Wunschelf und Kaderbewertung Wolfsberger AC

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"In der letzten Saison wurde viel und oft getauscht. Das wird auch heuer wieder so sein." Co-Trainer Hannes Jochum prophezeit unter Slobodan Grubor zahlreiche Rotationen.

Das ist insofern interessant, als dass der Kern der Mannschaft eigentlich steht. Das Gerüst der Premieren-Saison blieb erhalten, lediglich in der Breite wurde verstärkt. Um aber auch im zweiten Bundesliga-Jahr überraschen zu können, wird es eben der einen oder anderen Umstellung benötigen.

Gekommen sind mit Danijel Micic, Daniel Dunst und Rückkehrer Sandro Gotal drei Spieler, die in die erste Mannschaft drängen. Alexander Kofler, Kevin Vaschauner und Martin Salentinig werden wohl auf ihre Chance warten müssen. "Wenn alle fit sind, herrscht großer Konkurrenzkampf", bestätigt ein zufriedener Jochum.

Am System dürfte sich vorerst nichts ändern. Die Kärntner agieren aus einem 4-5-1 bzw. 4-1-4-1-System, das gelegentlich um einen zweiten Stürmer erweitert zu einem 4-4-2 umfunktioniert wird.

LAOLA1 nimmt den Kader des WAC genauer unter die Lupe:

TOR:

Mit Christian Dobnik spielt einer der talentiertesten Torhüter Österreichs beim WAC. Wäre der gebürtige Klagenfurter ein wenig größer als 1,80 Meter, wäre er wohl a) bereits im Kreis des Nationalteams und b) nicht mehr in Wolfsberg. 72,4 Prozent aller Torschüsse zu halten, beeindrucken ebenso wie die Konstanz, mit der sich der 27-Jährige in seiner ersten Bundesliga-Saison bewährt hat. Für die neue Spielzeit bekommt Dobnik mit Alexander Kofler einen starken Backup, der nach drei Jahren als Einser-Torhüter von Austria Lustenau ebenso Ansprüche erhebt. Der 22-jährige Max Friesacher wird ein weiteres Jahr die dritte Geige spielen.

LAOLA1-Bewertung: Dobnik ist einer der besten Torhüter der Liga und ein Paradebeispiel an Professionalität. Wird er von seiner neuen Nummer zwei ebenso beflügelt wie von Marco Knaller, liefert er weiterhin Top-Leistungen ab. Sollte er zu schwächeln beginnen, steht mit Kofler ein Ersatzmann parat, der durchaus Einser-Qualitäten hat.

ABWEHR:

Mit Kapitän Michael Sollbauer, Nenad Jovanovic und Jose Solano, sofern dieser endlich fit bleibt, stehen drei solide und zweikampfstarke Innenverteidiger zur Verfügung, die im Spiel nach vorne aber Luft nach oben haben. Dahinter stehen Youngster Maximilian Ritscher und als Aushilfe Boris Hüttenbrenner parat. Mehr Sorgen als die Zentrale machen allerdings die Außenbahnen. Dauerläufer Dario Baldauf gilt auf links gesetzt, auf der anderen Seite dürfte nach dem Abschied des suspendierten Christian Thonhofer auf Neuzugang Daniel Dunst vertraut werden. Dahinter sieht es eher schlecht aus. Manuel Kerhe zurückzuziehen war kein allzu erfolgreiches Experiment, Gernot Suppan wirkt für die Bundesliga zu hölzern und Martin Salentinig wird wohl noch Zeit brauchen.

LAOLA1-Bewertung: Die Abwehr der Wolfsberger ist mit einem Wort zu beschreiben: Solide. Keiner der Stammformation fällt groß ab, keiner aber auch groß auf. Es sei denn, Sollbauer macht in dieser Saison den nächsten Schritt. Den Ansprüchen der Bundesliga sollte die Viererkette, die in der letzten Spielzeit 56 Gegentore erhielt, allerdings alle Mal genügen.

MITTELFELD:

Das Prunkstück der Kärntner ist zweifelsohne das Mittelfeld. Die erste Garnitur mit den Filigran-Technikern Michael Liendl, David De Paula und Jacobo sowie Abräumer Michele Polverino und Flügelflitzer Manuel Kerhe, mit 104 Hereingaben Top-Flankengeber der Liga, muss sich vor kaum einem Rivalen verstecken. Für die Besetzung der "Sechs" stehen zudem Boris Hüttenbrenner, Danijel Micic und Roland Putsche zur Verfügung, wenngleich Letzterer ebenso wie Jacobo nach einer Operation noch Zeit brauchen wird. Auf den Außenbahnen kann man sich auch die Neuen Kevin Vaschauner und Sandro Gotal erwarten, die ihre Stärken klar in der Offensive haben.

LAOLA1-Bewertung: Liendl, Jacobo und der immer stärker werdende de Paula verfügen über die nötige Kreativität, um im zweiten Jahr in der Bundesliga auch spielerisch den geforderten Schritt nach vorne zu machen. Daneben gibt es eine breite Bank an Spielern, die dem Trio den Rücken freihält, bzw. für Dynamik auf den Flügeln sorgt. Alles in allem verfügt der WAC also über eine ausgeglichene Mischung mit dem besonderen Etwas.

ANGRIFF:

An vorderster Front herrscht Einsamkeit. So sah es zumindest in vielen Partien aus, in denen Mihret Topcagic als Solospitze agierte. Der gebürtige Bosnier machte seine Sache aber sehr gut, weshalb sich erstens Rapid für ihn interessierte und zweitens ihm auch in diesem Jahr die "Pole Position" im Sturm zusteht. Sein härtester Konkurrent, Christian Falk, muss sich noch von seiner Schambeinentzündung erholen. Beweist Ruben Rivera mehr Kaltschnäuzigkeit, ist auch mit dem Spanier zu rechnen. Sandro Gotal hat zehn Erstliga-Tore auf seiner Empfehlung stehen, Kevin Vaschauner zwölf Treffer in der Regionalliga Mitte. Ihre Bundesliga-Tauglichkeit müssen die zwei aber erst beweisen.

LAOLA1-Bewertung: Da der WAC zumeist ohnehin nur mit einem richtigen Stürmer agiert, ist das vorhandene "Spielermaterial" durchaus ausreichend. Topcagic wird von Falk und Rivera, die beide bestrebt sind, es nach den Enttäuschungen der ersten Bundesliga-Saison allen zu zeigen, Druck bekommen. Der von Jochum erwähnte Konkurrenzkampf dürfte im Sturm am deutlichsten zum Ausdruck kommen und könnte große Früchte tragen.

 

Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.


Christian Eberle

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