LAOLA1-Sommercheck: SV Ried

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Saisonvorschau: SV Ried

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Kurz nach dem verlorenen Cup-Finale gegen Salzburg (0:3) gab die SV Ried die wichtigste Personalentscheidung ihrer Sommerpause bekannt.

Mit der Bestellung von Heinz Fuchsbichler als neuen Trainer sorgte Manager Stefan Reiter für eine faustdicke Überraschung.

Der 44-Jährige (Hier geht's zum Interview), der zuletzt 2008 in Österreichs höchster Spielklasse engagiert war (Altach) und in der vergangenen Saison als Assistent von Josef Hickersberger in den Emiraten arbeitete, trat in die Fußstapfen von Paul Gludovatz.

Und diese sind nicht klein. Ried hatte unter dem Burgenländer nie etwas mit dem Abstieg zu tun, griff die Top-4 an, holte 2010 den Cup-Sieg und qualifizierte sich zwei Mal für den Europacup.

Die "Wikinger" wollen sich auch weiterhin nach oben orientieren, haben bei der Trainer-Suche gezielt jemanden gesucht, der in die ohnehin schon überaus erfolgreichen Strukturen passt.

Mit Gartler, Schicker, Reiter und Walch holte Ried, das in den vergangenen Jahren regelmäßig Stammspieler verlor, Qualität zum guten Gerüst hinzu (Wunschelf und Kaderbewertung).

Ein großes Ziel gibt der Klub des ständigen Understatements wie immer nicht aus, die Entwicklung - v.a. der jungen Spieler - soll vorangetrieben werden.

LAOLA1 hat die große Saisonvorschau für die SV Ried:



SHOOTINGSTAR:

Markus Grössinger: Daniel Royer schaffte es von einem Regionalligisten binnen einer Saison in die Stammelf Rieds, ins Nationalteam und danach ins Ausland. Solche Fälle sind nicht die Regel, doch auch Grössinger könnte zu einer Überraschung werden. Der 22-Jährige kam von Regionalligist Vöcklamarkt, spielt rechts in der offensivsten Dreierkette und gilt als Laufmaschine. Im Herbst 2010 konnte sich Grössinger bei Erste-Liga-Klub Grödig nicht durchsetzen. Wie so vielen Spielern zuvor könnte den Blondschopf aber das Rieder Umfeld beflügeln.


UNTER DRUCK:

Ivan Carril: Dem Spanier steht eine harte Saison bevor. Der Mittelfeldspieler konnte wegen Knieproblemen de facto die komplette Vorbereitung nicht mitmachen, trainiert erst seit vergangener Woche wieder mit . Die große Frage lautet, wie schnell der 27-Jährige überhaupt wieder zu einem Leistungsträger der Innviertler wird. Schon vergangene Saison kam Carril zu weniger Einsätzen (nur 16 Mal von Beginn an) als in seiner Premieren-Saison. Auf seiner Position hinter der Solospitze haben die Oberösterreicher Alternativen, vor allem mit Robert Zulj. Carril spielt um seine Vertragsverlängerung.


STAR:

Anel Hadzic: Mit sieben Treffern war der 22-Jährige vergangene Saison Toptorschütze der Rieder und gehört zu den absoluten Leistungsträgern der Innviertler. Seine Allrounder-Qualitäten und seine Kampfkraft machen ihn bei den "Wikingern" unverzichtbar. 131 Bundesliga-Spiele hat Hadzic bereits zu Buche stehen, das ist auch anderen Klubs aufgefallen. Er ist der derzeit gefragteste Rieder.



Stefan Reiter wird nie langweilig, es gibt immer etwas zu tun. Aktuell ist der Manager auf der Suche nach einem Innenverteidiger. Mit Max Karner fällt eine Alternative wohl den ganzen Herbst aus, hier muss gehandelt werden. Nach Saisonbeginn wird Reiter auch mögliche Vertragsverlängerungen evaluieren. In diesem Zusammenhang ist die Causa Hadzic interessant. Der Allrounder hat nur noch bis 2013 Vertrag, ist gefragt und kann sich einen Wechsel noch in der Sommerpause vorstellen. Aktuell konzentriert sich der 22-Jährige aber voll auf Ried, zumal auch noch kein interessierter Verein - Hadzic' Manager führt Gespräche - an Ried herangetreten ist. "Somit ist auch nichts konkret", so Hadzic gegenüber LAOLA1 am Freitag. Reiter muss entscheiden: Entweder vorzeitig verlängern oder zusehen, im Sommer oder im Winter Geld zu lukrieren. Weitere auslaufende Verträge 2013 gibt es u.a. bei Kapitän und Goalie Thomas Gebauer, dem dauerverletzten Cup-Finalhelden Markus Hammerer sowie den Spaniern Nacho, Guillem und Carril. Vor allem Letzterer spielt um einen neuen Kontrakt. Nebenbei hat Ried in der Sommerpause eine Infrastruktur-Offensive gestartet, wo Schritt für Schritt in und um die Keine-Sorgen-Arena Adaptierungen vorgenommen werden. Etwa wird der VIP-Klub vergrößert, das Fan-Dorf und die Trainings-Bedingungen verbessert. Für die Saison 2013/14 soll ein neues Flutlicht strahlen, das alte reicht für die HD-Anforderungen von TV-Partner "Sky" nicht aus. Reiter: "Auch die Fernsehzuschauer sind unsere Kunden."

Das sagen unsere Facebook-User: Wir haben unsere Facebook-User befragt, welche Platzierung die SV Ried in der kommenden Saison erreicht. Mehr als 40 Prozent trauen den Innviertlern einen Platz zwischen zwei und vier zu, ähnlich viele sehen sie zwischen 5-7. Demnach glauben die meisten, dass Ried nichts mit Titel bzw. Abstieg zu tun haben wird.

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MANAGER-SCHNÄPPCHEN

Robert Zulj: Der 20-Jährige spielt seit zwei Saisonen für Ried und kam in der vergangenen Spielzeit auf 28 Einsätze (17 Mal als Joker) und sechs Treffer. Im 3-3-3-1-System hat Zulj in der Vorbereitung de facto immer hinter der Solospitze gespielt, zumal Carril verletzt war. Der ÖFB-U20-WM-Teilnehmer scheint bereit für den Stammplatz - und 5,7 Millionen klingen hierfür wie eine kluge Investition.

 

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STEFAN REITER BRAUCHT EINE NEUE HERAUSFORDERUNG

PRO - Ein Kommentar von Harald Prantl

Was Stefan Reiter Transferzeit für Transferzeit gelingt, verdient allerhöchsten Respekt. In Sachen Kaderzusammenstellung macht dem Oberösterreicher niemand etwas vor. Und das mit den bescheidenen Mitteln, die den Riedern zur Verfügung stehen. Ganz ehrlich: Der 51-Jährige ist der beste Manager der Bundesliga. Stellt sich nur die Frage: Warum arbeitet er nicht bei einem der absoluten Top-Klubs? Nicht auszudenken, was Reiter in Sachen Transfers machen würde, wenn er ein Budget wie jenes von Salzburg, Rapid oder der Austria (wenngleich sich diese stark unterscheiden) zur Verfügung hätte. Für den Manager täten sich völlig neue Perspektiven auf, er könnte Talente verpflichten, die er nie nach Ried lotsen kann. Ja, Reiter sollte sich eine neue Aufgabe suchen. Denn seien wir mal ehrlich: Auf Dauer muss es im beschaulichen Ried doch auch fad werden...

CONTRA - Ein Kommentar von Bernhard Kastler

"Never change your winning team" - so heißt eine altbekannte Floskel aus der Welt des Sports. Was im Fußball zumeist auf Aufstellungen bezogen ist, kann auch auf die Funktionärsebene gehoben werden. Stefan Reiter ist der beste Manager der Liga, auch weil der Oberösterreicher zum Klub passt, wie die Faust aufs Auge. Jahrzehnte lang - mit einer kurzen Pause, weil die damalige Rieder Führung einen Irrweg verfolgte - gehört der 51-Jährige nun schon zum "Wikinger"-Inventar und hat einen riesigen Anteil daran, wie die Rieder dastehen. Natürlich ist das auch anderen Klubs nicht entgangen, aber warum wechseln, wenn alles passt? Mit 21 Jahren kann man sich eine neue Herausforderung suchen, mit 51 muss man nicht. Vor allem wenn der Klub eine zweite Familie darstellt, wenn es wahre Liebe ist - so wie Reiters Tränen der Rührung bei der 100-Jahr-Feier eindrucksvoll zeigten.



  • 6 – Wer Ried mit Treffern nach Standardsituationen besiegen will, der sollte fleißig trainieren. Mit nur sechs Toren kassierten die "Wikinger" mit Abstand am wenigsten vergangene Saison.
  • 31 – Kein einziger Rieder im Kader ist älter als 30. Kapitän Thomas Gebauer ist nach dem Abgang Stefan Lexas der älteste Spieler, feierte seinen runden Geburtstag allerdings auch erst vor zwei Wochen...
  • 333 – So viele Torschüsse gab das Mittelfeld der Rieder 2011/12 ab, so viele wie kein anderes in der Liga. Kein Wunder, Ried stellt in der Regel mit sechs Mittelfeldspielern im 3-3-3-1-System auch die meisten am Feld.

  • 2016 - Zumindest bis zu diesem Jahr läuft die Partnerschaft mit dem neuen Premium-Sponsor Oberbank. Präsident Willminger sprach gar von einem "Meilenstein". Vielleicht weil die Oberbank früher den LASK unterstützte und Chef Gasselsberger als großer Fan der Schwarz-Weißen gilt...?

DAS LAOLA1-FAZIT:

Es ist schwierig zu prognostizieren, wie Neo-Trainer Heinz Fuchsbichler und die Mannschaft in der neuen Saison harmonieren. Ein Einbruch, den nach der Gludovatz-Ära einige erwarten, wird jedoch nicht stattfinden. Dafür sind die Strukturen zu gleich geblieben (Beispiel: Co-Trainer-Mastermind Gerhard Schweitzer), dafür ist der Kader qualitativ zu gut, dafür sind die Neuzugänge (v.a. Schicker, Reiter, Gartler) in Addition zu den verbliebenen Spielern zu erfolgsversprechend. Ried lehnt sich nicht aus dem Fenster und fährt gut damit. Kommende Saison kann schon Platz fünf für die dritte internationale Qualifikation en suite reichen. Das ist den Oberösterreichern durchaus zuzutrauen - und es ist auch realistisch.

 

Bernhard Kastler

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