Saisonvorschau 2014: Wolfsberger AC

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Beim Wolfsberger AC hat man sich längst auf einen längeren Verbleib in der höchsten österreichischen Spielklasse eingestellt.

Das erste Jahr haben die Kärntner bravourös als Fünfter abgeschlossen und selbst das verflixte zweite Jahr konnte schlussendlich als Erfolg gewertet werden.

Seit nämlich Dietmar Kühbauer das Ruder übernahm, ging es stetig bergauf, die Abstiegsangst war schnell beseitigt und schlussendlich landete man auf Rang sieben.

Fortan geht es um Kontinuität und Steigerung, um möglicherweise in ähnliche Gefilde wie in der Premierensaison vorzustoßen.

Das Trainerteam gilt als eingeschworene Truppe, die Mannschaft reift mit den Aufgaben und mit Präsident Dietmar Riegler sorgt ein Geschäftsmann für die vorbildlichen Rahmenbedingungen.

Die Lavanttal-Arena ist mittlerweile längst bundesligatauglich, zudem wird sie kommenden Sommer mit einer Rasenheizung weiter aufgewertet.

Ein weiterer Beweis dafür, dass man sich langfristig in der Bundesliga einnisten will. Dafür sorgen soll der runderneuerte Kader und Erfolgstrainer Kühbauer, der einen besonderen Puzzlestein im großen Ganzen darstellt.

Fakt ist, dass sich der WAC längst etabliert hat und auch zur Anlaufstelle größerer Namen geworden ist als noch vor einiger Zeit, das hat die Transferphase bewiesen.

Beim Wolfsberger AC blieb in der Transferzeit diesmal kein Stein auf dem anderen.

13 Spieler suchten das Weite, dafür konnten acht Neuzugänge für den Bundesligisten gewonnen werden.

Mit Michele Polverino, Sandro Gotal oder Christian Falk verließen Leistungsträger vergangener Tage den Verein.

Doch anstatt Trübsal zu blasen, gelang es den Verantwortlichen den Kader zumindest von den Namen her qualitativ noch auf eine höhere Stufe zu heben.

Im Fokus dabei stehen die beiden neuen Gesichter Manuel Weber und Manuel Seidl.

Ersterer zog jahrelang beim SK Sturm Graz im Mittelfeld die Fäden und soll irgendwie die Lücke, die Michael Liendl im Winter hinterlassen hatte, füllen.

Manuel Seidl kam vom SV Mattersburg und galt lange Zeit als großes Talent, ehe ihn zwei Kreuzbandrisse aus diesem Traum rissen.

Dazu kommen Spieler wie Christopher Wernitznig, Stephan Palla, Daniel Drescher, Michael Berger, Tadej Trdina und der lange Zeit verletzt ausfallende Peter Tschernegg, die dem Kader Breite und mehr Optionen verleihen.

Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen will sich der WAC diesmal von Anfang an in höheren Gefilden bewegen.

Vom System abzuweichen, scheint nicht der Plan von Trainer Dietmar Kühbauer zu sein. Alles deutet auf ein 4-2-3-1 und unter Umständen auf ein 4-4-2 hin.

Die offensive Ausrichtung wird dabei nicht abhanden kommen. Mit einer kompakten Defensive und spielerischer Linie kann Kühbauer sein Konzept dieses Mal von Saisonbeginn umsetzen.

ZUGÄNGE

ABGÄNGE

Michael Berger (Wr. Neustadt)

Daniel Segovia (St. Pölten)

Peter Tschernegg (Grödig)

Jose Antonio Solano (Horn)

Stephan Palla (Rapid)

Mario Kröpfl (Horn)

Daniel Drescher (Admira)

Christian Falk (RW Erfurt)

Manuel Weber (Sturm)

Sandro Gotal (Hajduk Split)

Tadej Trdina (Grödig)

Michele Polverino (FC Vaduz)

Christopher Wernitznig (Wacker)

Danijel Micic (Wacker)

Manuel Seidl (Mattersburg)

Gernot Suppan (Kapfenberg)

Kevin Vaschauner (BW Linz)

Nenad Jovanovic

Maximilian Ritscher

Martin Salentinig

Max Friesacher

TOR:

Mit Christian Dobnik hat Trainer Dietmar Kühbauer einen sicheren Rückhalt in seinen Reihen, welcher der Konkurrenz zumindest einen Schritt voraus ist. Der 28-Jährige hat schon bessere Saisonen als die vergangene hinter sich, in der er mit 69,2 Prozent gehaltenen Schüssen ligaintern im Mittelfeld rangierte. Trotzdem stellt sich beim WAC vorerst keine Torhüterfrage. Als Nummer zwei gilt der 27-jährige Alexander Kofler, der, ohne zu glänzen, schon letzte Saison sechs Mal in der Bundesliga für Dobnik einsprang und zudem die Cup-Partien bestreiten durfte. Als Backup wird Marco Soldo von der zweiten Mannschaft der Wölfe hochgezogen, wenn Not am Mann ist.

LAOLA1-Bewertung: Dobnik bringt jene Attribute mit, die ein überdurchschnittlicher Keeper haben muss, wirkte zuletzt allerdings nicht mehr so souverän, wie er es schon unter Beweis stellen konnte. Kofler ist ein braver, aber nicht herausragender Ersatzmann. Zudem mangelt es am nötigen Konkurrenzkampf.

ABWEHR:

Der Abwehrverbund wurde im Vergleich zur Vorsaison in der Breite verbessert, der Stamm bleibt jedoch gleich. Mit 63 Gegentoren kassierten die Kärntner nur die fünfmeisten der Liga. In der Zentrale sind Kapitän Michael Sollbauer, der seinen Vertrag trotz Angeboten um zwei Jahre verlängerte, und Nemanja Rnic gesetzt. Mit Daniel Drescher wurde Ersatz geholt, Boris Hüttenbrenner weist ebenfalls schon Erfahrung in der Innenverteidigung auf, ist aber normalerweise eine Reihe weiter vorne eingeplant. Auch Stefan Schwendinger kann zurückbeordert werden. Auf der rechten Seite spult Oldie Joachim Standfest seine Kilometer ab, mit Michael Berger wurde zudem ein jüngerer Backup engagiert. Auf der linken Außenbahn gibt es keinen klaren Favoriten. Dario Baldauf war zuletzt immer gesetzt und ließ sich kaum etwas zu Schulden kommen. Deshalb wird er zumindest anfangs die Nase gegenüber Stephan Palla haben, der vergangenes Jahr bei Rapid kläglich scheiterte, vorne haben.

LAOLA1-Bewertung: Die Abwehr konnte sich schon in den letzten Jahren bewähren und wurde mit konkurrenzfähigen Spielern ergänzt. Das eingespielte Innenverteidiger-Duo Sollbauer und Rnic sowie Standfest und Baldauf auf den Außenpositionen kann der gegnerischen Offensive schon weh tun.

  MITTELFELD:

Das Mittelfeld der Wolfsberger erstrahlt in neuem Glanz. Mit Manuel Weber konnte für die Verhältnisse der Wölfe ein Hochkaräter von Sturm weggelotst werden, der in der Zentrale die Fäden ziehen soll. Auch Manuel Seidl gilt als Top-Einkauf, muss sich allerdings nach zwei Kreuzbandrissen erst wieder an jene Form, die er früher bei Mattersburg unter Beweis stellte, herantasten. Gelingt ihm das, ist er neben Weber gesetzt, kann aber auch auf die Seiten ausweichen. Als Alternativen bietet sich Boris Hüttenbrenner an, der zumindest bis Seidl wieder bei hundert Prozent ist, in die Saison starten wird. Auch Roland Putsche kann diese Rolle übernehmen. Der erst 19-jährige Stefan Schwendinger gilt als Rohdiamant und hat sein Talent bereits unter Beweis gestellt. Auch er wird zu seinen Einsätzen kommen. Den offensiveren Part übernimmt Peter Zulj, der nach seiner Verpflichtung sofort einschlug und nicht nur aus Standards für Gefahr sorgte. Bitter ist der Ausfall von Peter Tschernegg, der sich kurz nach der Verpflichtung einen Kreuzbandriss zuzog und erst im Frühjahr ins Team wachsen wird. Auf der rechten Seite führt kein Weg an Flügelflitzer Manuel Kerhe vorbei. Trotz Fehlens in der Vorbereitung aufgrund einer Achillessehnenreizung wird Rene Seebacher ihn nicht ablösen können. Links hat der wiedererstarkte Jacobo ein Leiberl. Mit Neuzugang Christopher Wernitznig sitzt ihm jedoch ein antrittsschneller Flankenspieler im Nacken.

LAOLA1-Bewertung: Das Mittelfeld hat zumindest von den Namen her an Wert gewonnen, nun geht es darum, dass Weber und Co. die Erwartungen erfüllen. Die Außenspieler können jedem Gegner einheizen. In der Breite ist man gut aufgestellt und konnte qualitativ einen Schritt nach vorne machen.

ANGRIFF:

Daniel Segovia und Christian Falk sind weg, nun ist guter Rat teuer. Mit Tadej Trdina wurde bisher nur ein Stürmer nachgeholt. Zwar kam der Angreifer in der Vorsaison bei Grödig auf neun Saisontreffer, allerdings konnte er in der Ersten Liga seine Durchschlagskraft besser unter Beweis stellen. Mit Silvio Carlos de Oliveira, der nach unglücklichem Start langsam aber doch in die Mannschaft hineinwuchs, bietet sich aktuell eigentlich nur eine Alternative. Zwar hat auch Peter Zulj Erfahrungen, noch offensiver zu spielen, allerdings fehlt es in der Breite an Qualität. Nicht umsonst scheint die Suche nach einem weiteren Stürmer noch nicht abgeschlossen zu sein.

LAOLA1-Bewertung: Offensive, torgefährliche Mittelfeldspieler sind schön und gut, aber die magere Auswahl an Stoßstürmern könnte dem WAC auf den Kopf fallen. Trdina sind einige Treffer zuzutrauen, allerdings sollte sich dahinter noch etwas tun, um konkurrenzfähig zu sein. So ist das eindeutig zu wenig.

TRAINER:

Dietmar Kühbauer geht zwar erst in seine erste komplette Saison beim WAC, weiß aber längst wie der Hase rennt. Nach zwei Saisonen mit der Admira und einem dreiviertel Jahr mit den Kärntnern im Oberhaus, zählt der mittlerweile 43-Jährige sogar zu den erfahreneren Trainern in der Bundesliga. Und seine Arbeit und die Erfolge mit Außenseiter-Teams können sich durchaus sehen lassen. Die Südstädter führte der Ex-Profi auf einen Europacup-Platz, schaffte in der kommenden Saison allen Widerständen zum Trotz den Klassenerhalt und brachte das Werkl nach seiner Übernahme auch beim WAC zum Laufen. Zudem sind er und Co-Trainer Manfred Nastl seit Jahren ein eingespieltes Team. Hannes Jochum ist als zweiter Assistent ein Kärnten-Insider, Adi Preschern übernimmt das Tormann-Training. Kühbauer ist es aufgrund seines Einsatzes, seiner Leidenschaft und seinem Arbeitseifer durchaus zuzutrauen, auch in dieser Saison für eine Überraschung im positiven Sinne zu sorgen. Bewiesen hat er es schon des öfteren.

LAOLA1-Bewertung: Kühbauer hat den Vorteil, diese Saison von Anfang an seine Philosophie in die Köpfe der Spieler zu bekommen. Schon letztes Jahr ließ er den WAC attraktiv und offensiv agieren, daran wird sich nichts ändern. Für das Trainerteam spricht das blinde Vertrauen und die langjährige Erfahrung zwischen dem Cheftrainer und Freund Nastl.


Anmerkung: Als Bewertungsgrundlage gibt es 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

SCHLÜSSELSPIELER:

Manuel Weber: Beim SK Sturm rückte der Mittelfeldstratege immer mehr ins zweite Glied. Beim WAC hingegen soll er mit seiner Erfahrung das Spiel lenken und jene Lücke schließen, die Michael Liendl durch seinen Abgang im Winter hinterlassen hat. Vergleiche mit seinem Vorgänger scheut der 28-Jährige. Dass in ihn große Erwartungen gesteckt werden, sollte ihm aber bewusst sein. Seine Stärken hat er bereits des öfteren unter Beweis gestellt.

 

Manuel Kerhe: Mit seinen 26 Jahren ist der rechte Flügelflitzer nicht mehr aus dem Kader des WAC wegzudenken. In der vergangenen Saison stand er in allen 36 Bundesliga-Partien (!) auf dem Platz, schoss sechs Tore und lieferte elf Assists. Durch seine Schnelligkeit öffnet er Räume und ist ein ständiger Unruheherd. In Wolfsberg zählt der Offensivspieler längst zu den Führungsspielern und kann in einem Spiel den Unterschied ausmachen.

UNTER DRUCK:

Silvio Carlos de Oliveira: Drei Tore in einem Spiel sind aller Ehren wert. Wenn es in zwölf Einsätzen jedoch dabei bleibt, ist das für einen Stürmer einfach zu wenig. Der 29-jährige Brasilianer muss sich nach seinem ersten halben Jahr steigern und zur wahren Alternative zu Tadej Trdina werden. Mehr Angreifer hat der WAC ohnehin nicht in seinen Reihen. Kommt er da nicht über seine Jokerrolle hinaus, hat er seine Chance wahrlich nicht gut genützt.

 

Stephan Palla: Bei Rapid nicht geschafft, bei der Admira wieder zurückgekämpft, um schlussendlich erneut bei den Grün-Weißen zu scheitern. Für den 25-jährigen Linksverteidiger ist es längst an der Zeit, um wieder beide Beine auf den Boden zu bekommen und nach langem wieder mal für positive Schlagzeilen zu sorgen. Möglicherweise ist der WAC wieder ein guter Boden für ihn. Trainer Kühbauer kennt ihn ja noch aus gemeinsamen Admira-Zeiten.

MANAGER-SCHNÄPPCHEN:

Stefan Schwendinger (19) gilt als großes Talent, das im Vorjahr bereits auf zwölf Einsätze kam - Tendenz steigend. 5,5 Mio. wären gut angelegt.

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DAS LAOLA1-FAZIT:

Der Wolfsberger AC kann zuversichtlich in die neue Saison gehen. Schließlich wurde in der Sommerpause alles unternommen, um die Lehren aus der vergangenen Spielzeit zu ziehen und das Team gezielt zu verstärken. Wichtige Leistungsträger konnten gehalten werden, namhafte Spieler kamen dazu und junge Akteure erhöhen den Konkurrenzkampf in einem Team, in dem jede Position doppelt besetzt ist. Zudem gibt die Arbeit von Trainer Dietmar Kühbauer Hoffnung. Seit seiner Anstellung im September des Vorjahres ging es - mit einzelnen Ausnahmen - steil bergauf. Die Kärntner wären gut beraten, den bereits 2015 auslaufenden Vertrags des Erfolgsgaranten rechtzeitig zu verlängern. Im Umfeld wird daran gearbeitet, sich auf einen längeren Verbleib in der Bundesliga einzustellen, die Rasenheizung ist bereits für Sommer 2015 angekündigt. Mit dem Abstieg sollten die Kärntner in dieser Saison ohnehin nichts zu tun haben,  dafür wird "Leitwolf" Kühbauer schon sorgen. Die vorhandene Qualität spricht für einen gesicherten Mittelfeldplatz.


Alexander Karper

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