Wer ersetzt den, wer den...?

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Wunschelf und Kaderbewertung SV Ried

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Wien – Ried hat im Gegensatz zu anderen Teams einen kleinen Kader, vor allem was die Zahl der gestandenen Spieler betrifft.

Das war aber auch in der Vergangenheit der Fall. Der Verletzungsteufel darf natürlich nicht zuschlagen, ansonsten müssen junge Spieler oben aushelfen.

Vom System her wird Ried wohl sein 3-3-3-1-System fortsetzen, schließlich funktioniert es seit Jahren und entspricht auch dem dynamischen Spiel der Rieder.

Aufgrund der verlorenen Qualität in der Hintermannschaft ist aber ein System-Wechsel nicht ganz auszuschließen:

LAOLA1 nimmt den Kader der SV Ried genau unter die Lupe:

TOR:

Die klare Nummer eins nach dem Abgang von Wolfgang Hesl heißt Thomas Gebauer, der sich nach seinem Kreuzbandriss im Herbst 2010 zurückgekämpft hat und im Frühjahr die meiste Zeit im Tor gestanden ist. Bei hundertprozentiger Fitness ist der Deutsche, der spätestens im September Österreicher sein soll, einer der besten Keeper der Liga. Nachdem Hubert Auer und Nachwuchs-Talent Samuel Radlinger den Verein verlassen haben, musste ein neuer Goalie her. Markus Beer wurde leihweise von Erste-Liga-Absteiger Gratkorn geholt und darf auf einen Einsatz hoffen. Talent Stefan Pointner (21) ist die Nummer drei.

LAOLA1-Bewertung: Thomas Gebauer wird gegen Sturm sein 100. Bundesliga-Spiel absolvieren und in seinen bisherigen 99 hat der 29-Jährige gezeigt, warum er so einen guten Ruf genießt. Vergangene Saison konnte der Keeper nach dem Kreuzbandriss verständlicherweise nicht nahtlos an seine tollen Leistungen anknüpfen. Davon ist heuer wieder auszugehen.

VERTEIDIGUNG:

Vorneweg: Hier wird in Anbetracht des 3-3-3-1-Systems alleine von der ersten Dreierkette ausgegangen und da sieht es vor allem nach dem Abgang von Martin Stocklasa nicht allzu rosig aus. Kapitän Oliver Glasner ist zweifellos gesetzt. Links neben ihm hat Jan-Marc Riegler aufgrund fehlender Konkurrenz praktisch einen Stammplatz sicher, rechts drängt sich Thomas Reifeltshammer, der in der vergangenen Saison schon Stocklasa öfters gefällig vertreten hat, auf. Maximilian Karner und Gabriel Lukas sind die Bundesliga-unerfahrenen Alternativen.

LAOLA1-Bewertung: Der Abgang von Martin Stocklasa ist nicht kompensiert worden, die Jugend muss nachrücken und zeigen, was sie kann. Oliver Glasner ist ein guter Leitwolf, doch auch er muss mit 36 Jahren mehr auf sich schauen. Hier wird sicherlich unter Berücksichtigung der Schrammel-Position in der ersten Mittelfeld-Kette die größte Herausforderung bestehen.

MITTELFELD:

Werden die zwei nächsten Dreier-Ketten betrachtet, braucht sich Ried auch diese Saison nicht verstecken. In der defensiveren Abteilung ist Florian Mader, der 2010/11 eine bärenstarke Saison abgeliefert hatte, eine ganz klare Bank. U20-WM-Spieler Marcel Ziegl wäre ebenso eine Alternative wie Thomas Hinum, wobei Letzterer wohl rechts spielen wird. Gludovatz sieht Hinum am ehesten als Ersatz für den abgewanderten Ewald Brenner. Das kann Martin Grasegger auch, hat aber nach seiner Rückkehr aus Grödig nicht die besten Karten. Links hat Ried schon deutlich mehr Probleme: Wer soll Thomas Schrammel ersetzen? Für Emanuel Schreiner und Stefan Kirnbauer kommt das noch deutlich zu früh, der eigentliche Rechtsverteidiger Bienvenue Basala-Mazana wäre eine Möglichkeit und wurde in den Testspielen auch hier eingesetzt. Der 19-jährige Deutsche muss sich aber erst mit der härteren Gangart in Österreich vertraut machen. Allrounder Anel Hadzic kann überall als Alternative einspringen. Seine 33 Einsätze vergangene Saison beweisen, dass sich keiner im Mittelfeld ausruhen braucht. So lange kein Linksverteidiger kommt, wird der 21-Jährige Jung-Routinier (98 BL-Spiele) wohl dort spielen müssen. Gludovatz möchte bekanntlich gerne noch einen Linksverteidiger. Die offensivere Kette hat es in sich: Links Daniel Royer, in der Mitte Ivan Carril, rechts Stefan Lexa – so sieht die Bestbesetzung aus. Nacho will sich links wieder in die Mannschaft kämpfen, wird aber wohl weiterhin an Teamspieler Royer nicht vorbeikommen.

LAOLA1-Bewertung: Das Mittelfeld ist das absolute Prunkstück in Ried. Nach hinten und nach vorne besitzen die Innviertler hier genügend Qualität, um wieder weiter oben mitzuspielen. Damit kann auch die eventuell fehlende Qualität in Abwehr und im Sturm wettgemacht werden.

STURM:

Im Angriff sind die Rieder nicht überragend besetzt. Guillem hat  zwar in seiner Debüt-Saison zehn Tore erzielt, war im Frühjahr aber zumeist blass. Markus Hammerer war mit zwei Toren im Finale der Cup-Held, traf aber in der Liga während der gesamten Saison nur einmal mehr. U20-WM-Stürmer Robert Zulj wartet nach zwölf Einsätzen noch auf seinen Debüt-Treffer. Die Hoffnungen ruhen auf Stürmer Casanova, der von Alicante aus der spanischen Segunda Division kam.

LAOLA1-Bewertung: Im Sturm kann Ried Probleme bekommen, muss es aber nicht. Casanova ist noch nicht einzuschätzen, der Rest kämpfte vergangene Saison mit Formschwankungen. Der Vorteil ist, dass aus dem Mittelfeld genügend Offensivkraft kommt.

 

Bernhard Kastler

Anmerkung: Wie schon im Frühjahr gibt es als Bewertungsgrundlage 1 bis 10 Bälle, wobei 10 das Maximum darstellt.

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