LAOLA1-Sommercheck: Wacker

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Saisonvorschau: FC Wacker Innsbruck

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Der FC Wacker geht in seine dritte Bundesliga-Saison in Serie und möchte endlich das biedere Mittelmaß verlassen.

Mehr noch: Nach den Plätzen sechs und sieben haben die Tiroler die obere Tabellen-Region im Visier.

Insgeheim träumt man im "Heiligen Land" von einem Europacup-Platz - die letzte Teilnahme am internationalen Geschäft gab es vor über zehn Jahren.

Damals hieß der Klub allerdings noch FC Tirol und scheiterte 2001 im UEFA-Cup an der Fiorentina.

Aber ist das internationale Geschäft tatsächlich realistisch? Was lässt sich in Innsbruck wirklich bewegen?

LAOLA1 hat die große Saisonvorschau für den FC Wacker Innsbruck:



SHOOTINGSTAR:

Sascha Wörgetter: Mit 17 Jahren spielte sich Wörgetter in der Amateur-Mannschaft der Tiroler fest und kann jetzt schon auf 31 Regionalliga-Partien zurückblicken. Und weil er in der dritthöchsten Spielklasse weitestgehend überzeugen konnte, warf ihn Wacker-Coach Walter Kogler im abgelaufenen Frühjahr ins kalte Bundesliga-Wasser. Wörgetter debütierte ausgerechnet gegen den späteren Double-Sieger Red Bull Salzburg und zeigte eine ansprechende Leistung. Der 18-Jährige wird in der kommenden Saison mit Sicherheit noch öfters zu sehen sein.


UNTER DRUCK:

Julius Perstaller: Der Tiroler Offensiv-Mann steht vor einer richtungsweisenden Saison: Nicht nur, weil sein Vertrag im Sommer 2013 ausläuft, Perstaller muss endlich einmal kontinuierlich zeigen, was in ihm steckt. Im Frühjahr 2011 deutete der 23-Jährige mit fünf Treffern schon an, dass er für höhere Aufgaben geeignet wäre. In der abgelaufenen Saison gab es bei Perstaller aber wieder viel Leerlauf. Mit Fernandes wurde zudem ein Konkurrent für den Angriff geholt.


STAR:

Carlos Merino: Hätte der Spanier nicht immer wieder mit kleineren und größeren Wehwehchen zu kämpfen gehabt, er wäre wohl in der Scorerliste ganz weit vorne gelandet. Fünf Tore und zwei Assists in den ersten zwölf Runden ließen die Wacker-Fans schon auf eine ganz starke Saison hoffen. Muskelverletzungen bremsten den 32-Jährigen aber immer wieder aus, sodass ihm nach Runde zwölf kein einziger Scorerpunkt mehr gelang. Trotzdem ist er für Wacker ein unverzichtbarer Spieler, der mit einer Einzelaktion auch einmal eine Partie im Alleingang entscheiden kann.


Mit einem Gesamtbudget von knapp über sieben Millionen Euro war Wacker schon vergangene Saison eines der Armenhäuser der Liga - und besser geworden ist es auch 2012/13 nicht. Trotzdem fordert die Vereinsspitze um Obmann Kaspar Plattner immer wieder bessere Platzierungen. Schon im Frühjahr äußerte Plattner in der "TT" leise Kritik am sportlichen Führungsteam Kogler/Prudlo. Mehr Tiroler Talente wären ebenso wünschenswert, wie ein vierter oder fünfter Platz, sagte der 72-Jährige damals. Derartige Äußerungen sind für das Klima nicht unbedingt förderlich und gehören eigentlich intern besprochen. Trainer Kogler und Sportdirektor Prudlo peilen zum 100-jährigen Jubiläum natürlich einen internationalen Startplatz an, mit dem vorhandenen Spielermaterial dürfte das aber schwierig werden. Für richtige "Kracher" ist kein Geld da, weil eben auch große Investoren fehlen. Dabei wäre der Fußball-Standort Innsbruck äußerst attraktiv für Sponsoren.

Das sagen unsere Facebook-User: Wir haben unsere Facebook-User befragt, welche Platzierung Wacker in der kommenden Saison erreicht. Mehr als die Hälfte trauen den Innsbruckern einen Platz zwischen fünf und sieben zu.

Was erreicht die SV Ried? Stimme hier ab!

Daniel Schütz hinterließ in seiner ersten Bundesliga-Saison einen starken Eindruck. Der mittlerweile 21-Jährige war auf rechts meist gesetzt und rechtfertigte das Vertrauen mit zwei Toren und fünf Assists. Man kann davon ausgehen, dass sich Schütz in seinem zweiten Jahr weiter steigert, deswegen sind die 7,4 Millionen mit Sicherheit gut investiert.

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WACKER IST AM WEG ZURÜCK ZUM TOPKLUB

PRO - Ein Kommentar von Kurt Vierthaler

Genau zehn Jahre sind seit dem großen Crash in Innsbruck vergangen. Und damit auch zehn Jahre, in denen Tirol auf der Fußball-Landkarte keine allzu große Rolle spielte. Der Nachfolge-Klub des FC Tirol (ging 2002 Konkurs) schaffte zwar schnell wieder die Rückkehr ins Profigeschäft, an die alten, ruhmreichen Zeiten konnte Wacker bislang allerdings nicht anschließen. Aber die Richtung stimmt wieder. Wacker hat sich finanziell konsolidiert, eine hervorragende sportliche Leitung, ein ansehnliches Stadion, eine breite Fan-Basis - kurz: Alles, was es für einen Großklub braucht. Lediglich die großen Investoren, die das für den Erfolg benötigte liebe Geld mitbringen, fehlen noch. Werden die in absehbarer Zeit aufgetrieben, kann es Wacker wieder in die Top-3 schaffen.

CONTRA - Ein Kommentar von Peter Altmann

Eines kann man außer Streit stellen: Mit Trainer Walter Kogler, Sportdirektor Oliver Prudlo und Geschäftsführer Gerald Schwaninger sind in Innsbruck fähige Leute am Werk, die trotz limitierter Rahmenbedingungen ordentlichen Output erzielen. Doch weiß man das auch in Innsbruck selbst?  Präziser gesagt innerhalb des eigenen Vereins? Das Umfeld in der Tiroler Landeshauptstadt ist bekannt kritisch, Obmann Kaspar Plattner stellt diesbezüglich keine Ausnahme dar. Große Ziele sind das eine, Ungeduld, fehlender Realismus und offenkundig mangelnde Fachkenntnis das andere. Plattner und Co. sei ins Stammbuch geschrieben: So wünschenswert ein Tiroler Großklub für den österreichischen Fußball wäre, bis der FC Wacker den Rückstand auf die beiden Wiener Vereine und auch Sturm Graz (von Salzburg ganz zu schweigen) dauerhaft aufgeholt hat, werden noch Jahre vergehen. Zu groß ist der wirtschaftliche Vorsprung dieser Konkurrenten. Torpediert man bei Wacker den vernünftigen Weg von innen, wird es indes nie gelingen…



  • 66 - So oft bzw. so selten standen die Wacker-Spieler im Abseits. Absoluter Liga-Spitzenwert! Zum Vergleich: Sturm wurde 147 Mal zurückgepfiffen. Auch hinten sind die Tiroler wachsam: 133 Mal stellten Hauser und Co. ihre Gegner ins Abseits - Schlusslicht Austria dagegen nur 50 Mal.

  • 332 - Dafür sind Wernitznig und Co. etwas "flankenfaul". Nur 332 Mal kam eine Hereingabe in den Strafraum, Spitzenreiter Ried versuchte es satte 536 Mal. Der Unterschied bei der Ausbeute ist dagegen nicht groß: Ried (9) erzielte nur ein Tor nach Flanken mehr als Wacker.
  • 14 - In seiner ersten vollen Bundesliga-Saison avancierte Christopher Wernitznig gleich zum Innsbrucker Topscorer. Der 22-jährige Kärntner schoss acht Tore selbst und bereitete sechs weitere vor. Macht er in diesem Tempo weiter, wird er von Wacker wohl nicht mehr lange zu halten sein.

DAS LAOLA1-FAZIT:

Wacker startet wieder einmal in eine Saison, in der von oben bis unten alles möglich ist. Der Kader scheint eigentlich zu stark, um in Abstiegsgefahr zu geraten, aber auch zu schwach, um ernsthaft um die Europacup-Plätze mitzuspielen. Dabei sind das die Ansprüche, die Verein und Umfeld gleichermaßen haben. Der FC Wacker soll sich wieder dauerhaft in den Top-3 etablieren, nur fehlt dafür das nötige Kleingeld. Erst wenn irgendjemand bereit ist, mehr in den Tiroler Traditionsverein zu investieren, können Anpruch und Wirklichkeit zusammenfinden.

Kurt Vierthaler

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