Wunschelf und Kaderbewertung Admira

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Viel ist nicht passiert – wenig aber auch nicht.

Mit Hans-Peter Berger hat ein renommierter Spieler den Klub verlassen – der zweite Abgang nach Froylan Ledezma, der schon im Dezember 2011 seinen Vertrag mit den Niederösterreichern auflöste, um in seine Heimat Costa Rica zurückzukehren.

Während der Abschied des Angreifers nicht so ins Gewicht fällt, bleibt es abzuwarten, welche Auswirkungen der Berger-Verlust haben wird. Denn ein neuer Torwart wurde nicht verpflichtet.

Auf der Habenseite stehen dafür der Ex-St.Pölten-Akteur Lukas Thürauer und Sollenau-Angreifer Bernhard Fucik.

LAOLA1 nimmt den Kader des FC Trenkwalder Admira genau unter die Lupe:


TOR:

Durch den Abgang von Hans-Peter Berger hat sich die Tormannfrage von alleine gelöst. Patrick Tischler hat das Duell kampflos gewonnen und wird im Frühjahr zwischen den Pfosten stehen. Im Herbst konnte der 24-Jährige jedoch nicht überzeugen. Mit nur 53,2 Prozent gehaltener Torschüsse ist der Barcelona-Fan statistisch gesehen der schlechteste Torwart der Liga. Zwar ist Tischler kein extremer Schnitzer unterlaufen, der Keeper muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, dass er seinem Klub noch keine einzige Partie „gewonnen“ hat. Als Nummer zwei und drei fungieren der 22-jährige Thomas Weindl beziehungsweise der erst 17-jährige Andreas Leitner.

LAOLA1-Bewertung: Die Südstädter haben es verabsäumt, einen routinierten Torhüter als Berger-Ersatz zu verpflichten. Stattdessen wurde der freie Platz aus dem eigenen Nachwuchs nachbesetzt. Grundsätzlich löblich, doch angesichts der schwankenden Leistungen von Tischler eine riskante Entscheidung.

ABWEHR:

Die Qual der Wahl. Kapitän Christopher Dibon ist in der Innenverteidigung gesetzt – keine Frage.  Der 21-Jährige bestritt im Herbst mit Ausnahme einer Gelb-Rot-Sperre alle Partien und gilt als verlängerter Arm von Trainer Didi Kühbauer. Um den Platz an seiner Seite streiten sich jedoch Daniel Drescher und Richard Windbichler. Beide absolvierten bisher jeweils zwölf Begegnungen. Rechts führt kein Weg an Gernot Plassnegger vorbei. Ganz anders ist die Situation auf der linken Seite. Mit Stephan Palla, Stephan Auer und Andreas Schrott durften bereits drei Spieler ihr Glück auf dieser Position versuchen. Aktuell dürfte Auer die Nase vorne haben. Allrounder Schrott kann zudem defensiv jeden Part übernehmen.

LAOLA1-Bewertung: Die Mischung stimmt, der Konkurrenzkampf um die einzelnen Positionen ist förderlich. Mit Abwehrchef Dibon verfügt man über einen absoluten Rohdiamanten, der eindrucksvoll bewiesen hat, dass er trotz seiner 21 Jahre eine Abwehr in der Bundesliga führen kann.

MITTELFELD:

Was wäre die Admira ohne Patrik Jezek? Der Tscheche erlebt in dieser Saison seinen x-ten Frühling – und das im zarten Alter von 36. Der linke Flügelflitzer erzielte bereits sieben Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor. Kein Wunder, dass er sämtliche Partien absolvierte. Sein Pendant auf rechts dürfte Rene Seebacher heißen. Allerdings könnte dort auch ein fitter Emin Sulimani eine Rolle spielen. In der Mitte führt kein Weg an Stefan Schwab vorbei. Sein Partner im Zentrum wird zwischen Bernhard Schachner und Daniel Toth ermittelt. Wobei Toth bisher meistens von der Bank gekommen ist. Abzuwarten bleibt, ob der Tscheche Martin Zeman mehr als nur ein Edeljoker sein wird und welche Rollen Patrick Mevoungou und Neuzugang Lukas Thürauer spielen. In der Vorbereitung kam der Ex-St. Pöltner sowohl im Zentrum, als auch auf der linken Seite zum Zug. Rene Schicker hat indes keine guten Karten mehr.

LAOLA1-Bewertung: Viel wird von Jezek abhängig sein. Spielt der Tscheche ähnlich stark wie im Herbst, wird offensiv wieder einiges gehen. Im Grunde läuft das Werkl. Alle Positionen sind doppelt besetzt. Man merkt, dass die Truppe schon lange in dieser Formation zusammenspielt.

STURM:

Wer hätte vor der Saison mit dem Sturmduo Philipp Hosiner und Issiaka Ouedraogo gerechnet?  Doch die beiden rechtfertigten das Vertrauen des Trainers vor allem im ersten Drittel mit Toren am Fließband. Danach verpuffte der Zauber ein wenig. Lediglich ein Treffer von Hosiner folgte. Im Frühjahr will das Duo aber wieder voll angreifen. Somit bleibt Erste-Liga-Bomber Benjamin Sulimani  auch weiterhin eine Joker-Rolle. Froylan Ledezma suchte bereits im Dezember das Weite, Neuzugang Bernhard Fucik ist eine große Unbekannte. Und Nachwuchshoffnung Marcel Sabitzer, Sohn des ehemaligen Teamspielers Herfried Sabitzer, wird weiterhin behutsam aufgebaut.

LAOLA1-Bewertung: Kehrt bei Hosiner und Ouedraogo der Killerinstinkt zurück, werden die Südstädter noch viele Gegner ärgern. Qualität und Quantität sind auch nach dem Abschied von Ledezma vorhanden.

Martin Wechtl

Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

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