Wunschelf und Kaderbewertung Wacker Innsbruck

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Angriffspressing, schnelle Balleroberungen, gutes Umschalten – in seiner ersten vollen Saison als Trainer des FC Wacker Innsbruck möchte Roland Kirchler das Publikum am Tivoli mit attraktivem Fußball verwöhnen.

Ein großes Ziel für einen Fast-Absteiger, der jedoch schon im Laufe des Frühjahrs einen Schritt nach vorne gemacht und sich schließlich quasi in letzter Minute gerettet hat.

In seiner Doppelfunktion als Sportdirektor holte Kirchler während der Sommerpause das Maximum aus dem erneut reduzierten Budget heraus.

Unter den Neuzugängen sind durchaus Akteure dabei, die sich als Bereicherung herausstellen könnten, während kaum ein Abgang wirklich weh tut – Carlos Merino war vergangene Saison nur selten in Normalform, „Retter“ Julius Perstaller drückte ebenso wie Marcel Schreter meist die Ersatzbank, an Martin Svejnoha nagte bereits der Zahn der Zeit.

Kirchler bevorzugt ein 4-1-4-1-System, das gegen stärkere Gegner auch zu einem 4-2-3-1 werden kann. Der Konkurrenzkampf für einen Platz in der Startelf ist dabei gar nicht einmal so gering.

LAOLA1 nimmt den Kader des FC Wacker genauer unter die Lupe:

TOR:

Die Innsbrucker „Lebensversicherung“ Szabolcs Safar muss man nicht mehr groß vorstellen. Der bald 39-Jährige ließ sich zu einer Verlängerung seiner Karriere um ein weiteres Jahr überreden. Angesichts seiner Leistungen ist die Zeit auch noch nicht reif, die Handschuhe an den Nagel zu hängen. Am gebürtigen Ungarn lag es nicht, dass Wacker in Abstiegsgefahr geriet. Mit dem aus Ried geholten Wolfgang Schober anstelle von Markus Egger sollte die Position des Ersatztorhüters verstärkt worden sein. Der 24-Jährige hat in dieser Saison die Gelegenheit, sich als Nummer eins der Zukunft zu empfehlen. Mit dem aus Lienz verpflichteten Julian Weiskopf und Lukas Wedl stehen zwei Youngsters in der Warteschleife.

LAOLA1-Bewertung: Safar steht für Kontinuität und Qualität. Schober sollte ihn ernsthafter herausfordern, als dies zuletzt der Fall war und zumindest einiges vom Routinier lernen. Im Tor muss sich der FC Wacker vor vielen Liga-Konkurrenten nicht verstecken.

ABWEHR:

In der Verteidigung bestand nach 75 Gegentreffern in der Vorsaison akuter Handlungsbedarf. Die Transferbilanz dieses Sommers wird maßgeblich davon abhängen, wie Egoitz Jaio (131 spanische Zweitliga-Spiele) einschlägt. Der Spanier kam auf Vermittlung des früheren Abwehrchefs Inaki Bea. Kann er an dessen Leistungen anknüpfen, wäre den Tirolern enorm geholfen. Dass sich der 32-Jährige in der Vorbereitung eine schwere Kieferverletzung zugezogen hat, ist allerdings kein idealer Start. Neben dem Routinier sollte Stipe Vucur ein Upgrade in der Abwehrzentrale darstellen, der 21-Jährige hat in Lustenau bereits sein Können unter Beweis gestellt. Als erste Alternative bietet sich Sebastian Siller, der im Meisterschaftsfinish aufzeigte, an. Mit Michael Steinlechner schnuppert ein 26-jähriger Spätstarter aus Wattens erstmals Bundesliga-Luft. Auch Marco Kofler kann jederzeit auf seine Stammposition beordert werden. Links in der Viererkette sollte mit Christian Schilling einer der Shootingstars der Vorsaison gesetzt sein, er hat Alexander Hauser auf dieser Position verdrängt. Rechts erscheint Thomas Bergmann mehr oder weniger konkurrenzlos. Als Alternative könnte der wiedergenesene Thomas Löffler nach hinten rücken.

LAOLA1-Bewertung: Diese Formation gleicht insofern einem Mysterium, als eine seriöse Einschätzung Jaios ob dessen Verletzung bislang kaum möglich ist. Erfüllt der Baske die Erwartungen, wird Vucur seinem guten Ruf auch in der Bundesliga gerecht und macht Schilling einen weiteren Schritt vorwärts, schaut es nicht schlecht aus. Für den Moment jedoch noch ein bisschen zu viel Konjunktiv…

MITTELFELD:

Marco Kofler sollte Tomas Abraham den Posten als defensiver Mittelfeldspieler im 4-1-4-1-System abgerungen haben. Der Tscheche bleibt jedoch auch ohne Stammplatz Kirchlers Verbindungsmann zur Mannschaft. Es schadet zumindest nicht, den 34-Jährigen als erfahrene Alternative im Kader zu haben. Auch Simon Piesinger hat auf dieser Position schon Talentproben abgeliefert, ihn plagt jedoch noch eine Patellasehnenverletzung. In der Reihe davor scheint links Christopher Wernitznig gesetzt zu sein. Schwächelt der nicht immer konstante Kärntner, steht mit Hauser guter Ersatz parat. Zentral hat Lukas Hinterseer ein gutes Saisonfinish hingelegt, hat daher einen Bonus. Sein Nebenmann dürfte Miroslav Milosevic sein, der Neuzugang aus Horn greift mit 27 erstmals in der Bundesliga an. Christoph Saurer muss nach einer Meniskusverletzung um den Anschluss kämpfen. Rechts ist Daniel Schütz eine solide Option. Gespannt sein darf man, ob das 18-jährige Talent Andreas Kuen in dieser Saison vermehrt Bewährungsproben bekommt.

LAOLA1-Bewertung: Viel wird davon abhängen, ob Milosevic den guten Eindruck aus Horn eine Spielklasse höher bestätigen kann. Wernitznig und Schütz müssen ihre Leistungen konstanter abrufen, Hinterseer sich erst über eine ganze Saison beweisen. Diese Spieler passen jedoch in Kirchlers Profil von schnellen und aggressiven Akteuren.

ANGRIFF:

Roman Wallner, und sonst? Über die Qualität des „Wandervogels“ muss man nicht diskutieren, der Routinier erwies sich schon in der Vorsaison als Bereicherung. Dahinter gibt es viele Fragezeichen. Mit Stjepan Vuleta, der auch am rechten Flügel einsetzt werden kann, wurde ein Leihspieler aus Basel verpflichtet. Kirchler schwärmt vom Schweizer, der 19-Jährige muss diesen Vorschusslorbeeren jedoch erst gerecht werden. Spannend ist die Verpflichtung von Daniel Brauneis. Der 26-Jährige wies in den vergangenen Jahren in der Regionalliga eine gute Trefferquote auf, verfügt jedoch über keinerlei Bundesliga-Erfahrung. Mit Alexander Fröschl und Alexander Gründler lauern zwei Talente auf ihre Chance.

LAOLA1-Bewertung: Wallner hin oder her, verglichen mit anderen Teams ist der Innsbrucker Angriff sehr dünn besetzt, vor allem weil sich Vuleta und Brauneis in der Bundesliga erst einen Namen machen müssen. Hat Kirchler bei diesen beiden Personalien ein gutes Auge bewiesen, schaut es jedoch anders aus.


Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

Peter Altmann

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