Wunschelf und Kaderbewertung FK Austria

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Back to the roots!

Die Austria will in der neuen Saison zu ihrem Offensiv-Spiel zurückkehren. Gab es im Frühjahr unter Ivica Vastic noch eher Schonkost, sollen unter Neo-Coach Peter Stöger wieder rosigere Zeiten anbrechen.

Der 46-Jährige plant mit einem 4-3-3-System, was nicht heißen soll, dass es keine Alternativen gibt. „Im Fußball ist alles variabel. Es liegt auch an den Spielern, wie sie die Vorgaben umsetzen, und wie flexibel wir sind“, erklärt der Wiener.

Das Spielermaterial spricht auch eindeutig für eine angriffsorientierte Ausrichtung. Als großer Hoffnungsträger gilt dabei Neuverpflichtung Dare Vrsic.

Zudem wurden die Perspektiv-Spieler Sebastian Wimmer und Thomas Murg engagiert, Lukas Rotpuller kehrte von der SV Ried zurück.

Der Stamm konnte gehalten werden, aus der Startelf musste man nur Florian Klein in Richtung Salzburg und Michael Liendl nach Wolfsberg ziehen lassen.

LAOLA1 nimmt den Kader des FK Austria Wien genau unter die Lupe.

TOR:

Austria verfügt auf der Tormann-Position über ein Luxus-Problem. Mit Heinz Lindner, Pascal Grünwald und Ivan Kardum stehen drei Goalies unter Vertag, die alle den Anspruch auf das Einser-Leiberl stellen. Ersterer dürfte das Rennen machen. Nach seinem starken Frühjahr besteht kein Grund, den 21-Jährigen aus dem Kasten zu nehmen. Als Indiz dafür spricht auch, dass Grünwald in der 1. Cup-Runde zum Einsatz kam. Denn bei den Wienern ist es üblich, dass in diesem Bewerb die Nummer zwei ran darf. Kardum hat hingegen einen schweren Stand. Sollte der Kroate einen Verein finden, würden ihm die Verantwortlichen wohl keine Steine in den Weg legen.

LAOLA1-Bewertung: Geballte Qualität! Mit 70,8 Prozent gehaltener Torschüsse belegt Lindner zwar nur Platz neun im Tormann-Ranking, der ÖFB-Teamtorhüter hat in den vergangenen sechs Monaten aber definitiv einen Schritt nach vorne in seiner Entwicklung gemacht. Sein Hauptkonkurrent Grünwald wirkt dagegen fehleranfälliger. Summa summarum muss sich die Austria im Tor keine Sorgen machen.


ABWEHR:

Nimmt man das Frühjahr als Messlatte, ist der Verlust von Florian Klein auf der rechten Abwehrseite verkraftbar. Doch dass der Blondschopf seine Qualitäten besitzt, hat er in seinen drei Jahren in Favoriten mehrmals unter Beweis gestellt. Seinen Part wird in Zukunft Emir Dilaver übernehmen. Der 21-jährige, gelernte Mittelfeldspieler, hat das Duell gegen Fabian Koch wohl gewonnen. Der Tiroler, der seit seinem Wechsel nach Wien am Abstellgleis steht, hat in der Vorbereitung jedoch aufgezeigt und kann jederzeit einspringen. Das Innenverteidiger-Duo heißt einmal mehr Kapitän Manuel Ortlechner und Georg Margreitter. Rückkehrer Lukas Rotpuller und Kaja Rogulj dienen als Backups. Der aktuell noch verletzte Remo Mally ist eine weitere Option. Links führt weiterhin kein Weg an Markus Suttner vorbei, Ersatzmann Marin Leovac kann – so wie unter Vastic – auch im Mittelfeld eingesetzt werden. Sebastian Wimmer wird behutsam aufgebaut.

LAOLA1-Bewertung: Nach den Problemen im Herbst hat sich die Abwehr im Frühjahr konsolidiert. Auch, weil die Vorderleute mehr nach hinten gearbeitet haben. Dies muss auch im kommenden Spieljahr das Ziel sein. Nominell ist die Austria in der Verteidigung jedenfalls gut aufgestellt.

MITTELFELD:

Mit der Verpflichtung von Dare Vrsic könnte den Veilchen ein Goldgriff gelungen sein. Erfüllt der Slowene nur ansatzweise die Vorschusslorbeeren, dürfen echte Leckerbissen erwartet werden. Der 27-Jährige soll hinter der Spitze die Fäden ziehen und als Spielmacher fungieren. Der zweite Platz im offensiven, zentralen Mittelfeld scheint für Thomas Jun reserviert zu sein. Der Tscheche, der zweitbester FAK-Scorer in der Vorbereitung war, wird jedoch viel mit Tomas Simkovic am linken Flügel rochieren. Um den Platz als „Sechser“ rittern Florian Mader und James Holland, wobei der Australier in der Pole Position liegt. Am rechten Flügel ist Alexander Gorgon zuhause. So weit so gut. Denn an Alternativen mangelt es Trainer Stöger keineswegs. Der 46-Jährige hat auch schon angekündigt, dass es jederzeit prominente Wechsel geben wird. Angesichts der Ersatzleute kein Wunder: Für den zentralen Part scharrt Alexander Grünwald in den Startlöchern, Super-Talent Thomas Murg ist für links vorgesehen, Marko Stankovic sowohl rechts, als auch links.

LAOLA1-Bewertung: Von den Namen her steckt eine Menge kreatives und spielerisches Potenzial in diesem Mittelfeld. Vieles wird aber von Neuzugang Dare Vrsic abhängen. Der Slowene soll Junuzovic endgültig vergessen machen. Die Ersatzleute sind stark und üben Druck aus. Das kann für alle Beteiligten nur von Vorteil sein.


ANGRIFF:

Trotz des offensiven Systems wird in den meisten Fällen zu Beginn nur ein „echter“ Stürmer zum Einsatz kommen. Natürlich ändert sich das, wenn auf ein klassisches 4-4-2 umgestellt wird. Da Stankovic und Jun einen offensiven Part im Mittelfeld ausüben, kämpfen mit Roland Linz, Roman Kienast und Nachwuchs-Goalgetter Srdan „Speedy“ Spiridonovic drei Leute um einen Platz in der Startelf. Nach einer überzeugenden Vorbereitung scheint sich diesen Roland Linz geschnappt zu haben. Roman Kienast ist aufgrund einer Sprunggelenk-Verletzung erst später in die Vorbereitung eingestiegen und noch nicht auf dem Level der anderen. Im Laufe der Saison wird es aber einen heißen Zweikampf mit Linz geben. Eigenbauspieler Spiridonovic, der am liebsten am linken Flügel spielt, wird heuer bestimmt seine Einsatzminuten erhalten. Ebenso Martin Harrer, der vergangene Saison sein Profi-Debüt feierte.

LAOLA1-Bewertung: Das große Plus: Austria verfügt im Sturm über verschiedene Spielertypen. Linz ist der geborene Strafraum-Stürmer, Kienast ein spielender Angreifer und Spiridonovic ein Mann für die Flügel. Rechnet man noch Jun und Stankovic dazu, werden die Veilchen schwer ausrechenbar sein.


Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.


Martin Wechtl

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