Pro & Contra: Austrias Winter-Transfers machen Sinn

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PRO

Man konnte die Unkenrufe aus der Ferne schon vernehmen. Schon wieder muss die Austria einen ihrer Leistungsträger ablösefrei ziehen lassen. Doch es kam anders. Mit Zlatko Junuzovic gelang es den Violetten - wie auch schon im Vorjahr bei Aleksandar Dragovic - einen Spieler ein halbes Jahr vor Vertragsende zu verkaufen. Das Bremer Angebot musste man einfach annehmen.

Bei Nacer Barazite verhält es sich ähnlich. Zwar wäre der Vertrag des Niederländers nicht ausgelaufen, aber wenn Millionen aus Monaco winken, muss man als österreichischer Verein die Hände aufhalten.

Klar ist nämlich auch, dass die Violetten nach dem Bau der Osttribüne und der Akademie Verbindlichkeiten abzudecken haben. Da kommen Transfer-Einnahmen gerade recht, sind fast schon notwendig.

Was die Neuzugänge betrifft, kann man dem FAK ebensowenig vorwerfen.

James Holland kam trotz laufenden Vertrags in Alkmaar für lau und machte in den Testspielen bereits eine gute Figur. Wenn er nicht einschlägt, ist das finanzielle Risiko gleich Null.

Roman Kienast mag bei den Fans zwar kein gutes Standing haben. Seine Trefferquote spricht aber für ihn. Zudem ist der Stürmer kein Unbekannter, man weiß, was man von ihm zu erwarten hat. Das gilt auch für Tomas Simkovic. Über die Notwendigkeit, mit Ivan Kardum einen neuen Keeper zu holen, muss nach dem Saisonaus von Pascal Grünwald sowieso nicht diskutiert werden.

Und all jenen, die der Meinung sind, Junuzovic und Barazite sind nicht zu ersetzen, sei gesagt: Das waren Leistungsträger wie Blanchard, Schiemer, Dragovic und Acimovic auch nicht. Oder vielleicht doch...?

Harald Prantl

CONTRA

Meine Herren, da müssen Sie sich aber an die eigene Nase fassen: Die Transferphase wurde bei der Austria schlicht und einfach verpennt! Nicht nur die Spatzen pfiffen von den Dächern, dass Nacer Barazite und Zlatko Junuzovic mit einem Wechsel liebäugeln.

In letzter Sekunde auf einmal annähernd gleichwertigen Ersatz für die zwei Leistungsträger schlechthin zu finden, grenzte ans Unmögliche. So kam es auch. Mit Tomas Simkovic wurde zwar ein logischer, aber bei weitem nicht auf der Stufe eines „Sladdi“ stehender, Nachfolger gefunden. Dafür weiß man, woran man ist. Schließlich durchlief der 24-Jährige die Stronach-Akademie und kickte bei den Amateuren. Das ist aber schon alles.

Und James Holland? Harry Kewell stellte bisher eine große Ausnahme an übertalentierten „Aussies“ dar. Umso verwunderlicher ist es, einen Australier mit kaum Spielpraxis (weder bei Alkmaar, noch bei Sparta Rotterdam) als neuen Messias zu feiern. Jung und ausbaufähig ist der 22-Jährige mit Sicherheit. Aber reicht das, um in die Fußstapfen eines Junzovic oder Barazite zu treten? Bei weitem nicht.

An Roman Kienast scheiden sich die Geister. Aufgrund seiner Rapid-Vergangenheit könnte es zu Startschwierigkeiten kommen. Zudem war bei Sturm viel auf ihn zugeschnitten. In punkto Toren wird er an Barazite gemessen werden - wenn er sich da mal nicht die Finger verbrennt.

Alexander Karper

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