Nächster Schritt zur Verjüngung

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Wunschelf und Kaderbewertung FC Wacker

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Der FC Wacker hat im Sommer wieder einen kleinen Schnitt vollzogen.

Die Mannschaft soll kontinuierlich verjüngt werden, deswegen haben sich die Tiroler auch von zahlreichen Routiniers wie Bea, Harding, Bilgen und Burgic getrennt.

Gekommen ist mit Fernandes (21), Piesinger (20), Schilling (20) und Saurer (26) viel frisches Blut, allerdings verfügen die Neuzugänge - bis auf Saurer - über keinerlei Bundesliga-Erfahrung.

Das stört Trainer Walter Kogler aber nicht wirklich - er ist es gewohnt, aus bescheidenen Mitteln viel heraus holen zu müssen.

"Ich habe einen sehr guten Eindruck von den Neuen, weil sie gewillt sind, sich rasch zu integrieren. Jeder Einzelne hat von Anfang an mitgezogen, sie sind voll aufgenommen und zu dem bin ich der Meinung, dass sie uns sportlich weiter helfen können."

Das Gerüst der Mannschaft besteht ohnehin aus dem Kader der Vorsaison.

LAOLA1 nimmt den Kader des FC Wacker genau unter die Lupe:

TOR:

Szabolcs Safar beweist auch mit fast 38 Jahren, dass er immer noch ein sicherer Rückhalt ist. In der abgelaufenen Saison überzeugte er mit einer Fangquote von knapp 72 Prozent, was ihn auf den sechsten Rang (von 13 bewerteten Bundesliga-Goalies) brachte. Allerdings wird Safar wohl nur mehr bis Sommer 2013 im Wacker-Tor stehen - was bzw. wer danach kommt, ist noch unklar. Markus Egger (22) durfte zwar schon Bundesliga-Luft schnuppern und machte seine Sache auch nicht schlecht, ob er aber tatsächlich die künftige Nummer eins ist, darf bezweifelt werden. Dahinter gibt es mit Martin Siding noch ein 18-jähriges Talent.

LAOLA1-Bewertung: Alleine schon aufgrund seiner Erfahrung von über 400 Pflichtspielen gehört Safar zum vorderen Drittel der Bundesliga-Goalies. Der gebürtige Ungar fängt solide und lässt sich kaum etwas Gröberes zu schulden kommen.

ABWEHR:

Die Viererkette hat sich im Vergleich zu Vorsaison kaum verändert. Zwar haben Inaki Bea und Georg Harding den Verein verlassen, zum Stammpersonal gehörten beide aber am Ende ohnehin nicht mehr. Thomas Bergmann, der von Rapid fix verpflichtet wurde, hat seinen Stammplatz auf rechts sicher, bei Bedarf könnte auch Dario Dakovic einspringen. Der 25-Jährige ist jedoch neben Routinier Martin Svejnoha in der Innenverteidigung eingeplant. Auf links ist Alexander Hauser quasi konkurrenzlos. Neuzugang Christian Schilling soll erst langsam an die Bundesliga herangeführt werden. Als Innenverteidiger stehen Kogler auch noch Marco Kofler und der junge Fabian Hafner (18) zur Verfügung. Ersterer kämpft mit Svejnoha um den Platz in der Startelf.

LAOLA1-Bewertung: Den großen Abwehrchef gibt es nach dem Abgang von Bea nicht mehr. Der Spanier hatte zwar ein durchwachsenes Jahr hinter sich, war jedoch mit seiner Erfahrung und Kommunikation ein wichtiger Baustein. Svejnoha und Co. sind zwar solide, wirken aber zum Teil zu farblos.

MITTELFELD:

Das Prunkstück der Innsbrucker. Mit Kapitän Tomas Abraham steht einer der besten "Sechser" der Liga im Kader, dazu gibt es mit Carlos Merino einen klassischen Spielmacher, der für die genialen Momente sorgen kann. Als kreative Unterstützung hat Kogler nun auch Christoph Saurer zur Verfügung. Sollte der Ex-Rapidler seine einstige LASK-Form wiederfinden, ist er für Wacker ein absoluter Gewinn. Auf den Flügeln machen Shootingstar Christopher Wernitznig (acht Tore, sechs Assists in der Vorsaison) und Daniel Schütz viel Dampf. Die beiden Youngsters sind gesetzt. Dahinter wird es allerdings etwas dünn. Peter Hackmair (Knorpelschaden) und Thomas Löffler (Patellasehne) fallen auf unbestimmte Zeit aus, Sascha Wörgetter (18) ist momentan noch ein Versprechen für die Zukunft. Neuzugang Simon Piesinger (20) soll als Backup von Abraham in Ruhe aufgebaut werden, Marco Köfler will nach einer verkorksten Saison noch einmal neu angreifen.

LAOLA1-Bewertung: Die Startformation kann sich durchaus sehen lassen, dahinter fehlt es aber an Alternativen. Fallen Abraham und Co. einmal aus, ist der Qualitäts-Abfall zu groß. Kogler muss hoffen, dass seine Leistungsträger einigermaßen fit bleiben.

 

ANGRIFF:

Miran Burgic tat sich zwar in seinen zwei Wacker-Jahren nicht unbedingt als Goalgetter hervor, trotzdem sammelte der Slowene in 67 Liga-Partien 30 Scorerpunkte (elf Tore, 19 Vorlagen). Dazu war der 27-Jährige als Ballverteiler ein wichtiger Faktor im Innsbrucker Angriffsspiel. Burgic' Nachfolger heißt Marcelo Fernandes. Der 21-jährige Brasilianer überzeugte in der Vorbereitung und soll der erhoffte Knipser sein. Fernandes wird sich mit Julius Perstaller und Marcel Schreter, die beide auch auf die Seiten ausweichen können, um einen Platz in der Startelf streiten. Dabei könnte der Neuzugang aufgrund der starken Vorbereitung die Nase leicht vorne haben. Als Stürmer Nummer vier steht noch Youngster Alexander Fröschl (19) im Kader.

LAOLA1-Bewertung: So sehr Burgic auch als Chancentod verschrien war - seine Statistik hätte eigentlich nicht unbedingt gegen ihn gesprochen. Nach seinem Abgang sind nun vor allem Urgestein Schreter und Perstaller, die eine äußerst durchwachsene Saison hinter sich haben, gefordert. Zeigen die beiden Tiroler keine Leistungssteigerung könnte es im Angriff düster aussehen. Schon vergangene Saison stellte Wacker den drittschwächsten Sturm.

Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

Kurt Vierthaler

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