlich oft nicht nach Wunsch. Die sieben Kontertore, die die Wiener hinnehmen mussten, sind der zweitschwächste Wert der Liga und ein Beleg für die Anfälligkeit der Veilchen bei schnellen Gegenstößen.


Harald Prantl

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