Saisonvorschau: Admira Wacker Mödling

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Was hat die Admira für eine Saison hinter sich! "Überwältigend, was wir erreicht haben", strahlt Neo-Kapitän Richard Windbichler immer noch.

Als Aufsteiger die Saison auf dem dritten Platz zu beenden und international spielen zu dürfen, ist tatsächlich aller Ehren wert.

Deshalb hat sich im Sommer personell auch wenig getan (Wunschelf & Kaderbewertung). Nur zwei Spieler haben die Südstadt verlassen, vier Kaderergänzungen sind gekommen.

Trotz des Erfolgs sind die Erwartungen vor der neuen Saison bescheiden, die Niederösterreicher halten den Ball bewusst flach (die Story dazu).

Und auch der Ausstieg von Sponsor Richard Trenkwalder dürfte gut verkraftet werden, mit "Flyeralarm" wurde auch schon ein neuer Schriftzug auf dem Trikot präsentiert.

LAOLA1 hat die große Saisonvorschau für den FC Admira Wacker Mödling:



SHOOTINGSTAR:

Patrick Wessely: Didi Kühbauer zauberte bereits in der abgelaufenen Saison immer wieder unbekannte Youngster, die in der Bundesliga sofort bestehen konnten, aus dem Hut. In der neuen Spielzeit ist dem 18-Jährigen zuzutrauen, den Sprung zu schaffen. Der Mann für die linke Außenbahn durfte in der Vorbereitung schon einige Male ran und konnte auch im U19-Nationalteam überzeugen. Wieselflink und technisch stark - der Blondschopf hat Talent.


UNTER DRUCK:

Emin Sulimani: Seit der Oberösterreicher die Austria im Sommer 2010 verlassen hat, steht seine Laufbahn unter keinem guten Stern. Immer wieder hat der 25-Jährige mit Verletzungen zu kämpfen, fällt monatelang aus. In den vergangenen beiden Saisonen konnte er für den LASK und die Admira in der Bundesliga gerade einmal zehn Spiele von Beginn an machen. Es ist allerhöchste Zeit, dass seine unglücklich ins Stocken geratenen Karriere wieder in Schwung kommt.


STAR:

Patrik Jezek: Während andere Kicker in seinem Alter ihre Karriere unterklassig ausklingen lassen, kann der 35-Jährige immer noch locker in der Bundesliga mithalten. Elf Tore und acht Assists stehen aus der Vorsaison zu Buche - Platz drei in der Scorerwertung. Der Tscheche wird auch in dieser Saison seine Gegenspieler zur Verzweiflung bringen und so manche Partie zu Gunsten der Südstädter entscheiden.



Der Kader der Admira ist das Paradebeispiel für eine flache Hierarchie. Mit Patrik Jezek (35), Gernot Plassnegger (34) und Andreas Schrott (30) gibt es nur drei Spieler, die 30 Jahre oder älter sind. Und alle drei Verträge laufen nach dieser Saison aus. Die Südstädter brauchen einen Jungen, der als Leader auftritt, Neo-Kapitän Richard Windbichler ist das noch nicht. Was die Niederösterreicher außerdem brauchen, sind Fans. Mit einem Schnitt von 4.488 Zusehern pro Partie landeten sie 2011/12 auf dem achten Platz, vor allem die Spiele gegen die Wiener Großklubs, die mit einigen Fans anrückten, haben diesen Schnitt gehoben. Da ist noch viel Luft nach oben. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, das neue Image zu bestätigen. "Graue Maus" ist diese Mannschaft nämlich keine, vielmehr steht sie für attraktiven Fußball. Das soll weiterhin so bleiben.

Das sagen unsere Facebook-User: Wir haben unsere Facebook-User befragt, welche Platzierung die Admira in der kommenden Saison erreicht. Nur 27,8 Prozent glauben, dass die Südtstädter ihren Erfolg aus der Vorsaison wiederholen können.

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MANAGER-SCHNÄPPCHEN

Patrick Mevoungou: Der Kameruner hat im Frühjahr im Mittelfeld der Niederösterreicher einen Stammplatz erobert und diesen mit starken Leistungen stets gerechtfertigt. Deswegen führt auch nach der Sommerpause kein Weg an ihm vorbei. Eine Stammkraft kriegt man nicht alle Tage um läppische 6,9 Millionen.

 

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THESE: DIE ADMIRA LANDET AM BODEN DER REALITÄT

PRO - Ein Kommentar von Kurt Vierthaler

Dass der Aufsteiger im ersten Jahr immer wieder Überraschungen liefert, gehört mittlerweile zum guten Bundesliga-Ton. Frag' nach bei Wacker, Wr. Neustadt oder dem LASK. Viel Euphorie kombiniert mit wenig Druck ist die Zauberformel, die Underdogs in die obere Tabellenregion bringt. Klar, die Admira hat sich den dritten Platz und damit die Europacup-Teilnahme redlich verdient, eine Wiederholung ist aber nahezu ausgeschlossen. Großklubs wie die Austria und Sturm werden sich nicht noch einen Ausrutscher leisten, dazu unterschätzt niemand mehr die Kühbauer-Truppe. Im zweiten Jahr landet der Aufsteiger meist wieder am Boden der Realität. So auch die Admira.

CONTRA - Ein Kommentar von Bernhard Kastler

Natürlich war es eine Sensation. Natürlich konnte nicht erwartet werden, dass der Aufsteiger gleich Rang drei und damit einen Europacup-Platz holt. Und natürlich darf nun nicht auch davon ausgegangen werden, dass die Admira das Kunststück wiederholen kann. Aber ausschließen? Nein! Schwarzmalen muss die ehemalige graue Maus nicht mehr. In diesem Team steckt weiterhin viel Qualität und die vielen Jungspunde haben ihre Unbekümmertheit über den Sommer nicht verloren. Zudem kommt ein Trainer, der nicht nur sein Team "liebt", sondern es auch offensichtlich erfolgreich führen kann. Ja, das zweite Jahr ist immer schwieriger. Ja, junge Spieler können Hänger haben. Das mag ja alles sein, aber: Der außergewöhnliche Spirit innerhalb des Teams und der ambitionierte Spielstil wird nicht zu einem Einbruch führen. Vielleicht wird es nicht Platz drei, aber ein Rang nicht weit dahinter.



  • 16 – Man könnte es kommunikativ nennen, man könnte aber auch undiszipliniert dazu sagen. 16 Mal wurde in der Vorsaison ein Admiraner wegen Schiedsrichterkritik verwarnt - das ist absolute Liga-Spitze. Zum Vergleich: Die Austria kassierte deshalb nur drei Gelbe Karten Die ingesamt 99 Gelben sind übrigens ebenfalls Top-Wert.
  • 16 – Noch einmal die 16! Soviele Spieler haben die Last des Toreschießens in der vergangenen Spielzeit auf ihren Schultern verteilt. Lediglich Patrik Jezek (11) und Philipp Hosiner (10) trafen zweistellig.
  • 18 – Die Admira ist die beste Kontermannschaft der Bundesliga. 18 Treffer gelangen der Kühbauer-Elf nach schnellen Gegenstößen. In dieser Kategorie konnte den Niederösterreichern niemand auch nur annähernd das Wasser reichen - auf Platz zwei rangiert Rapid mit einem Dutzend Konter-Toren.

  • 160 – Obacht vor der Abseitsfalle der Admira! 2011/12 funktionierte diese nämlich viel besser, als die der anderen Klubs. 160 Mal schnappte sie zu. Die zweitplatzierten Innsbrucker brachten es gerade einmal auf 133.

DAS LAOLA1-FAZIT:

Die "graue Maus" war einmal. Die Admira hat in der abgelaufenen Saison alle begeistert. Eine sympathische, junge Truppe, die attraktiven Fußball bietet - daran hatte niemand etwas auszusetzen. So werden sich die Niederösterreicher auch in der neuen Saison präsentieren. Die Kameradschaft innerhalb der Mannschaft ist außergewöhnlich gut, weshalb sie auch sportliche Krisen verkraften kann. Dass es abermals so ausgezeichnet läuft, wie noch in der vergangenen Spielzeit ist nämlich eher zu bezweifeln. Das wissen die Verantwortlichen in der Südstadt, weshalb sie von großspurigen Ankündigungen Abstand nehmen, ihre Ziele nüchtern und realistisch definieren. Dass es abermals für einen Platz im Europacup reicht, ist gut möglich, Platz drei wird aber nicht wiederholt werden können.

 

Harald Prantl

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