Wunschelf und Kaderbewertung Red Bull Salzburg

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"Voller Angriff" heißt die Devise von Red Bull Salzburg!

In der anstehenden Saison will der "Vize" der vergangenen Saison den Titel nicht nur zurück in die Mozartstadt holen, sondern auch der Liga einen Stempel aufdrücken.

Dafür und für die internationalen Aufgaben wurde die Offensive weiter aufgerüstet: Yordy Reyna kam aus Peru, Taxiarchis Fountas steht ante portas. Marco Meilinger und Jakob Jantscher kamen zurück. Und was zuvor im Kader stand, kann sich ja auch sehen lassen.

Bei LAOLA1 erklärte Trainer Roger Schmidt in der Vorbereitung, dass nicht auszuschließen sei, die geballte Offensivkraft auf das Feld zu schicken.

"Das kann ich mir gut vorstellen, sofern die Spieler nicht nur offensiv ihren Teil beitragen, sondern auch defensiv. Wenn man solche Spieler hat und die das umsetzen können, dann spricht überhaupt nichts dagegen."

Eine Startelf mit allen Offensivstars (siehe Wunschelf) ist also nicht ausgeschlossen, wenngleich das nicht gegen jeden Gegner praktizierbar sein wird.

In der Vorbereitung kristallisierte sich ein 4-4-2-System als Favorit heraus, ebenfalls möglich scheint ein 4-1-4-1 bzw. ein 4-2-3-1.

Salzburg hat einen 26-Mann-Kader, dementsprechend viel Kampf um die Plätze ist zu erwarten. Auf der anderen Seite kann rotiert werden, sollte dies von Nöten sein - aufgrund von Verletzungen, anderen notwendigen Pausen, Leistungsschwankungen oder vieler Spiele.

LAOLA1 nimmt den Kader von RB Salzburg genauer unter die Lupe:

TOR:

Salzburg hat drei Einser-Kandidaten auf der Tormann-Position. Mit der etwas überraschenden Verpflichtung von Peter Gulacsi haben die "Bullen" im Kasten für noch mehr Konkurrenzkampf gesorgt. Das Rennen hat der ungarische Neuzugang nun gemacht, der sich gegen Alexander Walke und Eddie Gustafsson durchsetzen konnte. Wie die Vorsaison zeigte, muss dies aber nicht für alle 36 Runden gelten. Denn ab Runde 30 entschied sich Trainer Roger Schmidt für Gustafsson anstatt für Walke, der bis zu diesem Zeitpunkt Nummer 1 war. So darf sich auch Gulacsi nicht zu sicher sein, was die Leistung fördern könnte.

LAOLA1-Bewertung: Was die Dichte betrifft, hat Salzburg auf dieser Position das beste Angebot der Liga. Aber es kann nur einer spielen und da muss sich Gulacsi erst über längeren Zeitraum beweisen. Fehler, die wie im Test gegen Schalke zu einem Gegentor führten, wären vor allem international schmerzlich. Walke blickt nicht auf seine beste Saison zurück, Publikumsliebling Gustafsson hat mit Verletzungen zu kämpfen. Dennoch ist dies Jammern auf hohem (Liga-)Niveau.

 

ABWEHR:

Es ist das Sorgenkind der "Bullen", weil sich hier das Verletzungspech besonders niederschlägt. Daher sucht auf dieser Position Sportdirektor Ralf Rangnick auch noch nach einer Lösung. Innen sind aktuell Martin Hinteregger und Andre Ramalho gesetzt, die diese Chance dauerhaft nützen wollen. Franz Schiemer (Rücken) und Rodnei (Leiste) werden noch länger brauchen, sie könnten sich aber im Laufe des Herbstes als Nummer-1-Duo herauskristallisieren. Zumal man mit Isaac Vorsah (Kreuzband) 2013 nicht mehr auf Dauer rechnen sollte. Auf den Außenpositionen liefern sich Christian Schwegler und Florian Klein (rechts) sowie Dusan Svento (aktuell verletzt) und Andreas Ulmer (links) jeweils Duelle. Es wäre keine Überraschung, sollte es auf den Außen öfters zu einer Rotation kommen.

LAOLA1-Bewertung: Für die Liga ist diese Defensive sicherlich mehr als ausreichend, international gesehen darf das jedoch bezweifelt werden. Zumal sich momentan kein weiterer Innenverteidiger verletzen darf. 39 Gegentore in der Liga waren in der vergangenen Saison zu viel, jedoch auch nicht alleine der Verteidigung geschuldet. Das Abwehrverhalten der ganzen Mannschaft muss sich verbessern. Die Verteidiger müssen dabei ihre individuellen Fehler abstellen, die vor allem zu Beginn des Frühjahrs zu unnötigen Gegentoren führten. Luft nach oben gibt es hier also am meisten.


MITTELFELD:

Wo soll bloß begonnen werden? Im Mittelfeld gibt es den mit Abstand größten Konkurrenzkampf bei den Salzburgern. Wird in einem 4-4-2-System gespielt, dann gibt es Linksaußen mit Sadio Mane, Jakob Jantscher und Marco Meilinger drei hochkarätige Möglichkeiten. Der Senegalese ist de facto gesetzt. Letzterer wird wiederum auch eher rechts gesehen, wo Yordy Reyna, Kevin Kampl und Georg Teigl ebenso spielen können. Auf Dauer wird der peruanische Neuzugang hier auflaufen. Kampl rutscht somit in die Zentrale, wo er etwa neben Valon Berisha spielen könnte - in der Mutter aller Offensivvarianten. Ebenso möglich: Christoph Leitgeb, Stefan Hierländer oder der erneut verletzte Valentino Lazaro. Sollte es in der Zentrale defensiver belieben, dann kommen die Abräumer Stefan Ilsanker, Franz Schiemer oder Martin Hinteregger ins Spiel. Andre Ramalho hat als spielerischer Sechser hier ebenso Ambitionen.

LAOLA1-Bewertung: Die Qual der Wahl ist hier wohl noch eine maßlose Untertreibung. Trainer Roger Schmidt wird im Mittelfeld oftmals länger überlegen müssen, wen der Deutsche denn am Ende aufstellt. Manch einer wird sich öfters auf der Tribüne wiederfinden. Durchaus möglich ist, dass sich bis zum 31. August hier noch was in Sachen Abgänge tut. Liefering-Kooperationsspieler sind bislang Lazaro und Ramalho, weitere U22-Spieler können bis 31. August diesen Status erlangen. Klar ist: Von der Qualität her ist dieses Mittelfeld das Beste, was in Österreich geboten wird. Auch international dürfen sich die "Bullen" damit auf jeden Fall etwas ausrechnen.


ANGRIFF:

Jonathan Soriano oder Alan? Beide! Wer über zwei solche Top-Torjäger verfügt, die noch dazu miteinander blendend harmonieren, der wird sie auch beide auflaufen lassen. Der Spanier, neuer Kapitän der "Bullen", erzielte vergangene Saison 26 Treffer. Der Brasilianer nach 18 Monaten Verletzungspause im Frühjahr noch unglaubliche elf. Dritter, klassischer Stürmer ist Havard Nielsen, für den es nach einer durchwachsenen ersten Saison in Salzburg noch schwieriger werden könnte. Zumal Yordy Reyna ebenso vorne eingesetzt werden kann.

LAOLA1-Bewertung: Auch hier haben sich die Protagonisten das Maximum an Bällen verdient. Soriano und Alan sind das beste Sturmduo der Liga, wer dann noch auf Kaliber wie Reyna und Nielsen zurückgreifen kann, darf sich glücklich schätzen. Zumal aus dem Mittelfeld noch mehr Offensivkraft erwartet werden darf. 91 Tore waren es 12/13. Und man hat sich nicht verschlechtert...


Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

Bernhard Kastler

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