Saisonvorschau 2015: Sturm Graz

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Eine Euphorie zum Saison-Start ist nichts Neues bei Sturm Graz. Gerade in diesem Jahrzehnt.

  • 2010: Man wollte den Schwung des Cup-Siegs in die neue Spielzeit mitnehmen. Dies ist angesichts des dritten Meistertitels der Vereinsgeschichte mehr als zufriedenstellend gelungen.
  • 2011: Nach dem Meistertitel schwebte eine ganze Fußball-Stadt ohnehin auf Wolke 7. Die Ernüchterung sollte bald folgen.
  • 2012: Die Bestellung von Peter Hyballa sorgte für neue Impulse. Die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Anfangszeit von "Sturm Neu" währten jedoch nur kurz.
  • 2013: Mit Darko Milanic wurde eine alte Liebe aufgewärmt, die Mitgift in Form von Robert Beric schien kostbar. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Deshalb müssen wir in unserer Aufzählung auch den Sommer 2014 auslassen. Tristesse und Pessimismus regierten vor einem Jahr rund um Graz-Liebenau, für positive Stimmung versuchten lediglich Zweckoptimisten zu sorgen. Die nahende Scheidung von Milanic war auch noch nicht wirklich absehbar.

Eine noch ältere und tendenziell noch größere Liebe sollte es in der Folge mit Franco Foda richten und tat dies auch.

Und 2015?

Die überwiegend überzeugenden Leistungen seit der Amtsübernahme des Meistermachers in Kombination mit einem gezielt verstärkten Kader wecken Hoffnungen.

Große Hoffnungen.

Foda ging schon in einige Saisonen als Sturm-Coach. Mit dem Luxus, im Sommer keine nennenswerten Abgänge kompensieren zu müssen, war er dabei noch selten konfrontiert.

Die großen Umbrüche wurden in den vergangenen Transferzeiten vollzogen. Diesmal war es lediglich von Nöten, auf der einen oder anderen Problemposition (Außenverteidigung!) nachzurüsten beziehungsweise Kaderdichte und Konkurrenzkampf zu erhöhen. Einen wirklich schwerwiegenden Abgang gilt es indes nicht zu verkraften.

Das Risiko eines personalbedingten Einbruchs wie am Ende der vergangenen Saison sollte damit minimiert sein.

Fakt ist: So stabil wie derzeit wirkte Sturm in der jüngeren Vergangenheit selten. Doch ist der Optimismus auch berechtigt?

TOR:

Eine Virusinfektion von Christian Gratzei verhinderte einen spannenderen Kampf um das Einser-Leiberl, sofern er wirklich spannend geworden wäre. Denn die Chancen von Michael Esser, der immerhin mit einem Vertrag bis Sommer 2018 ausgestattet wurde, als neue Nummer eins in die Saison zu starten, schienen von Beginn an gut. Es wird nun also am 1,98-Meter-Hünen aus Deutschland liegen, sich nachhaltig im Grazer Tor zu etablieren. Als jahrelanger Backup beim VfL Bochum zieren bislang erst 24 Liga-Spiele im Profibereich seine Visitenkarte. Man darf so gesehen gespannt sein, ob der 27-Jährige eine komplette Saison auf gutem Niveau durchspielen wird. Hinter den beiden Routiniers wird mit Tobias Schützenauer ein Youngster herangeführt, der sich bereits seine ersten Bundesliga-Sporen verdiente. Mit Fabian Ehmann wächst ein weiteres Talent heran.

LAOLA1-Bewertung: Esser hat in der Vorsaison beim VfL Bochum überzeugt, der deutsche Zweitligist ließ ihn nur ungern ziehen. Wird er den Vorschusslorbeeren gerecht, sollte er definitiv ein Upgrade und somit ein berechtigtes Investment darstellen. Gratzei etablierte sich 2014/15 wieder als Nummer eins, ließ neben guten Leistungen jedoch auch das eine oder andere vermeidbare Gegentor zu. Man darf gespannt sein, ob er sich abermals zurück ins Tor seines Lebensvereins kämpfen kann. Alles in allem sind die Grazer auf dieser Position gut besetzt.

ABWEHR:

Man mag es nach all den Jahren kaum glauben, aber offenbar ist Christian Klem doch einmal ernsthafter Konkurrenz ausgesetzt. Mit Charalampos Lykogiannis wurde ein 21-Jähriger von Olympiakos Piräus verpflichtet, der dem etatmäßigen Linksverteidiger den Kampf ansagen soll und zudem bestens ins zuletzt anvisierte Altersprofil passt. Theoretisch ist mit dem Griechen, Lukas Spendlhofer und Marvin Potzmann (alle Jahrgang 1993) eine Viererkette möglich, in der Kapitän Michael Madl (Jahrgang 1988) der absolute Senior wäre. Rechtsverteidiger Potzmann, der aus Grödig kam, ist ein weiteres Signal, dass man der Problemzone Außenverteidigung entgegentritt. Martin Ehrenreich hat zwar eine solide Saison in den Beinen, ist mit seinen 32 Jahren aber alleine altersbedingt keine Aktie für die Zukunft. Ihn als routinierte Alternative zu verlängern, machte jedoch durchaus Sinn. Im Abwehrzentrum haben sich Madl und Spendlhofer ligaweit als eines der besten Innenverteidiger-Duos etabliert, und zwar sowohl die Zweikampfstärke als auch den Spielaufbau betreffend. Bei ihren Backups ist vor allem von Wilson Kamavuaka ein Schritt nach vorne zu erwarten. Nach einem vereinslosen Herbst und einer Verletzung kurz nach Beginn der Frühjahrs-Saison sollte der 25-Jährige nun nach seiner ersten kompletten Vorbereitung in Graz in einem ganz anderen körperlichen Zustand und somit eine solide Alternative sein. Für Christian Schoissengeyr gilt es vorerst, erste Bundesliga-Erfahrungen zu sammeln, die ihm bei Rapid verwehrt blieben. Ein wenig auf dem Abstellgleis gelandet scheint Naim Sharifi. Youngster Benjamin Rosenberger wird aufgrund seines Kreuzbandrisses noch einige Monate fehlen.

LAOLA1-Bewertung: Schlägt Potzmann ein und provoziert Lykogiannis einen Leistungssprung von Klem oder überholt diesen, steht Sturm mit einer qualitativ guten Einser-Garnitur in der Abwehr da. Denn Madl und Spendlhofer sollten wieder eine Bank sein. Dahinter lässt sich ein qualitativer Abfall jedoch nicht verleugnen, eine größere Dichte im Vergleich zur Vorsaison mit Igor Oshchypko und Co. ist dennoch zu orten.

MITTELFELD:

Kristijan Dobras kann alle Positionen in der offensiven Dreierreihe spielen, Donis Avdijaj ebenso, auch Sascha Horvath ist relativ variabel einsetzbar. Die Flexibilität ist für Foda mit den Verpflichtungen von Dobras und Horvath definitiv erhöht worden. Dobras wusste bislang mit seiner Dynamik und spielerischen Stärke zu gefallen. Er findet immer wieder Lösungen in Eins-gegen-Eins-Situationen und sollte auch die Torgefahr aus der zweiten Reihe erhöhen. Ein Talent wie Horvath bekommt man in diesem Alter selten ablösefrei, ihn gilt es jedoch vor allem in punkto Zweikampfstärke noch weiterzuentwickeln. Dobras wird sich zu Beginn wohl auf links einordnen, wo mit dem letztjährigen Shootingstar Andreas Gruber jedoch ein weiterer - recht vielseitig einsetzbarer - Youngster zur Verfügung steht. Rechts sollte weiterhin das Revier von Thorsten Schick sein, der in der Vorsaison mit zwölf Assists überzeugte und mit seinen 25 Jahren vergleichsweise viel Routine aufweist. Für Marc Andre Schmerböck und David Schloffer heißt es vorerst wohl, auf Joker-Einsätze zu hoffen und sich so wieder aufzudrängen. Gerade Schmerböck muss seine verletzungsbedingt verkorkste letzte Saison abschütteln und neu durchstarten. Marko Stankovic wird nach seinem Kreuzbandriss wohl erst frühestens Oktober oder November ein Thema. Das Quartett in der Reihe dahinter wird von Simon Piesinger, Anel Hadzic, Daniel Offenbacher und Sandi Lovric gebildet. Ob Piesinger noch einmal eine derart torreiche Saison hinbekommt, bleibt abzuwarten. Aber auch spielerisch hat er sich besser als vielerorts erwartet entwickelt, wobei hier sicher noch weiteres Steigerungspotenzial besteht. Gespannt sein darf man vor allem auf die weitere Entwicklung von Lovric. Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld ist nicht ohne, aber dem 17-jährigen Supertalent ist es zuzutrauen, sich ein zunehmend größeres Stück vom Kuchen der Einsatzzeit abzuschneiden. Eine eher untergeordnete Rolle spielte in den letzten Saisonen David Schnaderbeck. Es ist mehr als fraglich, ob sich dies so schnell ändert.

LAOLA1-Bewertung: An interessanten Aktien mangelt es im Sturm-Mittelfeld nicht. Baut Avdijaj etwa auf sein gutes Frühjahr auf, schlummert in der 18-jährigen Schalke-Leihgabe etwa noch größeres Star-Potenzial. Das größte Plus scheint die durch die Neuzugänge vergrößerte Flexibilität zu sein, es sollten mehr Rochaden als bisher zu erwarten sein. Gerade Avdijaj und Dobras scheinen bereits bestens zu harmonieren. Die teils fehlende Erfahrung könnte den einen oder anderen Punkt kosten, dennoch ist es langfristig klüger auf zukunftsträchtiges Personal zu setzen.

ZUGÄNGE

ABGÄNGE

Michael Esser (VfL Bochum)

Daniel Beichler (St. Pölten)

Kristijan Dobras (Wiener Neustadt)

Benedikt Pliquett (Atletico Baleares)

Marvin Potzmann (Grödig)

Andreas Pfingstner (Wiener Neustadt/Leihe)

Sascha Horvath (Austria Wien)

Igor Oshchypko (Ziel unbekannt)

Charalampos Lykogiannis (Olympiakos Piräus)

Taisuke Akiyoshi (Ziel unbekannt)

Christian Schoissengeyr (Rapid Wien II)

Erman Bevab (Ziel unbekannt)

ANGRIFF:

Roman Kienast und sonst? Diese Frage war im Frühjahr mehr als berechtigt. Spätestens nach der Verletzung des Routiniers im Saisonfinish büßte Sturm erheblich an Torgefahr ein. Mit sieben Treffern in zwölf Spielen machte sich die Rückkehr des einstigen Meister-Helden als Ersatz für Marco Djuricin mehr als bezahlt. Kienast wird im Saisonverlauf jedoch seinen 32. Geburtstag feiern, also wäre es mehr als empfehlenswert, dass zumindest einem aus dem Duo Bright Edomwonyi und Josip Tadic der Knopf aufgeht. Edomwonyi hatte im Frühjahr aufgrund eines Mittelfußknochenbruchs kaum Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Tadic wiederum galt bereits als Fehleinkauf, hat zuletzt jedoch nicht nur wegen seines Doppelpacks im Cup Pluspunkte gesammelt. Da es Foda bei Kienast und Edomwonyi nach ihren Verletzungen eher vorsichtig anzugehen scheint, ist es nicht auszuschließen, dass der Kroate beim Saison-Start erste Wahl ist. Bei Sturm fühlt man sich im Angriff trotz der Fragezeichen bezüglich dieses Duos gut genug aufgestellt, sodass man zur Verwunderung diverser Beobachter auf ein Nachrüsten auf dem Transfermarkt verzichtete. Mit 16 Regionalliga-Toren für die Amateure hat sich zudem Danijel Klaric eine Beförderung erarbeitet.

LAOLA1-Bewertung: Sturm weiß, was man an Kienast hat. Es spricht wenig gegen weitere Tore des Altmeisters, der sich in Graz stets besonders wohl zu fühlen scheint. Ansonsten muss man die Floskel mit den Wundertüten bemühen. Edomwonyi und/oder Tadic könnten doch noch funktionieren, diesen Nachweis müssen sie jedoch erst erbringen. Klappt dies - aus welchen Gründen auch immer - wieder nicht, schaut es an vorderster Front nur bedingt rosig aus.

TRAINER:

Ein Euro für jedes Mal, wenn man seit vergangenen Herbst den Satz "Es ist, als ob er nie weggewesen wäre" gehört hat, und man hätte ein nettes Taschengeld zur Verfügung. Franco Foda stabilisierte die "Blackies" auf Anhieb und weckt als ehemaliger Meistermacher natürlich Hoffnungen, in dieser Saison darauf aufzubauen und noch weiter vorne anzugreifen. Der Deutsche ist fraglos ein Fachmann und somit ein absoluter Trumpf für Sturm. Menschlich präsentierte er sich umgänglicher, wenngleich der bisherige Ersatz-Goalie Benedikt Pliquett nach seinem Abschied ein anderes Bild zeichnete.

LAOLA1-Bewertung: Sturm hat in den vergangenen Jahren andere Trainer probiert, aber weder das riskante noch das konservative Modell funktionierten. Bei Foda wusste man, was man bekommt und bisher ging die Rechnung auf. Denn so sportlich konsolidiert wie derzeit wirkten die Grazer seit dem Meistertitel nicht mehr.


Anmerkung: Als Bewertungsgrundlage gibt es 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

MANAGER-SCHNÄPPCHEN:

Nach seinem Doppelpack im Cup wurde Josip Tadic von Trainer Foda großzügig mit Lob bedacht. Sollte die Leistung in Hartberg keine Eintagsfliege gewesen sein, könnte sich der in der Vorsaison enttäuschende Kroate mit einem Preis von 4,1 Millionen als Manager-Schnäppchen, wie es im Buche steht, erweisen. Dauerhaft an Roman Kienast vorbeizukommen, ist schwierig. Gelingt es doch, ist Tadic das Investment allemal wert.

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FÜNF FRAGEN:

 

Wird Sturm in dieser Saison attraktiven Fußball bieten?

Es spricht vieles dafür. Die Magerkost der Milanic-Ära konnte man schon über weite Strecken des Frühjahrs hinter sich lassen, bis personalbedingt die Luft ausging. Zwei Jahre arbeitete man bei Sturm daran, den Kader vor allem in den Bereichen Tempo und Spielstärke zeitgemäß aufzustellen. Länger als seit 2013 stehen lediglich Michael Madl, die beiden Eigengewächse David Schloffer und Marc Andre Schmerböck (alle seit 2012), Christian Klem, Martin Ehrenreich (beide seit 2009) sowie Goalie-Urgestein Christian Gratzei (seit 2003) im Aufgebot der Kampfmannschaft. Defensiv kompakt zu stehen, wird unter Foda weiterhin hohe Priorität haben, aber schnelles und variables Spiel nach vorne ist mit diesem Personal definitiv drinnen.

Ist die Ära von Christian Gratzei zu Ende?

Benedikt Pliquett, Johannes Focher, Silvije Cavlina, Andreas Lukse, Martin Kobras, Zdenko Baotic, Josef Schicklgruber, Darius Kampa, Grzegorz Szamotulski oder Radovan Radakovic - Gratzei hat über die Jahre viele Tormänner kommen und gehen gesehen, zwischenzeitlich seinen Stammplatz verloren, diesen zumeist jedoch wieder zurückgewonnen. In 237 Bundesliga-Spielen hütete er inzwischen das Grazer Tor. In diesem Sommer bekam er einen leistungsabhängigen Zweijahres-Vertrag. Den 33-Jährigen abzuschreiben, wäre zu früh. Einen Unterschied gibt es jedoch im Vergleich zu vielen seiner bisherigen Konkurrenten: Die Mehrheit wurde als Nummer zwei geholt. Mit Michael Esser kam diesmal eine potenzielle Nummer eins, die mit einem Dreijahres-Vertrag ausgestattet wurde.

Wo muss sich Sturm steigern?

Auf jeden Fall gegen die direkte Konkurrenz. Vier von zwölf möglichen Punkten gegen Salzburg, zwei Punkte plus Cup-Aus gegen Rapid, vier Punkte gegen Altach - gegen wen Sturm in der vergangenen Saison ein noch besseres Abschneiden liegen ließ, ist schnell eruiert. Während man sich gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte relativ wenige Ausrutscher leistete und konstant Punkte einfuhr, überzeugte man in den Duellen gegen nominelle "Spitzenteams" lediglich gegen Austria Wien (acht Punkte), was 2014/15 jedoch auch nur bedingt eine Kunst war. In einer Saison, die der allgemeinen Erwartung nach enger als in den vergangenen Jahren verlaufen sollte, kommt den direkten Duellen nun eine umso größere Bedeutung zu.

Kommt Bewegung in die Stadion-Frage?

Die beiden Stadion-Projekte in Wien setzen Sturm unter Druck. Mit Rapid und Austria wird die direkte Konkurrenz der "Blackies" in absehbarer Zeit über moderne Arenen verfügen, während der Fußballplatz in Liebenau sich seinem 20. Geburtstag nähert. Eine konkrete Antwort auf diese Frage wäre unseriös, so ganz genau kennt diese wohl keiner. Man darf jedoch zumindest hoffen, dass sich der Wind in der steirischen Politik ein wenig drehen wird. Die Stadtpolitik gab sich zuletzt nach jahrelangen Debatten ein wenig aufgeschlossener, und mit dem neuen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer ist nun ein Fußball- und Sturm-Fan an der Macht. Dies muss natürlich nichts heißen, kann es aber. Und wenn es nur die bisweilen etwas mühsamen Gespräche erleichtert. Handlungsbedarf bestünde allemal. Das Sturm-Argument, dass sich die öffentliche Hand um ihr Eigentum kümmern und es nicht irreparabel in die Jahre kommen lassen sollte, ist durchaus ein stechendes und vor allem logisch nachvollziehbares.

Was tut sich sonst im Sturm-Umfeld?

Nach einigen turbulenten Jahren befinden sich die "Blackies" derzeit in relativ ruhigem Fahrwasser. Vor allem sportlich. GM Gerhard Goldbrich ist es in den Transferzeiten seit seinem Amtsantritt gelungen, den Kader mehr oder weniger komplett auszutauschen (siehe Frage 1) und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten zeitgemäß aufzustellen. Abseits des Platzes läuft die Modernisierung. Die Scouting-Abteilung ist im Aufbau und wird sich früher oder später an den Transfer-Resultaten messen lassen müssen. Die Ankündigung von Präsident Christian Jauk im LAOLA1-Interview, den Verein in eine wissenschaftlichere Richtung entwickeln zu wollen, ist interessant. Der FC Midtjylland lässt grüßen. Auf dem österreichischen Markt kann man damit tendenziell punkten, wie man Sturm grundsätzlich zu Gute halten kann, internationalen Trends und neuem Denken gegenüber zumindest aufgeschlossen zu sein. Zudem steht im Winter die nächste ordentliche Generalversammlung an. Ob Jauk sich der Wiederwahl stellt, scheint hinter den Kulissen entschieden, wird jedoch öffentlich noch nicht kommuniziert.

DIE TIPPS DER LAOLA1-BUNDESLIGA-REDAKTION:

Hier findet ihr die weiteren Saison-Vorschauen aller Bundesliga-Klubs:

DAS LAOLA1-FAZIT:

Ja, berechtigt ist der Grazer Optimismus allemal. Anders als in den vergangenen Jahren begründet sich die Zuversicht diesmal auf Taten und nicht auf großen Worten. Die vergangene Saison war schlicht und einfach ein Schritt nach vorne, auf dem nun aufgebaut werden soll. Diesbezüglich gibt die Transferpolitik Anlass zur Hoffnung. Ein Kader, in dem auch die menschliche Chemie wieder zu stimmen scheint, wurde sinnvoll verstärkt. Dies kann man jedoch auch der Konkurrenz attestieren. Austria Wien hat aufgerüstet, Rapid Wien scheint in der sportlichen Entwicklung eine Spur weiter zu sein als Sturm und Salzburg - der Double-Gewinner verfügt allen Abgängen zum Trotz immer noch über den nominell besten Kader. Dieses Trio ist zudem finanzkräftiger als die Grazer, deren Budget weiterhin rund elf Millionen Euro beträgt. Die Luft an der Spitze könnte also dünn werden. Das Minimalziel, ein Platz im internationalen Geschäft, ist aber allemal berechtigt. Träume von mehr, und die kursieren bei diversen Fans nicht nur zwischen den Zeilen, sind jedoch womöglich noch etwas verfrüht. Wahrscheinlicher ist ein Jahr der weiteren Stabilisierung unter Foda, garniert mit recht attraktivem Fußball. Und um die Sache mit der Tabellenplatzierung realistisch einzuordnen: Abgesehen vom Titelgewinn 2011 war Sturm seit 2002 in der Endabrechnung nicht ein einziges Mal besser als Vierter. Betrachtet man es von dieser Warte, wäre sogar Rang drei ein Fortschritt...


Peter Altmann

Redakteur

Prognose Sturm

Peter Rietzler

4.

Peter Altmann

4.

Harald Prantl

4.

Martin Wechtl

3.

Alexander Karper

4.

Bernhard Kastler

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